Freudenberg

Frühjahrskonzert Musikverein und seine Gäste ließen Melodien aus dem deutschen Nachbarland Österreich erklingen

Publikum zum Mitsingen verlockt

Archivartikel

Das Frühjahrskonzert des Musikvereins Rauenberg „entführte“ das Publikum nach Österreich und zugleich in die vergangenen Jahrhunderte.

Rauenberg. „Servus Austria“ lautete der Titel des abwechslungsreichen Konzertabends am Samstag in der Raubachhalle. Gewidmet war er Deutschlands Nachbar Österreich und der Blasmusik.

Mit einem „freundlichen Servus und küss die Hand“ begrüßte Musikvereinsvorsitzender Wolfgang Konrad die vielen Zuhörer. Die Halle war aufwändig dekoriert, beispielsweise mit Schaufensterpuppen in kaiserlichen Ballkleidern oder einer von Rauenbergern zur Verfügung gestellten alten Kutsche. Wie Konrad sagte, wollte man unter anderem die österreichische Gemütlichkeit nach Rauenberg holen. Die Besucher sollten sich wie bei einem kaiserlich-königlichen Abend in der Wiener Staatsoper fühlen. Ein Ziel, das sicher erreicht wurde.

Jugendorchester begeisterte

Die musikalische Eröffnung übernahm das Jugendorchester der Musikschule Freudenberg (Leitung: Michael Korn) mit „Dahoam is dahoam“ von W. Zanner. Wie Konrad berichtete, sei der Verein an der Gründung der Musikschule beteiligt gewesen. Zudem gebe es aktuell das gemeinsame Projekt der Bläserklasse an der Eichwaldgrundschule in Rauenberg.

Das Jugendorchester brachte mit seinem zweiten Auftritt die Stimmung in der Halle zum Kochen und die Gäste zum Mitsingen. Zusammen mit Korn (Gitarre und Gesang) begeisterte der Nachwuchs mit dem Song „Hulapalu“ von Andreas Gabalier.

Der Musikverein Dörlesberg (Leitung: Bernhard Müßig) erfreute mit dem majestätischen Marsch „Hoch Habsburger“ von Johann Nepumuk Kral. Es folgte mit der „Elisabeth Serenade“ von Roland Binge, das sanft und romantisch daherkam. Bekannt wurde es vor allem durch Peter Alexander, der es 1951 erstmals gesungen hat.

Das nächste Stück führte die Zuhörer nach Ungarn, von 1867 bis 1918 Teil der Donau-Monarchie Österreich-Ungarn, so Konrad. Bei der „Kleinen ungarischen Rhapsodie“ von Alfred Bösendorfer wurde musikalisch die Tracht und Tradition des Landes verdeutlicht. „Im Krapfenwaldl“ von Johann Strauss war keineswegs dem Süßgebäck gewidmet. Das elegant verspielte Stück war vielmehr ein Lied zu Ehren des geheimen österreichischen Kriegsrats Krapf. In der Polka wurden Vogelgezwitscher und vor allem der Ruf des Kuckucks deutlich.

Nicht fehlen durfte der weltbekannte „Radetzky Marsch“ von Johann Strauss Vater. Das Publikum klatsche den Takt kräftig mit und achtete dabei – genauso wie die Musiker – genau auf den taktstock von Bernhard Müßig. Die Dörlesberger erfüllten den Wünsch des Publikums und ließen als Zugabe den „Böhmischen Traum“ von Norbert Gälle erklingen.

In der Pause konnte sich die Gäste mit Schmankerln aus Österreichs stärken. Die Einnahmen kamen der Jugendarbeit des Vereins zugute.

Den zweiten Teil des Abends gestalteten erfolgreich die Gastgeber unter der Leitung von Bernd Hofmann. Sie begannen mit dem kraftvollen Marsch „Unter dem Doppeladler“ von Josef Wagner aus dem Jahr 1891. In die Welt des Orients entführten die Rauenberger ihre Zuhörer mit der Ouvertüre aus der Oper „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Bei der „Serenata Sentimentale“ von Enrico Toselli spielte Luisa Elbert auf der Violine die Soli. Es folgte die „Strauß Gala“ (Arrangement: Georg Stich) mit vielen Walzermelodien von Johann Strauss. Instrumental gefühlvoll trugen die Musiker „Ich gehör nur mir“, den Titelsong und zugleich Höhepunkt des Musicals „Elisabeth“ vor.

Zugaben

„Ich lebe nur einmal und wie ich lebe, ist es einmal genug“, zitierte Konrad den österreichischen Musiker Falco. Ein Best-of seiner bekanntesten Lieder weckte bei den Zuhörern die Lust auf Zugaben. Diese gaben die Musiker gerne. Zusammen mit Michael Korn (Gitarre und Gesang) erklang „Wenn’s a Herz hoast, wie a Bergwerk“ von Reinhard Fendrich. Den Abschluss bildete „Langsam find’t der Tag sei End und die Nacht beginnt“ der Gruppe „Fürstenfeld“, in das Musiker und Zuhörer gesanglich einstimmten.