Freudenberg

Konzert Beim Musikverein Rauenberg standen sowohl beim Gast aus Schweinberg als auch beim Gastgeber spanische Melodien im Mittelpunkt

Lebensgefühl des Südens nachgespürt

Beim Konzert „Musica Espanola“ des Musikvereins Rauenberg spürten die Zuhörer die musikalische Sonne und das Lebensgefühl Spaniens. Zudem gab es am Abend besondere Ehrungen.

Rauenberg. Den ersten Teil des Abends am Samstag in der Raubachhalle gestaltete der Musikverein Schweinberg (Leitung Luk Murphy). Mit dem „Spanischen Zigeunertanz“ von Pasqual Marquina versetzten sie die zahlreichen Gäste schon mit den ersten Takten mitten hinein in ein spanisches Fest. Das Stück ist fester Bestandteil internationaler Tanzveranstaltungen.

Der Vorsitzende des Musikvereins Rauenberg, Wolfgang Konrad, beschrieb das Lebensgefühl des Südens als freudig, schwungvoll und lebensfroh. Manche hätten diese vielleicht schon selbst bei einem Urlaub in Spanien oder Südamerika erlebt. Musikalisch wolle man dieses Lebensgefühl rund um Stierkampf, Flamenco und leckere Tapas vermitteln. Die Musiker aus Schweinberg habe man bei einer gemeinsamen Serenade in deren Heimatstadt kennen und schätzen gelernt. Den Zuschauern wolle man Bekanntes aus Oper, Latinopop, Schlager und Welthits bieten.

Die Moderation des ersten Teils übernahm Maren Greß. Sie berichtete, dass mit spanischer Musik Gitarren und steppende Frauen in roten Flamencokleidern verbunden würden. All dies könne man zwar nicht bieten. Typisch Spanisch seien aber die Castanietten, mit denen die Blasinstrumente rhythmisch begleitet werden. „Spanien ist das am dritt- häufigsten besuchte Land der Welt“, berichtete sie.

Urlaubserinnerung

Es folgte der Walzer „España“, den der Franzose Alexis Emanuel Chabrier als Erinnerung an einen Spanienurlaub geschrieben hatte. Vor Lebensfreunde sprühte der bekannte Sommerhit „Sofia“ von Alvaro Soler. Maren Greß berichtete weiter von der bekannten Pilgerreise auf dem Jakobsweg, bei der sich Menschen auf die Suche nach sich selbst machten. Ihr Ziel sei die Kathedrale von Santiago de Compostela, der Hauptstadt des Gebiets Galicia. Julio Iglesias hatte mit der Melodie „Un Canto a Galicia“ ein Liebeslied für jenes Gebiet geschrieben, das seine Heimat ist. Gemeinsam mit den Gästen unternahmen die Musiker beim Stück eine Reise in den Westen Spaniens mit seiner atemberaubenden Landschaft. Das Arrangement des Stücks stammt von Orchesterleiter Murphy selbst.

Mit dem Lied „El Mismo Sol“ schaffte Alvaro Soler seinen Durchbruch. Der Titel heißt auf deutsch „die gleiche Sonne“. Der Liedtext stellt fest, dass alle unter der gleichen Sonne und auf der gleichen Erde leben und das, was Menschen verbindet, gefeiert werden solle. Damit passe der Song, laut Greß, sehr gut in die heutige Zeit. Bei der Darbietung ihrer Version des Hits (Arrangement Johny Ocean) spürte man die Freude und Begeisterung aller Mitwirkenden an der Musik.

Als Zugabe erklang ein spanischer Marsch. Dabei klatschte das Publikum mit.

Nach der Pause übernahm der Musikverein Rauenberg (Leitung Bernd Hofmann). Er eröffnete seinen Teil mit der Ouvertüre zur Oper „Carmen“ von Georges Bizet, laut Konrad einem der größten Werke der Operngeschichte. Im deutschen Text des Liebeslied „Bésame mucho“ von Consuelo Velázquez heißt es „Küss’ mich ganz fest, als wäre es heute Nacht das letzte Mal.“ Aber auch bei der Instrumentalversion waren Romantik und Tragik spürbar.

Eine besondere Freude war es für Konrad und Fritz Hofmann, Vizepräsident des Musikverband Untermain, Mitglieder des Musikvereins Rauenberg für jahrzehntelange Treue zu ehren. Wolfgang Konrad lobte das Wirken jedes Geehrten und hob die Zuverlässigkeit und das vielfältige Engagement der Ausgezeichneten hervor. Philipp Konrad (Trompete) wurde für zehnjähriges musikalisches Engagement ausgezeichnet. Er erhielt die bronzene Ehrennadel des Verbands.

Schon 40 Jahre sind Doris Bieberle, Barbara Böxler (beide Klarinette), Raimund Kraus (Tenorhorn) und Holger Detsch (Bariton) engagierte Instrumentalisten im Musikverein. Sie begannen ihre musikalische Ausbildung im August 1978. „Ihren ersten Auftritt hatten sie am weißen Sonntag 1979 im Ebenheid“, erinnerte der Vorsitzende.

Engagement im Verein

Lob sprach er den Geehrten zudem für ihr Engagement zugunsten des Vereins auch außerhalb der Musik aus. So ist Böxler in verschiedenen Ämtern seit Jahren Mitglied des Vorstands. Aktuell ist sie stellvertretende Vorsitzende. Kraus und Detsch waren einige Jahre Beisitzer im Vorstand und Kassenprüfer des Musikvereins. Vom Verband erhielten alle für 40 Jahre Engagement geehrten die goldene Ehrennadel mit Eichenkranz.

Musikalisch ging der Abend mit Jacob de Haans „Sa Música“ weiter. Es spiegelt die Geschichte Mallorcas wieder. „Hijo de la Luna“ von Cano Andres und José Maria erzählt die traurige Legende des Sohns des Mondes und wurde zu einem bekannten Hit.

Musikalische Vielfalt

Ebenso bekannt ist das Stück „Spanish Eyes“ von Bert Kaempfert. Die Vielfalt der Musik Spaniens wurde beim Medley „Eviva España Olé“ nach einem Arrangement von Georg Stich deutlich. Für den Abschluss des Programms hatten die Rauenberger den Hit „Despacito“ von Luis Fonsi und Justin Bieber aus dem Jahr 2017 ausgewählt. Für Blasorchester arrangiert wurde die gespielte Version von Paul Murtha.

Auch bei den Rauenbergern wünschte sich das Publikum eine Zugabe. So verabschiedeten die Musiker die Gäste mit dem Song „Macarena“ in den gemütlichen Teil des Abends. Dort konnte man die spanischen Spezialitäten und das südliche Flair weiter genießen.