Freudenberg

St. Laurentius Freudenberg Doppeltes Priesterjubiläum von Heribert Kaufmann und Fridolin Keck sowie Pfarr- und Kindergartenfest gefeiert

Mit großen Ideen nahe an den Menschen

Doppeltes Priesterjubiläum, Pfarr- und Kindergartenfest: Es wurde groß, fröhlich und bunt gefeiert am Sonntag in Freudenberg.

Freudenberg. „Eigentlich“, sagte Pfarrgemeinderatsvorsitzender René Rosche zu Beginn und schmunzelte etwas dabei, „ist es ja ein ganz normaler Gottesdienst“. Das war es natürlich nicht. Denn lediglich etwa alle 25 Jahre passiert in St. Laurentius in Freudenberg etwas ganz Besonderes: Vor 50 Jahren wurden Fridolin Keck und ein Vierteljahrhundert später dann Heribert Kaufmann zu Priestern geweiht und feierten jeweils wenig später ihre Primiz in ihrer Heimatgemeinde.

So war ihnen, dem Generalvikar in Ruhe des Erzbistums Freiburg und dem heutigen Pfarrer von Klein-ostheim der ebenso feierliche wie fröhliche Dankgottesdienst gewidmet. Sie feierten ihn in der nahezu voll besetzten Kirche gemeinsam mit Freudenbergs Stadtpfarrer Reinhold Baumann und den Diakonen Michael Schlör und Michael Baumann.

Michael Baumann, selbst erst vor wenigen Monaten geweiht und damit innerhalb des von Pfarrer Baumann zuvor angesprochenen besonderen 25-Jahres-Zeitraumes, blieb die Predigt vorbehalten, für die er anhaltenden Beifall bekam. Applaus verdient hätten sich aber auch Organist Walter Kobe und der Kirchenchor unter der Leitung von Edith Haamann für die musikalische Umrahmung der Heiligen Messe.

Schwieriger Predigttext

Der Text aus dem Evangelium für diesen Tag, nach Markus, war nicht leicht bekömmlich, ging es darin doch unter anderem darum, dass sich an Jesus die Geister schieden, ihn die eigenen Verwandten „von Sinnen“ wähnten und die Schriftgelehrten ihm unterstellten, er sei von Dämonen besessen.

Wie darüber nun predigen und „die Kurve kriegen“ zum eigentlich ja fröhlichen Anlass des Gottesdienstes? „Es waren und sind die ‚Verrückten’, die die Welt verändern, im Positiven wie im Negativen, je nachdem, von welchem Geist sie beseelt oder besessen sind“, stellte Diakon Baumann fest. Fridolin Keck etwa sei vom guten Geist eines Johannes XXIII. beseelt. Dieser habe ihn stark geprägt und tue dies bis heute. „Es gibt manche, die den aktuellen Papst für verrückt halten, aber ich glaube, die meisten sind von Franziskus entzückt – wie Heribert Kaufmann.“

Jesus von Nazareth sei „verrückt im positiven Sinne nach uns Menschen, setzt sich mit Leidenschaft und Liebe für sie ein. Dieser Geist ist lebendig bis heute“. Auch in seinen zwölf Jahren als Generalvikar, ständiger Vertreter und enger Vertrauter des Erzbischofs, sei Fridolin Keck das Pastorale, der Kontakt zu den Menschen immer wichtig gewesen.

„Nahe bei den Menschen zu sein, das ist Heribert Kaufmann auf den Leib geschrieben. Er ist ein leidenschaftlicher Seelsorger.“ Baumann würdigte den „ganz großen Ideenreichtum“ Kaufmanns, bei dem schon die verrücktesten Dinge im Altarraum gestanden haben, um anhand dieser den Menschen den Glauben nahezubringen und die Botschaft Jesu zu veranschaulichen. Ganz besonders betonte der Diakon die Verbundenheit der beiden Jubilare mit ihrer Heimatgemeinde und umgekehrt. Wenn man aus Anlass des Doppeljubiläums das Pfarr- und das Kindergartenfest feiere, „dann inszenieren wir nichts, das ist so“.

Sie seien ihrer Heimatgemeinde zu Dank verpflichtet, sagte Pfarrer Heribert Kaufmann am Ende des Gottesdienstes, ehe Generalvikar in Ruhe Fridolin Keck den Segen spendete. „Hier haben wir glauben gelernt. Heimat ist da, wo du bleibst, wenn du gehst.“

Beim anschließenden „Doppel-Fest“ auf dem Kirchvorplatz und im Kindergarten würdigte Pfarrgemeinderatsvorsitzender René Rosche die Jubilare als „Reichtum der Kirche“. Ebenso wie Rosche ging auch Bürgermeister Roger Henning auf den Lebenslauf und Berufsweg von Keck und Kaufmann ein. Die Aufgaben eines Priesters seien gerade in der heutigen Zeit keine leichten, sagte er. Beide Jubilare stellten sich nun schon seit Jahrzehnten dieser Herausforderung.

„Hoch motiviert haben sie sich stets um ihre Mitmenschen gekümmert und tun dies auch heute noch gern.“ Dadurch hätten sie sich Respekt und die Sympathie erworben. Die brachten schließlich auch die Mädchen und Jungen des Kindergartens in ihrer Gratulation zum Ausdruck, die den Übergang zum Fest bildete, das lange und ausgiebig gefeiert wurde.