Freudenberg

Gemeinderat Kommunalpolitiker beschäftigten sich mit der Kindergartenbedarfsplanung / Über 90 000 Euro an Investitionskosten

Sicherung aller Einrichtungen das Ziel

Der Freudenberger Gemeinderat beschäftigte sich in seiner Sitzung am Montag mit einer ganzen Reihen Themen, die die Zukunft der Stadt maßgeblich beeinflussen werden.

Freudenberg. Stadtentwicklung, Kinderbetreuung, Tourismus und schnelles Internet waren Zukunftsthemen, die in der Sitzung des Gemeinderats im Sitzungssaal des Rathauses behandelt wurden. Die Verwaltung informierte über die Kindergartenbedarfsprognose und Ausbaumöglichkeiten der Betreuung. „Die Kindergärten sind uns lieb und teuer“, führte Bürgermeister Roger Henning in das Thema ein. Einig war er sich mit allen Räten, dass es gelte, die drei Betreuungseinrichtungen in Freudenberg, Boxtal und Rauenberg zu erhalten. Positiv sind für das Stadtoberhaupt die steigenden Kinderzahlen, die nun sogar eine Erweiterung der angebotenen Plätze nötig machen.

„Wir haben viel getan, um die Kindergärten zukunftsfähig aufzustellen“, verwies er beispielsweise auf die Ganztagesplätze. Die Prognose der zukünftigen Kinderzahlen für die Einrichtungen seien mit einigen Unsicherheiten behaftet, da zahlreiche Faktoren eine Rolle spielen. Dazu gehören neben den Geburtenzahlen Zu- und Wegzüge, aber auch die Entscheidung von Eltern aus Freudenberger Ortsteilen, ihre Kinder beispielsweise in den Nassiger Kindergarten zu bringen. Andersherum könnten auch Kinder aus Wertheimer Ortschaften Freudenberger Einrichtungen besuchen.

Dank sprach er der kirchlichen Verrechnungsstelle für die gute Zusammenarbeit auch in Sachen Prognoseerstellung aus. Verwaltungsmitarbeiter Markus Tremmel verdeutlichte, dass die Zahl der Kinder einer Einrichtung nicht der Zahl der belegten Plätze entspricht. So bindet ein Kind unter drei Jahren rechnerisch zwei Plätze.

Bei der Einrichtung in Freudenberg sind zurzeit 95 Plätze belegt. Die Prognose für das Kalenderjahr 2018 liegt bei 74 bis 89 Plätzen. In der Krippe stehen 25 Plätze zur Verfügung.

In Boxtal werden Kinder ab zwei Jahren bis zum Schuleintritt betreut. Die Belegungszahl des aktuellen Kindergartenjahres liegt bei 16 bis 22 Plätzen. Prognostiziert sind elf bis 21 belegte Plätze.

In Rauenberg werden Kinder von drei Jahren bis Schuleintritt betreut. Die aktuelle Auslastung liegt bei 22 bis 24 Plätzen bei 24 Plätzen Verfügbarkeit. Prognostiziert wird ein Wachstum auf 29 bis 32 belegte Betreuungsplätze.

Die Verwaltung stellte drei mögliche Entwicklungsperspektiven für die Einrichtungen in Boxtal und Rauenberg vor. Variante A sieht für den Ausbau eine Mischung aus Ganztagsplätzen und Plätzen für Kinder unter drei Jahren (U3) in beiden Kindergärten vor. Variante B setzt auf eine maximale Kinderzahl und den Verzicht auf U3 Plätze in den beiden Einrichtungen. Variante C konzentriert sich auf eine maximale Platzzahl für Kinder unter drei Jahren.

Als Optimallösung schlägt die Verwaltung eine Kombination vor. So sollen in Rauenberg mit Variante B möglichst viele Kinder betreut werden. Aufgenommen werden sollen Kinder ab drei Jahren, maximal drei Kinder könnten mit Ausnahmegenehmigung ab 2,9 Jahre die Einrichtung besuchen.

Für den Ausbau von Boxtal schlägt man Variante C vor, wobei dort auch weiterhin Kinder ab zwei Jahren aufgenommen würden. Im Maximalfall wären so insgesamt 70 Plätze in Gruppen mit Verlängerten Öffnungszeiten oder Ganztagsbetreuung vorhanden.

Unter Berücksichtigung aller U 3 Kinder komme man immer noch auf eine Gesamtkapazität von 58 Plätzen dieser Arten. Für die Erweiterungen sind Investitionen in beiden Einrichtungen nötig, hieß es in der Sitzung. Diese resultiert nicht nur aus dem wachsenden Platzbedarf. Wegen des Ausbaus ist eine Nutzungsänderung zu beantragen. Damit falle, so Tremmel, der bisherige Bestandschutz weg und die neuen gesetzlichen Regelungen greifen, was weitere bauliche Veränderungen verursache. Die Investitionen bezifferte er brutto für Rauenberg auf 42 500 Euro und für Boxtal auf 51 170 Euro.

Zu beachten sei auch, dass die Schlafräume auf die maximale Kinderzahl und nicht den aktuell realen Bedarf auszulegen sind, weshalb man diese größer bauen müsste.

Für die Finanzierung sind Zuschüsse des Regierungspräsidiums möglich. Diese liegen je nach Platzart bei 3500 bis 7000 Euro pro neu geschaffenem Platz.

Henning fasste den komplizierten Sachverhalt nochmals zusammen: „Unser Kernziel ist die Sicherung aller Einrichtungen und eine Schaffung eines maximalen Angebots an Ganztagsplätzen.“ Eine Betreuung ab einem Jahr werde es aber weiterhin nur ein Freudenberg geben.

Mit steigender Kinderzahl steigen auch die Personalkosten. Die Personalstellen passe man dem aktuellen Bedarf an. Dank sprach er den Kirchengemeinden aus, die bereit sind die Kostensteigerungen mitzutragen.

Die Vorschläge werden in nächster Zeit auch den Ortschaftsräten zur Diskussion vorgelegt. Die endgültige Entscheidung des Gemeinderats soll im Juni oder Juli fallen.

Ortschaftsrat und Rauenbergs Ortsvorsteher Siegbert Weis regte an, dass sich die Ortschaftsräte aller Ortsteile zu einer Besprechung treffen, um ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten. Dazu sollen auch Vertreter der Kirchengemeinden eingeladen werden. Henning sagte zu, dies anzustoßen. bdg