Fußball

TSV Crailsheim Zweite Saison in der Regionalliga

Der Jugend eine Chance

Archivartikel

Trotz des Umbruchs nach dem Abstieg aus der 2. Liga war man in Crailsheim zuversichtlich mit einem verjüngtem Team in die erste Regionalligasaison seit 13 Jahren gestartet. Das Ziel, im oberen Drittel mitspielen zu können, wurde allerdings weit verfehlt. Nach einer miserablen Vorrunde befand man sich mit nur elf Punkten auf dem zwölften und viertletzten Platz und damit in akuter Abstiegsgefahr. In der Rückrunde legten die Crailsheimerinnen dann gewaltig zu und verscheuchten gerade noch das Abstiegsgespenst.

Das Trainerteam mit Edgar Klärle als Chefcoach, seinem Co-Trainer Marco Schmitt sowie Martin Grund will in der neuen Saison an die gute Rückrunde anknüpfen und dabei stets das Hauptziel, junge Spielerinnen ins Team zu integrieren, fest im Auge behalten. Nicht weniger als acht Spielerinnen aus dem B-Juniorinnen-Team, das sich mit seiner Bundesliga erfahrenen Trainerin Anika Höß erneut den Klassenerhalt in der Bundesliga Süd sicherte, gehören nun zum Kader des Regionalligisten. Vier von ihnen hatten schon in der Rückrunde regelmäßig Einsätze in der 1. Mannschaft und auch die anderen Spielerinnen kennt der Schäftersheimer Edgar Klärle aus seiner Zeit als Jugendtrainer beim TSV Crailsheim.

Eine vergleichsweise schon sehr erfahrene Spielerin, die 23-jährige Malin Marquardt vom Verbandsligisten TSV Neuenstein, ist eine Alternative für die Abwehr und die 18-jährige kroatische Jugendnationalspielerin Helena Spajic soll das Mittelfeld der Crailsheimerinnen verstärken und damit auch die Offensive des TSV beleben.

Nur 29 Tore erzielten die Crailsheimerinnen in 28 Punktspielen, also im Schnitt nur einen Treffer pro Spiel. Die beste Torschützin der „Horaffen“ war Mittelfeldspielerin Luisa Scheidel, die acht Mal erfolgreich war. Die 23- Jährige Wachbacherin spielt schon zehn Jahre in Crailsheim und gehörte auch schon in der 2. Bundesliga zum festen Stamm der 1. Mannschaft. Sie kommt aus einer dem Fußball sehr verbundenen Familie, „Wir haben früher jeden Tag auf der Straße gespielt“, erinnert sich Luisa Scheidel, die sich schon im „Bambinialter“dem SV Wachbach anschloss und bis zur D-Jugend in den Jungenteams spielte, ehe sie 2008 zu den B-Mädchen des TSV Crailsheim wechselte. „Es war sicherlich sehr vorteilhaft und lehrreich für mich, dass ich schon in Jungenmannschaften gespielt habe“, ist sie überzeugt.

Luisa spielt im zentralen Mittelfeld des TSV Crailsheim. „Torgefahr, Zug nach vorne und schnelles Umschalten“ antwortet sie nach etwas Zögern auf die Frage nach ihren Stärken. „In Drucksituationen fehlt mir oft noch etwas die Ruhe“, sieht sie noch Verbesserungsbedarf.

Insgesamt sind beim TSV zehn Spielerinnen aus der Region in Crailsheim aktiv: Sophia Klärle ist aus Schäftersheim, Celine Pollak ist aus Niederstetten, aus Boxberg kommen Anna Horwath und Celia Kirbach, aus Krautheim Julia Specht, Nina Reuther und Maren Schmitt, aus Unterreichenrot bei Schrozberg sind die Schwestern Juliane und Simone Klenk. -

„Ich kann es mir selbst nicht erklären“, meint Luisa Scheidel zum schwachen Abschneiden im Jahr 1 nach dem Abstieg. „Unser Kader war nicht schlechter als in der 2. Bundesliga, in der wir in den ersten Jahren gut vorne dabei waren, meiner Ansicht nach ist die Regionalliga vom Niveau her näher an die 2. Liga herangerückt, es wird schneller gespielt, die Spielerinnen sind athletischer geworden und auch technisch auf einem guten Stand“. So hat man auch in Crailsheim das Saisonziel relativiert: „Im Vorjahr wollten wir ins vordere Mittelfeld, jetzt wollen wir uns einfach nur aus dem Abstiegskampf raushalten“, informiert Luisa Scheidel hw