Freudenberg

Forstwirtschaft Vom Sturmtief „Eberhard“ nicht betroffen / Weniger Holz als möglich eingeschlagen

Fast 75 000 Euro Gewinn erwirtschaftet

Freudenberg.Ein Mal im Jahr hat der erste Stellvertreter des Bürgermeisters, Lars Kaller, seinen „großen Auftritt“ im Gemeinderat. Dann allerdings in anderer Funktion, nämlich als den für den Freudenberger Stadtwald zuständigen Revierförster. Und mit schöner Regelmäßigkeit erntet er dabei großes Lob und hohe Anerkennung Kollegen.

Das war auch am Montag nicht anders. Mit der Bemerkung, es sei „beeindruckend, was in den letzten Jahren im Wald gemacht worden ist“, gab Bürgermeister Roger Henning die Richtung vor. Kaller hatte zu Beginn eine vergleichsweise erfreuliche Nachricht. „Sturmtief Eberhard hat uns nicht besonders stark getroffen“, berichtete er. Allerdings sei man erst am vergangenen Donnerstag damit fertig geworden, hinter dem Vorgänger aufzuräumen. „Das ist unschön.“ Kaller gab dann einen Überblick über die Einsatzschwerpunkte im vergangenen Jahr und die dabei aufgearbeiteten Baumarten.

Mit knapp 5091 Festmetern wurden nach seinen Angaben rund 525 Festmeter weniger eingeschlagen, als nach dem aktuellen Hiebsatz möglich gewesen wäre. Außerdem wurden, so eine weitere Zahl aus seiner Bilanz, 8650 laufende Meter Wege gepflegt, das entspricht etwa zehn Prozent des Waldwegenetzes. Netto erlöste der Forst rund 74 263 Euro.

Diese Summe wäre sogar noch höher ausgefallen, wenn man die Ausgaben von 21 496 Euro für Arbeiten „außerhalb des Waldes“ nicht noch zusätzlich und freiwillig geschultert hätte. Zu diesen Arbeiten zählten unter anderem das Mulchen von Wanderwegen oder die Pflege einzelner Feldwege. Nicht „verkneifen“ konnte es sich der Revierförster, die Einnahmen aus den Windrädern mit einzubeziehen. Alles zusammengenommen spüle knapp 200 000 Euro ungeschmälert in die Stadtkasse. Dies entspreche etwa einer Million Euro an Gewerbesteuereinnahmen, von denen nur 20 Prozent bei der Kommune verblieben.

Der Revierförster ging auf die diversen Rekorde ein, die das Jahr 2018 gebrochen oder neu aufgestellt hat, sei es bei den Temperaturen, der Dauer des Sonnenscheins oder der ausgebliebene Niederschlag. Er berichtete vom Zusammenbruch der Holzpreise, weil der Markt mit Holz förmlich überschwemmt worden sei. Gründe dafür waren Käferbefall oder Sturmschäden.

„Preise und Absatzmöglichkeiten sind im Keller – die schwarze Null ist das Ziel“, lautete Kallers wenig ermutigender Ausblick auf das anstehende Forstjahr. ek