Freudenberg

Gemeinderat Die Verlegung der L 2310 war bereits mehrfach Thema im Gremium / Geplanter Kiesabbau am Tremhof

Es kommt Bewegung ins Thema

Archivartikel

In seiner letzten Sitzung in der laufenden Wahlperiode hat sich der Freudenberger Gemeinderat noch einmal mit der Verlegung der L 2310 beschäftigt.

Freudenberg. Die Verlegung der L 2310 im Zusammenhang mit dem von der Firma Miltenberger Industriewerk Weber geplanten Kiesabbau am „Tremhof“ (wir berichteten) ist ein Thema, das schon seit Jahren immer wieder auf der Tagesordnung steht und bei dem nun langsam Fortschritte erkennbar werden. Teil der Diskussion ist auch der Lückenschluss des Radweges.

Bürgermeister Roger Henning begnügte sich einleitend mit einem vielsagenden Satz. „Viele wären froh, wenn manches schneller gehen würde.“ Zu diesen „Vielen“ gehöre wohl auch Diplom-Ingenieur Matthias Scholz von der Firma Miltenberger Industriewerk Weber. Schon im April 2016, als sich das Gremium letztmalig ausführlich mit der Angelegenheit befasste, war er dabei. Jetzt informierte er über den aktuellen Sachstand.

Der beim Scoping-Termin im Februar 2016 noch offene Kooperationsvertrag zwischen dem Land und dem Unternehmen sei entscheidend vorangekommen. Und dies durch ein Gespräch mit dem Verkehrsminister und dem Regierungspräsidenten, das maßgeblich vom Fraktionsvorsitzenden der CDU im Landtag, Professor Dr. Wolfgang Reinhart und Freudenbergs Bürgermeister initiiert worden war. dabei hatten sich auch Landrat Frank und Wertheims damaliger Oberbürgermeister Stefan Mikulicz vehement für die Sache eingesetzt.

Ausführlich erklärt

Ausführlich erläuterte der Diplom-Ingenieur die derzeitige Entwurfsplanung mit der vorgesehenen künftigen Trassenführung der Landesstraße, an der parallel mainseitig auch der Radweg verlaufen soll und der Schiffsbeladeanlage, von wo aus dann die abgebauten Rohstoffe über den Fluss abtransportiert werden sollen. Geplant ist, dass der Kies über eine mobile Bandstraße zur Beladestelle gelangt. Diese ist deutlich umweltfreundlicher, als andere in Erwägung gezogenen Möglichkeiten. Bei der Firma geht man davon aus, dass die Arbeiten 2020 beginnen und dass „drei bis vier Jahre nach Beginn des Projektes der Verkehr von der alten auf die neue Landesstraße 2310 geleitet werden kann“. Dann müssten die bürokratischen Mühlen aber vergleichsweise rasch mahlen, denn es sind noch einige Planungen und Prüfungen notwendig.

Aus der jetzigen Straße soll, wie aus dem gesamten Kiesabbauareal, später einmal wieder landwirtschaftlich nutzbare Fläche werden. Auf die ursprünglich angedachte Anlage eines kleinen Baggersees wird deshalb verzichtet. „Da steckt viel Planung drin und stehen viele Beteiligte dahinter“, würdigte Bürgermeister Henning. Er habe „selten so ein ’Win-Win-Projekt’ vorgestellt bekommen, wie dieses“, sagte er. Seiner Meinung nach profitiere das Unternehmen, die Anlieger, die Verkehrsteilnehmer, das Land und die Stadt davon. Erleichtert zeigte sich der Bürgermeister, dass, wie aus den Erläuterungen von Scholz hervorgegangen war, nur noch das Regierungspräsidium in Stuttgart involviert ist und keine weitere Stelle.