Freudenberg

Heimat- und Kulturverein Satzungsänderung und Neuwahlen / Geschicke lenken nun drei gleichberechtigte Vorsitzende

Renate Vollmer zur Ehrenvorsitzenden ernannt

Archivartikel

Rauenberg.Der Heimat- und Kulturverein (Huk) traf sich kürzlich zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit Wahlen. Vorsitzende Renate Vollmer übergab die Leitung der Versammlung dem kommissarischen Stellvertreter Florian Grein. Er gab einen Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr und bedankte sich bei allen, die sich an den verschiedenen Tätigkeiten beteiligt haben.

Es folgte der Bericht des Schriftführers Jens Weimer, der nochmals vertiefend auf das Jahr zurückblickte und das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung vortrug. Dann ergriff die Vorsitzende das Wort. Sie bedankte sich nochmals für die letzten vier Jahrzehnte, in denen sie den Verein leiten durfte. Da sie nach gut 41 Jahren nicht mehr kandidiere und auch gesundheitlich nicht mehr könne, werde die Wahl viel Neues und auch Frisches mit sich bringen, so Renate Vollmer.

Nach dem Bericht des Kassenwarts Helmut Helmstetter, dessen Buchführung von den Prüfern als tadellos bescheinigt wurde und nur ein kleines Minus aufwies, richtete Bürgermeister Roger Henning das Wort an die Versammlung.

Der Huk wäre aus dem Vereinsleben im Ort nicht wegzudenken, auch die Pflege und Instandhaltung der Grünanlagen entlaste den städtischen Bauhof ungemein. Besonders dankte er Renate Vollmer, die den Vorsitz nach über 41 Jahren abgibt.

Nach seinen Grußworten wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Vor den Wahlen gab Grein bekannt, dass die Satzung dahingehend geändert werden müsse, dass es möglich ist, drei gleichberechtigte Vorsitzende wählen zu können, welchem zugestimmt wurde. Bei der Wahl per Akklamation wurde einstimmig gewählt: Vorstand „Öffentlichkeit“ Florian Grein, Vorstand „Veranstaltungen“ Anja Bleifuß, Vorstand „Finanzen“ Helmut Helmstetter.

Des weiteren wurden Schriftführer Jens Weimer sowie die Beisitzer Irma Ullrich, Corinna Hirsch, Rudi Blümel und Dieter Berberich gewählt. Der neue Vorstand nahm anschließend noch die Ehrungen von Irma Ullrich, Siegfried Flicker, Edgar Grein und Martina Wamser für 25 Jahre Treue zum Verein sowie von Franziska Seubert, Beate Kettner und Karl Hildenbrand für 40 Jahre vor. Danach folgten noch Grußworte von Ortsvorsteher Siegbert Weis und Pfarrgemeindeteamleiter Herbert Grein, die sich herzlich für die geleistete Arbeit und Mithilfe in der Heimatgemeinde bedankten und besonders Renate Vollmer für das Jahrzehnte währende Engagement.

Renate Vollmer ist eine Ausnahme in der Vereinswelt. 1978, knapp ein Jahr nach der Gründung des Heimat- und Kulturvereins Rauenberg, übernahm sie nach eigenen Worten „vorübergehend“ den Vorsitz des Vereines. Nun – nach knapp 41 Jahren – übergibt sie das Zepter an die jüngere Generation, da sie gesundheitlich sehr angeschlagen ist.

Wie Vollmer immer betonte, sollte sie das Amt nur solange übernehmen, bis ein neuer Vorstand gefunden würde. Aber es wurde eine Aufgabe fürs Leben. Ihr Mann Helmut, der seine Frau bis zu seinem Tod vor rund zehn Jahren nach Kräften unterstützte, stand immer hinter ihr, sei es um Fahrdienste, Vorbereitungen zu Festen oder kleinere Reparaturen gegangen.

Vollmer hat immer wieder Frauen und Männer motiviert, die Anlagen im Ort sauber zu halten, Rasen zu schneiden, Beete zu hacken und zu bepflanzen, von ihr liebevoll „der harte Kern“ genannt. Viele der Bildstöcke oder andere Denkmäler gehen auf ihre Initiative zurück. Genannt seien der HoiHopp Stein – zusammen mit Franz Krebs errichtet, die „Heilige Familie“ und das Tretbecken am Friedhof. Auch wurden unter ihrer Führung die Dürrhofkapelle, das „Woochhäusle“ und das Kreuz in der Pfarrkirche renoviert. Aktiv war sie bei unzähligen Veranstaltungen und Festen im Ort, ob sie nun mit Rat und Tat zur Seite stand, oder auch, vor allem an Fasching, auf der Bühne stand.

Im Laufe der Zeit war der „Kulturverein die Renate und Renate der Kulturverein“. Lange Jahre war sie gern und mit Herzblut dabei, mit Leib und Seele die Vorsitzende des Vereins. Schweren Herzens und mit Wehmut hat sie im Mai die Geschicke abgegeben.

Vieles hat sie im Verein und in ihrem Heimatort Rauenberg geleistet, sie hat Spuren hinterlassen, so dass der Verein ihr den Titel „Ehrenvorsitzende“ verlieh. Auch die Bürgermedaille der Stadt Freudenberg erhielt sie vor einigen Jahren.

Der Verein ist dankbar für ihre Zeit im Verein und froh darüber, dass sie auch weiterhin die Personen für die Anlagenpflege suchen und somit weiterhin den Verein unterstützen wird. huk