Freudenberg

Eröffnung Neuen Raum im Untergeschoss des Jugendheims der Kirchengemeinde eingerichtet / Kooperationsvertrag unterzeichnet

Ein Treffpunkt für alle jungen Leute

Nach langem Warten wurde der Wunsch der Freudenberger Jugend nach einem eigenen Jugendraum nur Realität.

Freudenberg. Die letzten sechs Jahre konnten sich die Jugendlichen der Freudenberger Kernstadt nur im Freien treffen. „Wenn es regnete oder im Winter zu kalt war, war dies aber nicht möglich“, berichteten die beiden 15-jährigen Lea Reinhart und Nils Reinhard. Seit Freitag hat die Jugend nun endlich wieder einen eigenen Raum. Angeboten wird dieser von der Stadt Freudenberg im Jugendheim der Pfarrgemeinde St. Laurentius.

„Es werden bestimmt jede Woche viele von uns kommen“, waren die beiden Schüler überzeugt. Bereits zur Eröffnungsfeier am Freitagnachmittag tummelten sich viele Jugendliche im Raum im Erdgeschoss des Gebäudes. Im Rahmen dieses Fests wurde der Kooperationsvertrag zwischen der Stadt als Träger des Jugendraums und der Kirchengemeinde als Gebäudeeigentümer geschlossen. Zuständig für den Jugendraum ist das Familien-, Senioren- und Integrationsbüro (FSI).

„Macht was draus“

Bürgermeister Roger Henning sagte in seiner Ansprache, man habe mit dem Jugendraum etwas angestoßen, was der Jugend vor Ort wichtig sei. „Macht was draus.“ Die Jugendarbeit sei ihm und dem Gemeinderat ein Anliegen. Seit einem Jahr forciere man den Ausbau von Jugendräumen. Er verwies auf die Einrichtung in Wessental, den Jugendwohnwagen für Rauenberg und Boxtal sowie den Aufbau des Raums in Ebenheid. Er zeigte sich der Kirche gegenüber für die Mitnutzung des Jugendheims sehr dankbar. „Es war nicht einfach, passende Räume zu finden.“ Er glaube, mit dem Projekt sei man gut aufgestellt. Weiter lud er die Jugendlichen ein, die WhatsApp-Gruppe der Jugend des FSI zu nutzten. Diese richtet sich an alle Jugendlichen in Kernstadt und Ortsteilen.

„Wir wollen, dass die Jugendlichen aus allen Teilen der Stadt zusammenwachsen“, so Henning. Vorbild seien hier vor allem die vielen gemeinsamen Aktionen der Jugendfeuerwehrabteilungen in Stadt und Ortsteilen. Er wünsche sich, dass es auch in der offenen Jugendarbeit so gut funktioniert. „Gemeinsam könnt ihr mehr erreichen“, betonte der Bürgermeister.

Auch für die Jugendliche ging es bei der Eröffnung nicht ohne Formalien. Nach Unterzeichnung des Vertrags wurde die Hausordnung verlesen und von den anwesenden Jugendlichen unterschrieben. Ansprechpartner für die Jugend ist das FSI. Bei einer Vorbesprechung zur Schaffung des Raums hatten sich zudem zwei Jugendliche bereiterklärt, als Kontaktpersonen zu fungieren. Lea Reinhart und Jakob Kern sind das Bindeglied zwischen Stadt und jugendlichen Raumnutzern.

Auf Wunsch der Jugend wird der Raum zukünftig freitags und samstags von 18 bis 22 Uhr geöffnet sein. „Wollt Ihr an den Öffnungszeiten etwas ändern, habt Ihr bei Stadt und Kirche offene Ohren“, sagte er zu. Er bat die Jugend aber auch um Rücksicht gegenüber den Nachbarn sowie dem Kidstreff der Kirche, der im Obergeschoss des Jugendheims stattfindet. „Ihr könnt hier viel machen“, lud Henning ein, den Raum selbst zu gestalten. Gerne stelle die Stadt zum Beispiel Farbe zum Streichen bereit.

Bis Ende des Monats steht den Jugendlichen sogar eine Musikanlage leihweise zur Verfügung. Damit bleibt ihnen Zeit, sich selbst eine eigene Anlage zu besorgen. Als Startkapital dafür überreichte Henning ihnen einen Gutschein. Abschließend warb er dafür, auch die Jugendräume der Ortsteile zu besuchen. Das Ruftaxi sei hierfür eine optimale Lösung.

Diakon Michael Baumann, Sprecher des kirchlichen Gemeindeteams, betonte: „Wir freuen uns riesig, dass das Jugendheim wieder mit neuem Leben gefüllt wird.“ Es bestehe seit 50 Jahren. Der Baubeginn war 1969. Mit der Gründung der KJG 1976 wurde ein Jugendtreff eingerichtet. „Freitags waren auf den beiden Stockwerken rund 150 Leute hier, da ging der Punk ab“, erinnerte er sich an seine eigene Jugend. Mit der Auflösung der KJG 2012 fiel auch der offene Jugendtreff weg. Danach wurde das Gebäude nur noch für feste Gruppen und Projekte genutzt.

Die Anfrage von FSI und Bürgermeister zur Kooperation fand er „super Klasse“. Er lobte sie für die gute Zusammenarbeit. „Wir wollen beide etwas für die Leute tun, damit es ihnen gut geht.“ Dankesworte richtete er an die FSI-Mitarbeiterinnen Melanie Maier und Sabine Stellrecht-Schmidt sowie an den ehrenamtlichen Hausmeister des Jugendheims, Günther König. Alle Verantwortlichen der Pfarrgemeinde seien sich einig, es ist eine gute Sache. Jede Jugendgeneration habe sich gestalterisch im Raum verewigt, beispielsweise durch die Wandgestaltung mit bunten Handabdrücken oder dem gestalteten Fließenspiegel in der Küche. Er lud die Jugendlichen ein, diese Tradition fortzusetzen.

„Lasst Euch nicht unterkriegen, wenn es mal Arger gibt“, ergänzte er. Wenn etwas schief gehe, sollten sie ehrlich dazu stehen und es wieder gut machen. „Redet mit uns, wir helfen Euch!“ Die Jugendlichen sollten ihren Raum nun mit Leben erfüllen. „Lasst es Euch hier gut gehen“, schloss er.