Freudenberg

Straßenfasching 20 Wagen und Fußgruppen sorgten für Gaudi in der Innenstadt/ Party rundete den Rosenmontag in Freudenberg ab

Ordentlich auf die Schippe genommen

War das wieder bunt. War das wieder fröhlich. War das wieder laut. Der Freudenberger Straßenfasching zeigte einmal mehr, warum man ihm Kultstatus bescheinigt.

Freudenberg. Es hat geschneit. Zeitweise sogar ziemlich heftig. Kalt war es auch. Aber kann das richtige Narren erschüttern? Natürlich nicht. Dazu freuen sie sich viel zu lange und viel zu sehr auf den Freudenberger Straßenfasching mit dem traditionellen Umzug und der anschließenden Party. Und diese Freude ist auch gestern wieder ordentlich ausgelebt worden. Dabei haben die Teilnehmer des Gaudiwurmes, gut 20 Wagen und Fußgruppen waren es, sogar noch eine Schippe draufgelegt in Sachen Fantasie und Kreativität. Örtliches Geschehen wurde auf die Schippe genommen und sogar, wer würde es bei so einer Veranstaltung vermuten, manch annehmbar scheinende Vorschlag gemacht.

Wer könnte sich zum Beispiel in der jetzt leerstehenden Schulturnhallenbaracke keine Rollschuhdisco vorstellen? Und dass man den Kreisverkehr ähnlich einem englischen Vorbild zu „Rogerhenge“ umgestalten könnte, mag so unmöglich gar nicht sein. Entsprechende Steine hat es dort schließlich schon. An anderer Stelle machte man sich Sorgen um die Burgfestspiele und dass der Zuschauerschwund „bis(s) zum Schauspieltod“ führen könnte. Da müsste jetzt mal ein populäres Stück her. „Tanz der Vampire“ etwa. Ob es helfen würde? Die „Fradebercher Rußhex“ feierte 500. Geburtstag und Wiederauferstehung. Wer hat je von ihr gehört?

„Kee Worscht und a kee Brot“ gibt es bekanntlich in der Altstadt. Da könnte doch der „Rathaus-Bäck“ Abhilfe schaffen, meinte eine Gruppe. Nur - soll das der Bürgermeister auch noch machen? Tierisches durfte im Umzug, der wie immer von der Stadtkapelle angeführt wurde, natürlich auch in diesem Jahr nicht fehlen.

Viele Rehe und einige Hirsche symbolisierten die Gefahren des Wildwechsels, bunte Schmetterlinge flatterten auch über den Weg. Jede Menge schauriger Gestalten gab es zu bestaunen, im Zug ebenso wie am Straßenrand, denn wie es seit Jahren schöner Brauch in Freudenberg ist, verfolgen viele das Schauspiel selbst verkleidet. Dazu gehörte auch Bürgermeister Roger Henning, der auf der Treppe zum Rathaus stehend als Zwerg mit Mütze und mächtigem Bart die Parade abnahm. Und kaum hatte der letzte Wagen das Ziel erreicht, hieß es wieder Party bis zum Abwinken. ek