Freudenberg

Burgschauspiel Verein sucht Mitwirkende für Theaterproduktion / Inszeniert wird das Leben der Päpstin Johanna / Casting am 20. und 21. Oktober

Rollenverteilung ist noch vollkommen offen

Archivartikel

Freudenberg.Die Freunde des Freudenberger Burgschauspiels können sich schon heute auf den Sommer 2019 freuen. Mit dem Stück „Die Päpstin“ wird der Burgschauspielverein erneut Theatervergnügen auf höchsten Niveau bieten. Am Sonntag fand im Probenraum des Vereins unter dem Motto „Lust auf Theater“ das erste Treffen für Interessierte statt. Dabei machten die Verantwortlichen deutlich, vor und hinter den Kulissen werden zahlreiche Aktive benötigt.

Verein zählt 235 Mitglieder

Einleitend gab der Vereinsvorsitzende Hartmut Beil einige generell Informationen zum 235 Mitglieder großen Verein und den Burgfestspielen, die es seit 1987 alle zwei Jahre auf der Freudenburg gibt. „Die Stücke werden extra für uns geschrieben oder auf uns angepasst“, sagte er stolz. „Alle Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen engagieren sich ehrenamtlich.“

Weiter betonte er, man sei immer auf der Suche nach neuen Engagierten, die sich einbringen wollen. Neben den Schauspielern gelte es, eine ganze Reihe an Aufgaben hinter den Kulissen zu besetzen. Er zählte auf: „Spielleitung für die Organisation, Beleuchtung, Bühnenwesen, Maske, Kostüme, Öffentlichkeitsarbeit, Requisiten, technische Leitung und Elektrik, Lagerverwaltung, Ausschank und Kartenvorverkauf.“

Regisseur Boris Wagner stellte ausführlich die Handlung des Stücks vor. Dieses Mal habe man sich für ein bestehendes Stück entschieden, das er für die Freudenbug bearbeitete. Die Legende über die Päpstin Johanna bestehe es schon lange. Erste Schriften darüber habe es schon im 13. Jahrhundert gegeben. Das Thema wurde seither wissenschaftlich betrachtet und vielfach in Literatur, Theater und Film aufgegriffen. „Man weiß nicht, ob es sie gegeben hat, aber die Geschichte ist gut und anrührend und für Theater gut geeignet“, stellte er fest.

Grundlage der von ihm verwendeten Fassung ist der Bestsellerroman von Danna Wolfolk Cross, die neben Überliefertem auch eigene Vorstellungen von Johanna in ihr Werk einbaute. Die Theaterfassung zum Buch schrieb Susanne Felicitas Wolf. Johanna wird als Tochter eines Dorfpriesters in die von Männern beherrschte Welt des 9. Jahrhundert hineingeboren. Ihre Mutter ist ursprünglich Heidin, die ihr Vater beim Missionieren in Sachsen kennenlernt. Die kluge Johanna lernt im Geheimen von ihrem großen Bruder lesen und schreiben.

Nach dem frühen Tod ihres älteren Bruders gelingt es ihr, zusammen mit ihrem jüngeren Bruder von einem Lehrer unterrichtet zu werden, wobei sie auch griechisch lernt. Letzteres soll für sie zum Vorteil werden. Im Verlauf ihres spannenden Lebens gelangt sie erst zu einem Bischof.

Später schafft sie es, als Johannes Anglikus, Mönch in einem Kloster zu werden. Dort eignet sie sich zahlreiche medizinische Kenntnisse an. Als es ihr gelingt, eine scheinbar Aussätzige zu heilen, glaubt man, sie vollbringe Wunder und weiht sie zum Priester. Aus wachsender Angst, sie werde als Frau enttarnt, muss sie aber irgendwann fliehen.

Im gelungenen szenischen Lesen vermittelten Wagner, Beil, Detlef Scheiber, Tatjana Eck und Eva Bauer einen Eindruck der spannenden, romantischen und manchmal auch humorvollen Handlung.

Opfer von Intrigen

Über Umwege gelangt Johanna schließlich nach Rom, wo sie als Arzt den Armen hilft. Zur scheinbaren Heldin wird sie, als sie es schafft, den Papst zu heilen. Doch nicht jeder ist mit dessen Genesung glücklich, denn so werden Machenschaften deutlich, von denen der Heilige Vater ahnungslos war.

Johanna wird Opfer von Intrigen, aus denen sie sich aber mit Glück befreien kann. Nach dem Tod des Papstes kommt es dazu, dass Johannes Anglikus und damit Johanna zu dessen Nachfolger wird. Als dieser setzt sie sich für die Armen der Stadt und die Frauen ein. Das gefällt nicht jedem. Hinzu kommt ihre Liebe zu Markgraf Georg, die bedeutenden Einfluss nehmen wird.

„Es gibt im Stück viele schillernde Persönlichkeiten“, sagte der Regisseur. Manche Figuren, wie Johanna in ihren verschiedenen Altersstufen, müssen gleich von mehreren Schauspielern gespielt werden. „Es gibt Vieles und Schönes zu besetzen.“ Die Rollenverteilung sei noch vollkommen offen.

Das Casting für die Rollen findet am 20. und 21. Oktober im Proberaum des Vereins im Amtshausgebäude statt. Dabei ist es wichtig, den vorab erhalten Text auswendig zu können. Eine Anmeldung zum Casting ist erforderlich. Die Rollenverteilung wird am 10. November bekannt gegeben. Probenbeginn ist am 26. Januar 2019. Zuerst wird im Probenraum geprobt, ab Ostern dann auf der Freudenburg. Die Generalprobe im Juni wird in diesem Jahr nichtöffentlich sein. Ab dem 22. Juni 2019 können sich dann die Zuschauer über das Stück freuen.

Scheiber bat abschließend die Anwesenden: „Tragt die Idee weiter, sprecht weitere Schauspielinteressierte und potenzielle Helfer an!“