Fußball

Fußball Nach elf Jahren steht Gerhard Schmetzer nicht mehr für das Präsidenten-Amt beim FV Lauda zur Verfügung / Verein schuldenfrei

„Die Person findet gut bestelltes Feld vor“

Gerhard Schmetzer ist ein „Macher“: Seit 2008 bekleidet er das Präsidenten-Amt beim FV Lauda und blieb dem Verein auch nach dem Krisenjahr 2012 und dem 100-jährigen Bestehen des Traditionsvereins 2013 in dieser Funktion erhalten. Dabei kommt der inzwischen im siebten Lebensjahrzehnt stehende Fußballbegeisterte weder aus Lauda oder dem Taubertal, sondern wohnt rund 60 Kilometer entfernt in Neuenstadt. Vor seiner Präsidenten-Wahl war er seit 1995 insgesamt 13 Jahre lang beim FV Lauda als Spielleiter tätig. Bei der baldigen Jahreshauptversammlung wird er nicht mehr zur wiederwahl zur Verfügung stehen. Jetzt sucht der FV händeringend einen Nachfolger, denn sonst ist der Fortbestand des momentan gut aufgestellten FV völlig ungewiss.

Herr Schmetzer, warum wollen Sie den Vorsitz beim FV abgeben?

Gerhard Schmetzer: Ein Ehrenamt darf auch ein Ende finden. Bei der Wiederwahl 2017 habe ich betont, dass ich nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung stehe, weil es für mich an der Zeit ist, loszulassen und den Staffelstab weiterzugeben.

Sind Sie traurig, wenn der FV Lauda diesmal wohl nach nur einer Spielzeit in der Verbandsliga wieder in der Landesliga spielt?

Schmetzer: Leider hatten wir verletzungsbedingt viele Ausfälle zu beklagen. Ein halbes Dutzend Spieler fehlt schon die ganze Saison; diese konnten wir nicht ersetzen und steigen deshalb wohl ab.

Warum hat eigentlich ein Präsident den Vorsitz des FV Lauda?

Schmetzer: Dem Präsidenten-Titel messe ich keine Bedeutung bei. Doch der 1913 gegründete FußballVerein nahm diese Bezeichnung auf ausdrücklichen Wunsch eines meiner Vorgänger in die Satzung auf; dabei ist es geblieben.

Die nächste Mitgliederversammlung steht an. Kann der FV jetzt noch einen Nachfolger, respektive eine Nachfolgerin, für Ihre Aufgaben finden?

Schmetzer: Noch habe ich die Hoffnung nicht verloren. Im Gegensatz zur Situation vor meiner Wahl 2008, als das Amt eineinhalb Jahre verwaist war, findet diese Person ein gut bestelltes Feld vor. Dank tatkräftiger Mithilfe meiner Vorstandskollegen steht der Verein mit Unterstützung von Sponsoren und der Stadt schuldenfrei da und kann dank geordneter Finanzen und einer exzellent weitgehend selbstständig geführten Jugendabteilung, deren Nachwuchsförderung im weiten Umkreis unerreicht ist, beruhigt in die Zukunft schauen.

Was wären denn überhaupt die Aufgaben eines FV-Präsidenten?

Schmetzer: Wenn ich einmal ausklammere, was ich aufgrund meiner Erfahrung im sportfachlichen Bereich erledigen konnte, könnte sich diese Persönlichkeit, die auch eine Frau sein kann, auf die durchaus reizvolle repräsentative Rolle beschränken. Es wäre zugleich ein Ansporn für weitere männliche Vorstandskollegen, die nicht nur einer Präsidentin gerne zuarbeiten würden, sondern sich auch als Beisitzer für die eine oder andere Aufgabe erwärmen können. Auch für weitere Aufgaben werden Mitstreiter gesucht; etwa als Stadionsprecher und Nachfolger von Jürgen Kluger, um nur eine vakante Position zu nennen.

Welchen Personenkreis für den Vorsitz und Vorstand haben Sie persönlich im Blick?

Schmetzer: Ich spreche bewusst auch die Eltern unserer Nachwuchskicker an, die mit Begeisterung dem runden Leder nachjagen und in allen Altersstufen begeistert in der A- bis F-Jugend kicken. Denn eine bessere Verbindung kann es doch nicht geben: Man weiß die Jungs gut beim FV aufgehoben und dank der sorgfältigen Ausbildung sind sie später auch in anderen Vereinen sehr willkommen. Da wäre es doch ein Leichtes, gegebenenfalls sich von vorneherein nur für eine begrenzte Zeit von drei, vier Jahren für ein Ehrenamt wählen zu lassen. Wir kooperieren im Nachwuchsbereich übrigens auch mit anderen Vereinen wie dem VfR Gerlachsheim und FC Grünsfeld. Neben ein wenig Fußballbegeisterung ist nicht unbedingt zusätzliches Expertenwissen verlangt. Denn das ist in reichlichem Maße im Vorstand vorhanden. Ich stehe natürlich noch mit Rat und Tat zur Seite.

Warum engagieren sich nicht mehr frühere Spieler, die dem Verein treu geblieben sind?

Schmetzer: Da sprechen Sie einen wunden Punkt an. Dem FV fehlt der Unterbau, weil früher viele Akteure im höherklassigen Fußball wie in der Oberliga von auswärts kamen und dann ihre sportliche Karriere beendeten oder anderswo fortsetzten. Bei „normalen“ Vereinen ist es üblich, dass sich Spieler nach Ablauf ihrer aktiven Laufbahn dann in anderer Funktion engagieren. Diese Spieler fehlen uns, doch bin ich guter Hoffnung, dass sich hier in Zukunft etwas bessert. Unsere Aktiven von heute sind da durchaus für Gespräche offen, wenn sie nicht nach dem Studium oder der Ausbildung das Taubertal verlassen.

Wenn sich ein potenzieller Kandidat aus dem Kreis der Sponsoren finden ließe, würden Sie sich freuen?

Schmetzer: Das wäre vorteilhaft, denn die Kontakte zu unseren Förderern kann nicht eng genug sein. Für Gespräche mit Interessierten bin ich jederzeit offen.