Fußball

Relegation um die Landesliga Odenwald Auch dank der individuellen Klasse ihres Trainers steht Schloßau im „Finale“ / Neuzugänge für Reicholzheim/Dörlesberg

Auf dem Feld wird aus dem Schäfer ein Kaiser

Archivartikel

Schloßau – Reicholzheim/D. 3:1

Schloßau: Trunk, Ihrig, Schäfer, Brech (25. Gornik), Proksch, Scheuermann (82. Galm), Link (3. Benig), Blumenschein (90. Geier), Böhm, Stuhl, Schulte.

Reicholzheim/Dörlesberg: Hofer, Trauth, C. Schlör, M. Köhler, Gogollok (90. Ehrlenbach), L. Köhler, Roth (70. N. Schlör), S. Köhler, Bick (82. Andersen), Schumacher, Lampert.

Tore: 0:1 (17.) Schumacher, 1:1 (53.) Schäfer, 2:1 (65.) Schäfer, 3:1 (72.) Gornik. – Schiedsrichter: Niklas Hetzel (Mosbach). – Zuschauer: 1100 in Altheim.

Die Enttäuschung dauerte nur wenige Minuten: Schnell war Mannschaft, Trainer, Fans und Betreuern klar, dass dieses Relegationsspiel gegen den FC Schloßau um den letzten freien Platz in der Landesliga Odenwald eine Bonus-Begegnung war. „Ich seid die Geilsten“, rief Spielertrainer Rafael Gogollok in Richtung Fans, die ihre Mannschaft lautstark angefeuert hatten und trotz der 1:3-Niederlage feierten (der Spielbericht steht seit Samstag online).

„Bei uns ist im zweiten Durchgang die Kraft geschwunden“, stellte Gogollok fest. Mit großer Laufbereitschaft hatte man die Schloßauer überrascht und war verdient in Führung gegangen. „Doch dann haben sie schön den Ball laufen lassen“, sagte der VfB-Coach anerkennend. Gogollok war entspannt: Das Team bleibt in der Kreisliga zusammen und wird weiter verstärkt, unter anderem durch Anton und Stefan Ochs von der SV Viktoria Wertheim.

In welcher Liga der FC Schloßau in der kommenden Saison spielt, ist noch ein paar Tage offen. Mit einem weiteren Sieg am kommenden Samstag gegen Neunkirchen wäre die direkte Rückkehr in die Landesliga gelungen. „Das Spiel hat gezeigt, dass wir alle Mann brauchen und dass wir auch ab den Spielern 13 und 14 keinen Qualitätsabfall im Team haben“, sagte Christian Schäfer, der spielende Trainer beim FC. Früh musste er zweimal wechseln, darunter Top-Torjäger Lukas Brech, doch seine Mannschaft wurde nicht schwächer, sondern stärker, womit der Sieg auch verdient war.

Mannschaft hin oder her – Schäfer selbst war nicht nur wegen seiner beiden Tore maßgeblich am Sieg der Seinen beteiligt. Hinten, vorne, rechts, links. überall war er zu finden und kurbelte an. Bereits während seiner Regionalliga-Zeit in Neckarelz schätzten Trainer und Mitspieler seine Vielseitigkeit, weshalb ihn der damalige Torhüter Philipp Trautmann hochachtungsvoll „Kaiser“ taufte. Und am Samstag zeigte Schäfer, dass in diesem Kosenamen eine Menge Wahrheit steckt.