Freudenberg

Geburtstag Ehemaliger Lehrer Gerhard Seidenspinner wird morgen 90 Jahre alt

Die Schule liegt ihm bis heute am Herzen

Der Rauenberger Gerhard Seidenspinner hat durch seine Arbeit als Lehrer viele Schülergenerationen geprägt. Morgen wird er 90 Jahre alt.

Rauenberg. Auch wenn es ihm nie gelungen ist, das Handballspiel in Boxtal und Rauenberg gegen den Fußball durchzusetzen, hat er doch viele Generationen von Schülern in Ebenheid, Rauenberg und Boxtal geprägt. Der ehemalige Lehrer Gerhard Seidenspinner feiert am Sonntag, 7. Juli, seinen 90. Geburtstag.

Dabei hatte sein Vater, ein Lokführer für den 1929 in Dittigheim geborenen Sohn nach dem Abitur in Tauberbischofsheim eigentlich eine Karriere bei der Bahn vorgesehen.

Doch nach zwei Jahren merkte Seidenspinner, dass dies nicht sein Beruf ist und studierte in Heidelberg innerhalb von vier Semestern Lehramt.

1958 trat er dann als einer von drei Lehrern seine erste Stelle in Rauenberg an. Dort lernte er beim Federballspielen im Hof seiner Vermieter seine zukünftige Frau kennen, die er 1961 heiratete.

Doch zunächst wurde er 1960 nach Wenkheim versetzt. Der Roller war damals sein einziges Transportmittel, mit dem er sommers wie winters aufbrach, um seine Verlobte sehen zu können.

1962 folgten im selben Jahr das erste Kind und das erste Auto. 1963 siedelte die junge Familie nach Werbach über, weil hier eine Lehrerwohnung freigeworden war. Denn allmählich war die beengte Wohnsituation zur Untermiete doch beschwerlich geworden. Und 1966 stellte sich wieder Nachwuchs ein. 1969 kam die nächste Versetzung als Alleinlehrer nach Ebenheid und die dritte Tochter. „Wir haben an jedem Wohnort ein Kind bekommen“, freut sich der Jubilar im Rückblick.

Nach der Auflösung der Ebenheider Grundschule kam Seidenspinner nach Boxtal-Rauenberg. „Ich bin an meinen ursprünglichen Tatort zurückgekehrt“, schmunzelt er. Gleichzeitig erfolgte mit Hilfe von Freunden, Verwandten und Nachbarn 1975 der Hausbau und der Einzug ins Eigenheim.

Spende statt Geschenke

Der Rauenberger Schule ist er bis zu seiner Pensionierung treu geblieben. Noch immer liegt sie ihm am Herzen. So will er zu seinem Jubelfest keine Geschenke, sondern lieber eine Spende zugunsten des Fördervereins der Eichwald-Grundschule Rauenberg.

Die Gemeinde und den Main-Tauber-Kreis als Wohnort schätzt er sehr. „Ich liebe das Landleben“, meint er. Und so versah er auch zahlreiche Ehrenämter, war zwölf Jahre Mitglied im Kirchengemeinderat und 34 Jahre beim katholischen Bildungswerk.

Außerdem war Seidenspinner seit Schulzeiten ein begeisterter Sänger. Nach Stationen in Schülerchor, verschiedenen Gesangsvereinen und Kirchenchören sang er beim Kirchenchor Rauenberg.

Nebenher schrieb er 40 Jahre lang für die Fränkischen Nachrichten Artikel über Geschehnisse in den Dörfern und Ortschaften rund um Rauenberg. Besonders gern berichtete er über Jubiläen und Vereinsangelegenheiten.

Handball statt Fußball

Ein anderes Hobby musste er leider schon früh aufgeben: Anders als in seiner Heimatgemeinde interessierten sich die Rauenberger nur für Fußball. Und obwohl er versuchte, im Schulsport wenigstens einen Teil der Stunde auf Handball zu verwenden, schaffte er es zu seinem Bedauern nicht, dass sich diese Sportart durchsetzte. So wurde er Fan der heimischen Fußballmannschaft und verfolgt seitdem deren Spiele. Heute liest er gern, geht spazieren und verfolgt noch immer Fußballspiele.

Die drei Töchter und fünf Enkel wohnen in der näheren Umgebung und sind natürlich auch beim festlichen Mittagessen in einem Gasthof in Freudenberg mit von der Partie. Anschließend ist die Familie zum Kaffeetrinken zu Hause. Die Fränkischen Nachrichten schließen sich den Glückwünschen an.