Freudenberg

Vor-Ort-Termin Rauenberger Ortschaftsrat informierte sich über die Erschließungsarbeiten im Neubaugebiet „Maueräcker“ / Zukünftige Rathausnutzung debattiert

Das Ziel: Schaffung eines Bürgertreffs

Die Besichtigung des Neubaugebiets, eine Debatte um das frühere Rathaus, eine Lampe die am völlig falschen Platz steht – der Rauenberger Ortschaftsrat bewältigte viele Tagesordnungspunkte.

Rauenberg. Die Sitzung des Ortschaftsrats am Montag begann mit einem Vor-Ort-Termin auf der Baustelle der Baugebietserweiterung des Neubaugebiets „Maueräcker“. „Wir sind mehr als im Zeitplan“, freute sich Ortsvorsteher Siegbert Weis über den guten Verlauf der Erschließungsmaßnahmen. Vergangenen Donnerstag wurde die Asphaltierung der Straße durchgeführt. Im Rahmen der Erschließung hatte man den Wendehammer entfernt und eine Verbindungsstraße zwischen den beiden Stichstraßen der „Maueräcker“ geschaffen.

Weit vorgeschritten sind auch die Pflasterarbeiten der Gehwege. In der letzten Gemeinderatssitzung hatte der Freudenberger Rat die Vermessungsarbeiten für die Grundstücke vergeben. Damit sei eine wichtige Grundlage für deren Verkauf gelegt, so Weis. Die Restarbeiten sollen bis zur 21. Kalenderwoche und damit noch diesen Monat abgeschlossen sein. „Es sieht sehr gut aus, dass es mit dem Baubeginn der ersten Häuser im Herbst klappt und noch dieses Jahr die ersten Rohbauten stehen werden.“ Die Erweiterung umfasst neun Bauplätze zwischen 500 und 830 Quadratmeter. Die Größe hatte man mit Interessenten an den Bauflächen abgestimmt.

Für vier Grundstücke gibt es bereits ernsthafte Interessenten, die nach der Vermessung mit den endgültigen Planungen loslegen wollen.

Vor Ort wurden die Räte auf die Straßenlaterne am Haus Maueräckerstraße 8 aufmerksam gemacht. Diese wurde versetzt, steht nun aber ungünstig in der Einfahrt des Hauses. Die Räte stellten fest, hätte man vor dem Versetzen erfahren, das dieser Standort problematisch sei, hätte man vielleicht noch widersprechen können. Weis verwies aber auch darauf, dass ein Richtmaß von 30 Metern zwischen den Laternenstandorten eingehalten werden muss. Am Grundstück Maueräcker 26 wurde wegen der Bauarbeiten eine Hecke entfernt und auf der anderen Seite abgelegt. Sie soll wieder eingepflanzt werden. Auf Anregung des Ortsvorstehers wird die Stadt Freudenberg prüfen, ob die Hecke nach dem Einpflanzen tatsächlich wieder anwächst. Falls dies nicht funktioniert, wird man nach Ende der Bauarbeiten eine neue Hecke anpflanzen. Nicht erfüllen konnte man den Bewohnern der „Maueräcker“ den Wunsch nach einem offiziellen Schotterweg von ihrem Wohngebiet zum Friedhof. „Auf der Strecke liegen zu viele Privatgrundstücke“, begründete Weis die Ablehnung des Wunsches.

Im Rathaus stimmte das Gremium für die Umnutzung eines landwirtschaftlich genutzten Gebäudes zu drei Ferienwohnungen auf einem Aussiedlerhof in Rauenberg. Weis erklärte, laut Tourismus Freudenberg sei die Nachfrage nach Ferienwohnungen in der Stadt groß. „Solch ein weiteres Angebot in Rauenberg bringt das Dorf weiter“, lobte er.

Gute Nachrichten gab es auch in Sachen Rathausumbau. Es wurde eine komplette Bestandsaufnahme des Gebäudes gemacht. Nach der Wahl wird sich der neue Ortschaftsrat mit dem Erarbeiten von Umbauvorschlägen beschäftigen. Die Pläne sollen zeitnah erstellt werden, so dass man im Herbst Anträge bei Förderprogrammen stellen könne.

Dorfmittelpunkt schaffen

Ziel des Umbaus sei die Schaffung eines Bürgertreffs im Rathaus. „Im Dorf gibt es außerhalb von Veranstaltungen zu wenig Möglichkeiten sich zu treffen.“ Durch den Umbau könnte man einen Dorfmittelpunkt schaffen, in dem sich die Bürger zwanglos treffen können. Weiter wurde angeregt, das Rathaus auch als Treffpunkt der Vereine, beispielsweise nach Proben, zu etablieren.

Unabhängig von allen Nutzungsplanungen gelte es, die Stabilität des Gebäudes zu sichern, verwies er auf die angebrachten Stützen im Keller die aktuell den Boden des Amtszimmers halten müssen. Rätin Margarete Schmidt freute sich, dass nun endlich Bewegung in die Thematik komme. Man habe lange darauf warten müssen.

Ratsmitglied Jens Weimer regte an, durch den Umbau alle Räume für Vereine nutzbar zu machen. Dies sei besser als zwei Gebäude für diese zu unterhalten. Schmidt ergänzte, dass das Rathaus zudem barrierefrei zugänglich sei und sogar die Installation eines Aufzugs möglich wäre. Weis sagte, dies könne man alles in die Planungsvorschläge einbeziehen. Er betonte jedoch auch, dass die Verwaltung froh sei, oberhalb der Firma Blümel Räume für die Vereine zu haben. Scherzhaft meinte Weis zudem, dass es schön wäre, wenn man den typischen Amtszimmergeruch mit ins umgebaute Gebäude nehmen könnte.

Geruch der unangenehmen Sorte beschäftigt seit mehreren Jahren die Einwohner der Eidelsgasse. Zu Ostern hatte erneut ein Anwohner darauf hingewiesen, dass man durch den Gestank aus dem Kanal nicht draußen sitzen könne. Der Gestank kommt von der Druckabwasserleitung aus Ebenheid. Ursachen könnten unter anderem ein defekter Schieber im System bei Ebenheid oder ein fehlender Entlüftungsschacht vor Rauenberg sein.

Ortschaftsrat und Bürgermeister Roger Henning seien sich, einig, dass es so nicht weiter gehen kann, so Weis. Die Stadtwerke Wertheim als Betreiber des Abwassernetzes wurden beauftragt, die Ursachen zu finden und eine Maßnahme zu entwickeln, die den Geruch unterbindet. „Wir können uns bei den Leuten nur in aller Form für die Belästigung entschuldigen“, sagte Weis.