Freudenberg

Neujahrsempfang Bürgermeister Roger Henning blickt in seiner Ansprache zufrieden zurück und optimistisch nach vorne

Freudenberger leben gerne in ihrer Stadt

Archivartikel

Für Freudenbergs Bürgermeister Roger Henning markierte der Neujahrsempfang gestern die „Halbzeit“ seiner ersten Amtsperiode. Er blickte zufrieden zurück und optimistisch nach vorne.

Freudenberg. Eine Zahl stand zwar am Ende, für Freudenbergs Bürgermeister letztlich aber im Mittelpunkt seiner Rede beim Neujahrsempfang gestern Vormittag in der Turnhalle. Bei einer repräsentativen Haushaltsumfrage hätten 75 Prozent auf die Frage, wie sie die Lebensqualität in Freudenberg beurteilten, mit „gut“ oder „sehr gut“ geantwortet. Dies sei ein Ergebnis, „welches wir nach außen tragen sollten: Wir leben gerne hier, wir sind stolz, Freudenberger, Boxtaler, Ebenheider, Rauenberger oder Wessentaler zu sein. Zusammen haben wir schon viel erreicht und zusammen werden wir noch viel erreichen“.

Gut 200 Bürger sowie zahlreiche Gäste aus der Region waren auch in diesem Jahr wieder der Einladung gefolgt. Henning nutzte die Gelegenheit der Begrüßung, um – wo es angebracht war – die Zusammenarbeit zu würdigen, Gemeinsamkeiten zu betonen und gemeinsame Aufgaben hervorzuheben. Dazu zählte etwa der ersehnte Brückenbau über den Main.

Über den Main hinweg sei man sich über die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Maßnahme einig. „Das macht uns stark.“

Als weiteres, wichtiges Verkehrsprojekt nannte der Bürgermeister die Verlegung der Landesstraße 2310 am Tremhof mit dem Lückenschluss im Radwegenetz. „Hier muss man ständig nachbohren und immer wieder nachfragen“, und das obwohl das Projekt politisch schon lange freigegeben sei, kritisierte der Redner. Er versicherte, „ich bleibe an dem Thema dran und werde erst Ruhe geben, wenn die Bagger tatsächlich da sind.

Wesentlich zufriedener zeigte sich Henning in Angelegenheiten, die in den Zuständigkeitsbereich der Stadt und ihrer Bürger fallen. So würdigte er etwa die „Menschlichkeit und Integrationsbereitschaft“, die die Freudenberger in der Zeit der Flüchtlingskrise gezeigt hätten. Positiv wertete er die Entscheidung zur Einrichtung eines Familien-, Senioren- und Integrationsbüros. Mit einem Augenzwinkern in Richtung der Nachbarn aus Wertheim erinnerte der Bürgermeister daran, dass Freudenberg als erste Kommune im Main-Tauber-Kreis zur Fair-Trade-Stadt ernannt wurde. Nach Wertheim wiederum ist man die zweite Stadt mit einem Seniorenbeirat.

Mit der intensiven Vorbereitung großer, zukunftsweisender Projekte habe man Weichen gestellt. Der Redner nannte den Neubau der Feuerwache, Abteilung Freudenberg, und des städtischen Bauhofs. Dies werde nicht ohne Kreditaufnahmen möglich sein. Henning: „Nach dem Abbau von Schulden in den vergangenen vier Jahren ist eine Neuverschuldung auch für mich Neuland“. Doch wappne man sich mit solchen Projekten für die Zukunft. Das gelte noch mehr und in besonderem Maße für die Entwicklung des Geländes des Werks I der Firma Rauch.

„Wir haben in Freudenberg viel: viel Herz, viel Lebensfreude, viel Ehrenamt, viel Natur, viel Kultur, leider aber auch viel Straßenverkehr, viele leerstehende Häuser. Aber was wir sicherlich nicht viel haben, ist Platz für Entwicklung.“ Vier Hektar „frei bespielbare Fläche sind eine historische Chance für die Entwicklung von Freudenberg“. Schaffe man es, hier eine neue Stadtmitte zu errichten, könnten davon viele profitieren. Und dabei werde es, wie man es bereits gewohnt sei, wieder eine breite Bürgerbeteiligung geben, versprach der Redner. Er schloss seine Ausführungen mit einer Aufzählung einiger Maßnahmen, die 2019 geplant sind, „um das Leben in der Kleinstadt mit Herz zu erleichtern und schöner zu machen“.