Freudenberg

Klein aber fein Themenspektrum des Rauenberger Rosenmontagsumzugs reicht von Weltpolitik bis zum Faschingsumzug selbst

Narren nehmen sich selbst aufs Korn

Archivartikel

Rauenberg.Der Faschingsumzug in Rauenberg ist ein besonderes Kleinod in der Region. Kreative Ideen, detailverliebte Wägen und Kostüme und sogar selbst gebastelte Themenmasken prägten den Zug, der auf der Strecke von der Feuerwehr zum Haus der Vereine die Zuschauer erfreute. Diese konnten nicht nur die Motivwägen genießen.

Neben Bonbons und Getränken gab es wieder viel Selbstgemachtes aus Backofen und Bienenstock zu genießen.

Ein bisschen nahm man sich beim Umzug selbst auf die Schippe. Denn die engagierten Umzugsteilnehmer wünschten sich mehr Zuschauer, aber auch mehr Mitwirkende am Umzug. So bot Ortsvorsteher Siegbert Weis seinen „Musiktraktor“ als Zugfahrzeug für neue Wägen an. Ein großes Schild auf der Rückseite des Gefährt verkündete: „Sie wollen am Umzug teilnehmen und haben kein Fahrzeug? Mich können sie mieten.“

Am Knusperhäuschen mit Pfefferkörnern der Raubachhexen des Heimat- und Kulturverein hieß es: „Hänsel und Gretel sind im Ort, doch die Zuschauer bleiben fort.“

Die Hexen waren vollkommen „aus dem Häuschen“ und zeigten, dass sie nicht nur in der Walpurgisnacht tanzen können. Beim Start hoben sie wegen des Winds fast von selbst ab, im laufe des Zugs mussten dann die Besen für einen tänzerischen Hexenflug herhalten.

Getreu des Mottos „knusper, knusper, knäuschen“ versorgten sie die Zuschauer unter anderem mit rotem Hexenpunsch – mit oder ohne Alkohol – sowie mit Süßem. Dem Bienensterben hatte die Frauengemeinschaft eine Fußgruppe gewidmet. „Der Einsatz von Pestiziden ist zum Haare sträuben, bald müsst ihre eure Obstbäume selbst bestäuben“, stand mahnend auf dem Bollerwagen mit einem detailreich gebastelten Bienenstock.

Die gelben Honigmacher waren zusammen mit ihrem Imker im Zug dabei. Sie verteilten dabei auch Kostproben ihres Honigs. Donald Trump persönlich war mit Bodyguards in Matrosenuniform nach Rauenberg gekommen, um für seine Mauer zu werben. Auch die Freiheitsstatue war dabei. Die Mexikaner machten jedoch klar: Das wird nichts.

So heißt es am Wagen des Fußballclubs Rauenberg „Trump stellt ’ne Mauer hin, die macht keinen Sinn.“ Das erkannte dann wohl auch der Präsident, denn das Bauwerk drohte einzustürzen. Zumindest die Deichsel des Bollerwagens, auf dem es stand, machte beim Zug fast schlapp.

Viele Sorgen wegen des Klimawandels machten sich die Eisbären des Männerballett. Ihr aufwendig gebautes Iglu war beim Umzug beliebter Unterschlupf für die kleinen Narren. Bauschaum sorgte für den Schneeeindruck rund herum. Die „stolzen Tiere“ warben dafür, die Erde zu schützen, denn „ es ist der einzige Planet mit Bier.“

Nicht fehlen durften beim Zug die Nachwuchsherrscher, das Kinderprinzenpaar Lukas Berberich und Melina Geier. Sie und ihr junges Gefolge versorgten vom Wagen des Gesangvereins aus die kleinen Zuschauer mit Bonbons. bdg

Info: Weitere Bilder sind unter www.fnweb.de im Internet zu finden.