Fußball

WFV-Pokal Der FSV Hollenbach sieht sich nach packendem Pokalkampf gerüstet für die am kommenden Wochenende startende Saison

120 Minuten, 22 Elfmeter, ein Rückkehrer

FSV Hollenbach - SG Sonnenhof Großaspach 9:10 n.E. (0:0)

Hollenbach: Hörner, Amon, Zeller, Nierichlo, Michael Kleinschrodt (85. Hutter), Nzuzi (119. Schülke), Uygun, Hofmann, Walz, Czakar, Hartwig (64. Minder).

Großaspach: Reule, Leist, Bösel (62. Schiek), Binakaj (60. Rodriguez), Sohm, Gyau, Röttger (79. Baku), Hägele, Gehring, Vitzthum (118. Hoffmann), Pelivan.

Elfmeterschießen: 0:1 Pelivan, 1:1 Uygun, 1:2 Sohm, 2:2 Walz, 2:3 Hägele, 3:3 Czaker, Hoffmann schießt über das Tor, 4:3 Amon, 4:4 Gyau, Reule hält gegen Nierichlo, 4:5 Leist, 5:5 Hofmann, 5:6 Gehring, 6:6 Hutter, 6:7 Schiek, 7:7 Schülke, 7:9 Baku, 8:8 Minder, 8:9 Rodriguez, 9:9 Zeller, 9:10 Reule, Reule hält gegen Hörner. - Besondere Vorkommnisse: SG-Co-Trainer Blasic von der Bank verwiesen, weil er während der Halbzeit zu stark beim Schiedsrichter reklamiert hatte. - Schiedsrichter: Tobias Eisele (Korntal). - Zuschauer: 539.

Im Tennis hätte man wohl von einem Matchball gesprochen - bei eigenem Aufschlag. Nico Nierichlo schritt als zehnter Schütze des Elfmeterschießens vom Mittelkreis in den Strafraum. Ihm war klar: Wenn er trifft, hat der FSV Hollenbach die Pokalsensation geschafft, und als Verbandsligist den Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach aus dem WFV-Pokal geworfen. Doch der 28-Jährige scheiterte mit seinem Schüsschen am Gäste-Torhüter Maximilian Reule. "Ich wollte ihn hoch in die Mitte hauen, doch ich habe ihn nicht richtig getroffen", verriet er nach dem Spiel. 1000 Gedanken seien ihm durch den Kopf gegangen.

Es folgten sage und schreibe zwölf weitere Schützen, ehe dann doch der Favorit die "Jako-Arena" als Sieger verließ, weil Philipp Hörner als elfter FSV-Spieler ebenfalls an Reule gescheitert war.

Ausgerechnet Hörner, ist man geneigt zu sagen, denn der Youngster im Tor des Oberliga-Absteigers lieferte eine bärenstarke Partie ab und zeichnete sich nicht nur durch sehenswerte Paraden, sondern auch durch Übersicht und gutes Mitspielen aus (Spielbericht war schon über das Wochenende auf www.fnweb.de zu lesen). Allzu verständlich war es da, dass Hörner ein paar Tränen über die Wangen kullerten und er von seinen Teamkollegen getröstet werden musste. Gäste-Trainer Sascha Hildmann fürchtete wegen der vielen "Elfer" um seine Gesundheit: "Ich war einem Herz-Kranz-Gefäß-Katarrh nahe."

Starkes Geburtstagskind

Die gute Laune des Nico Nierichlo war aber gar nicht verdorben. Warum auch? Der Routinier hatte eine prima Partie im defensiven Mittelfeld absolviert - und zudem am Samstag noch Geburtstag. "Dieses Spiel macht mir Mut für die Runde", sagte er und machte keinen Hehl daraus, dass es sein Ziel sei, mit dem FSV Hollenbach sofort wieder zurück in die Oberliga Baden-Württemberg aufzusteigen. Erfreulich erfrischend und ehrlich. Herumlavieren ist nicht die Sache des Nico Nierichlo: Das sieht man auch an seiner kompromisslosen Spielweise.

Optimistisch, aber nicht ganz so offensiv, zumindest öffentlich, geht Trainer Marcus Wenninger die neue Runde an: "Wir haben gezeigt, dass wir in der Verbandsliga vorne mitspielen können."

Vor allem die körperliche Fitness stimmt zuversichtlich. Der FSV Hollenbach brach gegen die Profis aus der 3. Liga, die schon vier Saisonspiele absolviert haben, nicht ein, noch nicht einmal in der Verlängerung. Auch deshalb stellte Wenninger fest: "Ich würde nicht sagen, dass wir uns in die Verlängerung gerettet haben."

Erfreulich war zudem, dass die Hohenloher nicht nur verteidigten, sondern trotz der offensichtlichen Überlegenheit des Gegners mutig ihre Ballpassagen suchten und Fußball spielten. Zwei, drei gute Chancen für die Heimmannschaft waren der verdiente Lohn dafür.

Dieses mitreißende Pokalspiel hätte aber auch eine ganz andere Geschichte schreiben können - nämlich die des Pascal Sohm. Der ehemalige Hollenbacher war an so ziemlich allen guten Offensiv-Aktionen der SG Sonnenhof Großaspach beteiligt, doch fehlte ihm das Fortüne. "Ich habe es wohl nicht übers Herz gebracht", sagte der 25-Jährige, der 2013 von Hollenbach nach Ulm und ein Jahr später "an den Sonnenhof" gewechselt ist. Der Offensiv-Spieler musste nicht mit der Mannschaft im Bus anreisen, sondern durfte mit Genehmigung des Trainers direkt mit dem Pkw von seinem Wohnort Forchtenberg anreisen. Deshalb blieb er mit den vielen alten FSV-Kumpels nach dem Spiel auch noch eine Weile zusammen sitzen. Nico Nierichlo jedenfalls gab die Parole aus: "Gefeiert wird trotzdem."

Am kommenden Samstag geht es für den FSV in Ilshofen erstmals um Verbandsliga-Punkte. Und die Hollenbacher scheinen gerüstet für die neue Saison.