Freudenberg

Sitzung des Gemeinderats Landrat Reinhard Frank zu Besuch

Viele Fragen an den Landkreischef, aber keine Versprechungen gegeben

Freudenberg.Viel zu sagen hatte Landrat Reinhard Frank bei seinem Besuch am Montagabend in der Sitzung des Freudenberger Gemeinderates. So viel, dass sein ursprünglich auf 20 Minuten angesetzter Vortrag fast doppelt so lange dauerte.

Kreisumlage senken

Bevor er aber an die Reihe kam, nutzte Bürgermeister Roger Henning die Gelegenheit, dem Kreischef zunächst für die gute Zusammenarbeit zu danken und ihm auch gleich einen Wunsch mit auf den Weg zu geben: "Ich fände es nicht schlecht, wenn in wirtschaftlich so guten Zeiten wie jetzt, die Kreisumlage gesenkt werden könnte, um nicht ganz so finanzstarken Kommunen zu helfen."

Auf wirklich offene Ohren beim Landrat stieß der Bürgermeister damit allerdings nicht. Frank konzentrierte sich lieber darauf, darzustellen, "was die große Schwester Landkreis für die kleine Schwester Freudenberg tut und tun kann", welche kommunalen und welche staatlichen Aufgaben das Landratsamt hat und mit welchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern man das alles erledigt. "Wir achten darauf, dass ihr keinen Blödsinn macht", beschrieb er etwa die Aufgabe der Kommunalaufsicht.

Natürlich benannte er auch die Investitionsschwerpunkte des Kreises, nannte Digitalisierung, Bildung, den Gesundheitssektor und manches mehr. Zudem sprach er von der schwierigen Situation, dass man sich einerseits über steigende Einnahmen freuen könne, gleichzeitig aber auch höhere Ausgaben im Sozialbereich bewältigen müsse. Es gehe darum, die Verschuldung im Griff zu behalten und trotzdem vernünftig zu investieren.

Gleichwohl mahnte Ellen Schnellbach (CDU) mehr Geld für den Straßenbau beziehungsweise die Instandhaltung an, während Peter Eckert (CDU) die Kontrolle der gelben Säcke und vor allem die Tatsache auf den Nägeln brannte, dass die Kommunen die Behältnisse beseitigen müssen, die vom Abfuhrbetrieb nicht mitgenommen werden.

Hartmut Beil (SPD) wiederum sprach sich dafür aus, dass die Schülerbeförderung kostenlos sein solle. Vielleicht könne man zumindest den Zuschuss erhöhen, sekundierte Bürgermeister Henning. Widersprochen wurde ihnen allen vom Landrat nicht, Versprechungen machte er aber auch nicht, denn "einer muss das alles bezahlen".

Das Geld, das durch die Geschwindigkeitsüberwachung in der Hauptstraße in die Kassen fließt, gehört dem Kreis, so Frank unmissverständlich auf eine entsprechende Anmerkung von Zuhörer Jakob Lang.

Brückenbau

Der hatte auch Aussagen zum Brückenbau vermisst und eine Ankündigung, dass der Landrat an der Informationsveranstaltung zu dem Thema in Collenberg Ende des Monats teilnehmen werde. Dies wird an seiner Stelle der Leiter des Straßenbauamtes tun, kündigte Reinhard Frank an. Er berichtete außerdem, dass im Bereich des Tremhofes die Kurvenverlegung der L 2310, der Kiesabbau und der Lückenschluss des Radweges kommen werde. Entsprechende Verträge seien unterschriftsreif, Probleme gelöst. ek