Fußball

Verbandsliga Nordbaden Nach Laudas Heimniederlage ging es um die Zukunft von Trainer Marcel Baumann / Verletzte als Hauptgrund

19 Jahre zwischen Triumph und Tristesse

Archivartikel

Samstag, 20. Mai, 2000, letzter Spieltag in der Oberliga-Saison 1999/00: Mit dem 2:0-Heimsieg gegen die SG Kirchheim wird der FV Lauda Vizemeister und verweist die Heidelberger Vorstädter auf den dritten Platz. Bis heute war diese Vizemeisterschaft der größte Erfolg in der FV-Historie. – Samstag, 9. März 2019, 21. Spieltag der Verbandsliga-Saison 2018/19: Mit der 2:3-Heimniederlage gegen den Letzten SG Kirchheim bleibt der FV Lauda Vorletzter. Der erneute Abstieg in die Landesliga ist bei elf Zählern Rückstand ans rettende Ufer kaum mehr vermeidbar.

Knapp 19 Jahre liegen zwischen Triumph und Tristesse. Die Zeiten haben sich geändert beim Traditionsverein aus dem Taubertal. „Das schaffen wir nicht mehr“, sagte der ernüchterte FV-Präsident Gerhard Schmetzer. Trainer Marcel Baumann sprach von einem „heftigen Niederschlag“ und fügte an: „Normalerweise habe ich immer eine Erklärung, aber dieses Mal fehlen mir wirklich die Worte.“

FV zu verkrampft

Es war schon ein rechter Murks-Kick vor kärglicher Zuschauerzahl. Der Unterschied dieser beiden potenziellen Verbandsliga-Absteiger war der, so irre es sich auch anhören mag, dass die SGK aufgrund ihrer desolaten Punktezahl von null frei aufspielen konnte. Der FV Lauda hingegen wirkte oft zu verkrampft, zu verbissen und deshalb ohne Esprit, weil man diese Begegnung unbedingt gewinnen musste, um sich noch die Mini-Chance auf den Klassenerhalt aufrecht zu erhalten.

„Unsere Verletztenzahl ist verheerend. Wir haben fünf Langzeitverletzte, dazu kamen noch zwei kranke Spieler. Das können wir einfach nicht kompensieren“, sagte Baumann, der sich sicher ist, dass der FV „mit voller Kapelle“ eine realistische Chance auf den Klassenerhalt gehabt hätte. Nun werden es aber 13 elend lange Partien bis Saisonschluss. „Ich werde es den Spielern sagen, dass sie die Spiele ehrenhaft durchziehen müssen“, sagte Schmetzer. Und Baumann fügte hinzu: „Es geht jetzt darum, dass sich die Spieler ordentlich verhalten.“

Und wie verhält sich der Coach? Nach dem Spiel setzten sich Baumann und sein Trainerteam mit dem Vorstand des FV zusammen, um die Zukunft zu besprechen. „Wir haben unsere Vorstellungen ausgetauscht“, sagte Baumann gestern und betonte, dass der FV trotz einiger anderer ihm vorliegender Angebote weiter „im Rennen ist. Ich bin stolz, hier zu sein.“ Gerhard Schmetzer betonte, dass er auch in der Landesliga gerne mit dem lizenzierten Trainer weiter machen würde. Und so ging man auseinander: In 14 Tagen wird sich Baumann gegenüber dem Verein erklären, ob er auch in der kommenden Saison den FV trainieren wird – dann nicht in der Oberliga, auch nicht in der Verbandsliga, sondern wieder in der Landesliga.