Freudenberg

Ortschaftsrat Gremium entscheidet bei Termin vor Ort / Unverständnis für „Sockelverbot“

Wessental bekommt Urnenfeld

Archivartikel

Wessental.Der Ortschaftsrat Wessental war am Freitag überzeugt: „Entscheidungen lassen sich vor Ort am besten treffen.“ Deshalb fand die Sitzung direkt auf dem Friedhof des Dorfs statt. Die Räte berieten dort über das Anlegen eines Urnengrabfeldes. Solche Felder gibt es bereits in den anderen Freudenberger Ortsteilen. In Wessental gibt es aktuell nur ein Urnengrab. Andere Urnenbestattungen erfolgten bisher in regulären Reihenerdgräbern. Ortsvorsteher Roland Hildenbrand hatte als Entscheidungshilfe Fotos von den Urnengrabfeldern der anderen Ortsteile mitgebracht.

Die Räte mussten über die Grabgröße, die Fläche zwischen den Gräbern und die Möglichkeit von Komplettabdeckungen sowie Einfassungen beraten. Neben dem bestehenden Urnengrab sollen auf der Wiese an der südlichen Friedhofsmauer sieben weitere Urnengräber entstehen. Die Räte stellten im Zusammenhang mit der Lage fest, dass die dort am Hang stark wachsenden Büsche im Herbst entfernt werden müssen. Die Breite der Gräber ist auf 70 Zentimeter festgelegt. Die Länge, zwischen Weg und Mauer, dürfte laut geltender Vorschriften maximal 1,20 Meter betragen. Die Räte legten die Länge der Gräber jedoch auf den üblichen einen Meter fest. Dieser wird ab der vorderen Fundamentkante gemessen. Die Fläche für den Grabstein kommt damit noch hinzu.

Hildenbrand gab den Räten die Information von Bernhard Eckert von der Stadtverwaltung Freudenberg weiter. Dieser erklärte in einem Schreiben, laut Friedhofsordnung sind bei Urnengräber kein Sockel für Grabsteine zulässig. Die Steine müssen direkt auf dem vorhandenen Fundament stehen. Die Regel stieß bei den Räten auf Unverständnis, da jedes andere Grab auf dem Friedhof einen solchen Sockel hat. Außerdem sei der Grabstein ohne einen solchen Sockel nicht hoch genug, so die Gremiumsmitglieder. So baten sie, die Regelung nochmals zu überprüfen. Hildenbrand wird Eckert zu einem Vor-Ort-Termin einladen und das Thema besprechen.

Neben der Grabgröße beschlossen die Räte auch alle weiteren Punkte einstimmig. So wird es den Angehörigen erlaubt sein, dass Grab mit einer Einfassung zu versehen. Ob sie diese anbringen lassen, ist ihnen jedoch freigestellt.

Weiter wurden beschlossen, dass die ersten vier Urnengräber stehende Grabsteine erhalten müssen. Bei der Gestaltung der Gräber selbst, sind die Angehörigen frei. Die Urnengräber fünf bis acht sind als Grabstätten mit kompletter Abdeckung durch eine Platte vorgesehen. „So können wir eine Wahlmöglichkeit bieten“, war der Ortsvorsteher überzeugt.

Für die Gestaltung der rund 30 Zentimeter breiten Zwischenräume zwischen de Urnengräbern entschied sich das Gremium für Trittplatten. Eine Gestaltung dieser Zwischenbereiche mit Kies stieß hingegen nicht auf ihr Interesse.

Diskutiert wurde auch, ob acht Urnengräber ausreichen. Man kam jedoch zum Entschluss, dass die Zahl anfangs genüge, auch da einige Urnenbestattung wohl weiterhin in den Familiengräbern stattfinden werden. bdg