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Fußball Zur dringend notwendigen Regionalliga-Reform gibt es mehrere verschiedene Denkansätze

Der Blick über den eigenen Tellerrand gelingt nur selten

„Die 3. Liga hängt mittendrin zwischen Profiligen und Amateurfußball, eingequetscht wie ein Meniskus“, analysierte zuletzt Unterhachings Präsident Manfred Schwabl den Zustand der dritthöchsten deutschen Spielklasse.

Dabei kommt auf die Drittliga-Vereine mit der angestrebten Regionalliga-Reform erneut eine Veränderung zu. „Man muss abwarten, was da am Ende herauskommt. So eine Umgestaltung würde ja auch große Auswirkungen auf die unteren Klassen haben“, teilt Felix Wiedemann, der stellvertretende Geschäftsführer der Regionalliga Südwest, zu dieser Thematik mit. Die aktuell angedachten Pläne, die Regionalliga Nordost mit den Regionalligen im Norden und in Bayern zu verschmelzen, stoßen gerade bei den Nordost-Vereinen auf heftigen Widerstand. „Der ostdeutsche Fußball wird so ein Stück kaputt gemacht. Es wäre wahrscheinlich das Ende von Clubs, die unter reinen Amateurbedingungen in der vierten Liga arbeiten“, mahnt zum Beispiel Lok Leipzigs Geschäftsführer Martin Mieth.

Denkansatz falsch oder richtig?

Seine Aussage deckt sich mit dem Ergebnis einer vom Norddeutschen Fussballverband (NOFV) in Auftrag gegebenen Umfrage. Da sprachen sich 14 der 18 Vereine klar für den Erhalt der Regionalliga Nordost aus. Für Erfurts Sportdirektor Oliver Bornemann ist dies allerdings der falsche Ansatz: „Man sollte überlegen, ob es nicht Sinn macht, die Regionalligen wieder in die Obhut des DFB zu übertragen, um einen Einklang herzustellen, da die fünf Verbände scheinbar zuerst nur ihre Interessen verfolgen und dann über geographisch sinnvolle Lösungen nachzudenken.“

Weiter betont der 43-Jährige, dass man aus meiner Sicht Deutschland in vier geographisch etwa gleich große Teile gliedern könne. Damit wären vier Regionalligen denkbar. „Aus diesen vier Ligen könnten dann die Meister direkt aufsteigen.“

Bayern lehnt Erhöhung ab

Dagegen verweisen die Vereinsvertreter der Regionalliga Bayern auf ihre gemeinsam verfasste „Wendelsteiner Vorlage“. Dort heißt es unter anderem: „Eine Erhöhung der Anzahl der in der 3. Liga teilnehmenden Mannschaften von 20 auf 22 und damit einhergehend eine Erhöhung der Anzahl der Auf- und Absteiger zwischen der Regionalliga und 3. Liga von drei auf fünf wird mehrheitlich abgelehnt.“

Dazu betont Christoph Heckl, Vorstand beim FC Ingolstadt und Sprecher der Regionalliga Bayern: „Allerdings würden die bayerischen Spitzenklubs die Vereine der Regionalligen Nord und Nordost unterstützen, wenn diese ihre jeweiligen Ligen mit einer sich daraus ergebenden Relegation um zwei Aufstiegsplätze zur 3. Liga zwischen den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern erhalten wollen.“ Nach einer breiten Zustimmung für diesen Vorschlag sieht es aber nicht aus. Am 19. März treffen sich in Peißen/Landsberg (Sachsen-Anhalt) die Vertreter der Regionalligen Nord, Nordost und Bayern sowie deren Vereine aus der 3. Liga, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Rechtlich entschieden wird dann auf dem DFB-Bundestag am 26. und 27. September 2019 in Frankfurt/Main.

„Um einen Kompromiss zu finden, müssen sich alle Seiten bewegen“, setzt DFB-Präsident Rainhard Grindel die beteiligten Regionalverbände unter Druck.

Zuletzt hat sich die Mehrheit der Drittligavereine in einer gemeinsamen Erklärung kompromissbereit gezeigt: „Um endlich eine faire und nachhaltige Lösung zu finden, erklären sich 19 Drittligisten weiterhin bereit, das ursprüngliche Entgegenkommen zur Zustimmung für vier direkte Absteiger statt zuvor drei beizubehalten und damit die Voraussetzung für vier direkte Aufsteiger aus den Regionalligen zu schaffen.“