Freudenberg

Fünfte Jahreszeit Vereine und Familien machen den Umzug zu einem Erlebnis / Frauengemeinschaft stellt die aufwendigsten Kostüme

„Wir halten Fasching am Leben“

Dass auch ein kleines Dorf viel auf die Beine stellen kann, bewies in diesem Jahr der Faschingsumzug der Rauenberger am Rosenmontag.

Rauenberg. Neben den Vereinen beteiligten sich auch einige Familien und Einzelpersonen am kreativen Faschingszug vom Feuerwehrhaus zum alten Milchhäusle, wo weiter gefeiert wurde.

Die Herausforderungen, die mit Fasching, insbesondere den bunten Abenden, verbunden sind, nahm sich die Feuerwehr an. Auf dem Sarg, den sie zogen, standen die Probleme. Das Duo Grein hat als Kapelle aufgehört und so braucht man einen Nachfolger. Außerdem muss man immer genügend Helfer finden. Eines machten aber die umgehängten Schilder der Wehrmänner klar: Das ganze wird kein Trauerzug, denn „Wir geben nicht auf und halten Fasching am Leben“, hieß es da. Denn jeder weiß: „Totgesagte leben länger.“

Für die musikalische Unterhaltung sorgte wie immer der Musikexpress der Musikkapelle Rauenberg. Der Gesangverein stellte den Wagen für die närrischen Kinderhoheiten Prinzessin Kaja Hildenbrand und ihren Prinzgemahl Jonathan Münkel. Zusammen mit ihrem Gefolge versorgten sie kleine und große Zuschauer mit Süßem und feuerten sie mit Helau-Rufen an. Besonders aufwendige Kostüme hatten sich die Mitglieder der Frauengemeinschaft geschaffen. Sie spazierten als personifiziertes „Dinner for one“ oder wie der Rauenberger sagt „Essen für An“ durchs Dorf. Jede Dame in ihrem weißen Kleid hatte einen weiß gedeckten Tisch aus Sperrholz um sich herum. Darauf befestigt waren feinsten Porzellan, Hähnchen und Brezeln. Neben den unechten Dekospeisen hatten sie echtes Essen dabei, mit dem sie das Publikum versorgten. Sie selbst wurden von ihren persönlichen Butlern bestens umsorgt. Hungrig musste auch das Publikum nicht nach Hause. Neben Bonbons verteilten die Gruppen massig Backwaren und Schmalz- und Laberwurstschnitten, aber auch flüssige Nahrung.

Als lachende und freche Emojies kamen die Fußballer und der Nachwuchs des Sportvereins daher. Eine Familie setzte ganz auf den Teufelslook, andere Einzelpersonen, die am Zug teilnahmen, erschienen als Einhörner und andere plüschige Gestalten. Der Heimat- und Kulturverein warf einen Blick in die Zukunft und kritisierte, dass die Stadt Freudenberg sich bisher noch nicht ausreichend um die Schaffung eines Treffpunkts im Dorf gekümmert hat. „Der Bürgertreff klingt in den Ohren, doch bis der kommt, sind wir Senioren“, titeln sie. Das dies gar nicht so schlimm sein könnte, bewiesen sie mit ihren schwer beladenen Rollatoren. „Wir sind zwar nicht mehr ganz so jung, doch wir haben noch ganz viel Schwung“ verkündeten sie und bewiesen dies mit etwas Rollatorsport. Überhaupt gelte: „Die Alten kümmern sich ums Ort, die Jungen gehen lieber fort.“ Das dies nicht ernst gemeint war, zeigte das Engagement vieler junger Rauenberger beim Umzug. Überraschungen gab es auch aus dem Publikum. So spielte eine Rauenbergerin von ihrer Treppe aus mit dem Schifferklavier ein Ständchen für die Narren. bdg