Freudenberg

SC Boxtal Neuen Sportheim-Anbau mit Duschen und Umkleideräumen eingeweiht / Redner würdigten Engagement aller Beteiligter

Gemeinschaftswerk ist Zeugnis einer tollen Leistung

Archivartikel

Boxtal.Sieben Jahre lang hat es gedauert, bis der Wunsch des Vereins und der Bevölkerung nach einem eigenen Duschtrakt am Sportplatz des SC Eintracht Boxtal nun in Erfüllung gegangen ist. Dazu haben die Verantwortlichen viele Verhandlungen geführt, Geld eingeworben und die Mitglieder zahlreiche Arbeitsstunden erbracht.

Beim SC-Sportfest am Wochenende wurde der Neubau am Sonntagmittag eingeweiht und gesegnet. Es sei ein historischer Tag für den SC, stellte Harald Enzmann, Vorsitzender Öffentlichkeitsarbeit, fest. Nun müssen die Sportler nach dem Spiel nicht mehr mit Fußballschuhen und nasser Kleidung zum rund 900 Meter entfernten Gemeindezentrum laufen. „Dafür haben wir und unsere Vorgänger lange gekämpft.“

2011 habe man erstmals versucht, Fördergelder für den Bau beim Badischen Sportbund (BSB) zu bekommen, 2012 vergebens alle Firmen im Nordbadischen um Unterstützung des Projekts gebeten, blickte der Redner zurück. Damals seien verschiedene bauliche Alternativen geprüft worden. Letztlich entschied man sich für einen Anbau mit Duschen und Umkleiden. Bei einem Abend mit den „Südtiroler Spitzbuam“ in Mondfeld 2013 erwirtschaftete der SC 10 000 Euro und legte so den Grundstock für das Projekt. Dies sei aber nur möglich gewesen, so Enzmann, weil ein Sponsor die für die Veranstaltung anfallenden Kosten übernommen hatte.

2015 hielt man endlich die Baugenehmigung in den Händen. Am 18. April 2015 erfolgte der erste Spatenstich. Am 15. Mai wurden 30 Lkw-Ladungen Erde ausgehoben. Ende September war der Rohbau fertig, Ende Oktober das Dach gedeckt und der Bau damit wintersicher. Im Frühjahr 2016 wurden Fenster und Türen eingebaut.

Zu schaffen machte dem Verein, als bei starkem Regen s Wasser vom Hang in den Anbau floss. Es habe lange gedauert bis man die Ursache dafür fand, so der Vorsitzende: „Es war ein kleiner Schlitz zwischen Alt- und Anbau.“ Dieser wurde versiegelt und das Problem war gelöst.

Im Frühjahr und Sommer 2017 erfolgte der Innenausbau samt Heizungseinbau. Aufwendig waren die Elektroarbeiten, die erst in der Woche vor de Einweihung abgenommen wurden. Nun fehlt nur noch das Vereinsemblem, das künftig den Anbau zieren soll. Die Schablone dafür sei jedoch schon bestellt, erklärte Enzmann. Dank sprach er allen ehrenamtlichen Helfern und Organisatoren, den beteiligten Firmen und der Stadtverwaltung Freudenberg für ihren Einsatz aus. „Wenn wir im Sport gewinnen wollen, sind wir nur im Team stark. So war es auch beim Bau“, betonte er, dass jede Hilfe wichtig war. Für eine kleine Ortschaft wie Boxtal mit rund 600 Einwohnern sei das Gemeinschaftswerk eine tolle Leistung gewesen.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf netto 127 000 Euro den Anbau. Hinzu kamen 10 000 Euro für die Handsicherung. Von der Stadt Freudenberg gab es für den Bau einen Zuschuss von 45 000 Euro, der BSB zahlte 25 000 Euro. Den gleichen Betrag gewann der SC bei der Coca-Cola-Vereinsmeisterschaft 2017. Bei einer erneuten Teilnahme an diesem Wettbewerb durfte sich der Verein über weitere 10 000 Euro freuen. Weitere generierte man Beiträge durch Spenden und Aktionen.

Vereine sind Kitt der Gesellschaft

Bürgermeister Roger Henning betonte, der Verein könne über das Erreichte jubeln. Es sei eine beeindruckende Leistung. Henning: „Die Vereinsarbeit ist einer der wichtigsten Bereiche, die die Stadt unterstützt. Denn Vereine sind der Kitt der Gesellschaft.“ Das Vereinsleben sei in der kleinen Stadt Freudenberg beeindruckend. Entsprechend sei es für ihn Ehrensache gewesen, den Bau der Duschen nach der Übergabe durch seinen Amtsvorgänger Heinz Hofmann weiter zu begleiten und zu fördern.

Verein und Stadt hätten auf alle Herausforderungen gemeinsam flexibel reagiert. 45 000 Euro seien eine der höchsten Fördersummen, die Freudenberg je in diesem Bereich gezahlt habe. „Es ist jeder Cent sinnvoll investiert“, war Henning überzeugt. Wichtig sei zu schauen, was man mit dem Geld erreichen könne. Er und der Gemeinderat hätten für Vereinsanliegen offene Ohren. „Was möglich ist, wird möglich gemacht.“

Lob hatte der Bürgermeister für die Eigenleistungen der SC-Mitglieder und deren Engagement beim Coca-Cola-Wettbewerb. Anerkennung zollte er dem Verein zudem für seine Angebotsvielfalt und den Einsatz im Dorfleben. Mit der Spielgemeinschaft Boxtal/Mondfeld/Rauenberg sei man einen wichtigen Schritt in die Zukunft gegangen. Mit Blick auf das Verhältnis der Ortsteile zur Kernstadt generell betonte er: „Wir sind eine Stadt und schaffen es gemeinsam.“

Ortsvorsteher Rolf Döhner dankte allen am Bau Beteiligten. Er wünschte sich, „dass die neuen Räume die Vereine der Spielgemeinschaft noch näher zusammenbringen.“ Als Geschenk von Dorf und Vereinen überreichte er einen Scheck über 2500 Euro. Das Geld stammt aus dem Erlös der örtlichen Theateraufführungen. Damit belaufen sich für den SC die restlichen Schulden für den Anbau nur noch 5000 Euro.

Den Dankesworten und Gratulationen schlossen sich auch der ehemalige Ortsvorsteher Peter Eckert und der SC-Ehrenvorsitzende Gerald Baumann an. Abschließend segnete Diakon Michael Schlör den Neubau und die Sportler. bdg