Fußball

Fußball Der große Landesliga-Kracher in Neckarelz / Nach dem Patzer gegen Königshofen will die Spvgg. den VfR wieder überholen

Die Rivalen direkt im Clinch

Archivartikel

Nur zwei Partien des 30. Spieltages der Landesliga sind in Sachen Meisterschaft oder Abstieg ohne größere Bedeutung; darunter auch das Prestige-Derby zwischen dem FC Grünsfeld und dem SV Königshofen. Dafür steigt die Spannung in der unteren Tabellenhälfte. Der SV Königshofen sorgte mit dem überraschenden 2:1-Sieg über die Spvgg. Neckarelz für einen erneuten Wechsel an der Tabellenspitze. Denn der VfR Gommersdorf erledigte seine Hausaufgabe und setzte sich mit dem 2:1-Heimsieg über den FC. Hundheim/Steinbach wieder mit einem Punkt Vorsprung an die Tabellenspitze. Fällt jetzt am Samstag im direkten Kräftevergleich in Neckarelz die Vorentscheidung? Die Trainer beider Teams wurden dazu befragt (siehe nebenstehende Kurzinterviews). Durch den Sieg des SV Nassig in Tauberbischofsheim und dem Remis zwischen Osterburken und Neunkirchen tauschten alle Landesligisten von Platz 13 bis 16 ihre Plätze.

Die Spvgg. Neckarelz setzt im Heimspiel am Samstag gegen den VfR Gommersdorf auf ihre makellose Heimbilanz. Die Mannschaft von Trainer Stefan Strerath ist nicht nur in dieser Runde daheim als einziger Landesligist ungeschlagen, sondern konnte auch seit 2002 alle Versuche der Jagsttäler abwehren, aus Neckarelz etwas Zählbares mitzunehmen. In vier Spielen behielten die Neckarelzer die Oberhand. Den Gästen käme es deshalb entgegen, wenn die Niederlage in Königshofen noch nachwirkt und beim Gastgeber für Verunsicherung sorgt. Im Hinspiel gelang dem VfR ein glatter 3:0-Erfolg. Nach fünf Spieltagen auf Rang zwei holten sich damit die Jagsttäler am 13. Spieltag für immerhin einen Monat den Platz an der Sonne zurück. Spannung verspricht nicht zuletzt das Duell der beiden besten Landesliga-Torschützen mit Max Schmidt (Gommersdorf) mit 22 und Belmin Karic (Neckarelz) mit 18 Treffern. Nach der 8-1-2-Direktbilanz sind die Gastgeber favorisiert, doch das Momentum könnte auf Seiten der Gäste sein, die derzeit mit vier Siegen in Folge einen Lauf haben.

Immer prekärer wird die Situation für den TSV Tauberbischofsheim, der jetzt gegen den Tabellenvierten FV Mosbach dringend benötigte Punkte erkämpfen muss. Keine leichte Aufgabe für Trainer Mario Fleischer, dessen Team dreimal in Folge den Kürzeren zog. Die Mosbacher dagegen heimsten in den letzten fünf Spielen zehn Punkte ein und zeigten sich am Mittwoch beim 5:0 über Uissigheim sehr torfreudig. Ohne Gegentor blieben sie auch beim 3:0-Hinspielerfolg.

Ohne großen Druck sehen der FV Reichenbuch und der VfR Uissigheim ihrem Kräftemessen entgegen. Beide Deckungsreihen bekleckerten sich mit jeweils fünf Gegentoren am letzten Dienstag nicht gerade mit Ruhm. Doch Reichenbuch holte beim torreichen 5:5 in Waldbrunn immerhin einen Punkt, während der VfR Uissigheim zu sorglos agierte und mit 0:5-Toren beim FV Mosbach die bisher höchste Saisonniederlage kassierte.

Tritt der FC Hundheim/Steinbach in seinem Heimspiel gegen den FSV Waldbrunn so mannschaftlich geschlossen wie bei der knappen 1:2-Niederlage in Gommersdorf auf, könnte die Revanche für die 2:5-Hinspielniederlage gelingen. Ein Dreier wäre auch Balsam für die Nerven, denn drei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz sind nicht viel in einer Tabellenregion, wo jeder jeden schlagen kann.

In der Begegnung der SV Vktoria Wertheim gegen den TSV Höpfingen treffen zwei Verlierer der Spiele Mitte der Woche aufeinander, die dennoch ihre Tabellenplätze zehn und 17 behielten. Der Abstand der Wertheimer auf den Relegationsplatz ist auf sechs Punkte angewachsen. Keine leichte Aufgabe also, nachdem auch das Hinspiel vom TSV Höpfingen mit 4:1-Toren gewonnen wurde.

Beim TSV Oberwittstadt wäre der SV Osterburken im spannenden Rennen gegen den Abstieg um den Zähler sehr dankbar, der im Hinspiel acht Minuten vor dem Abpfiff nach dem Treffer von Timeo Schmitt nach einem Dreier aussah. Doch in der 90. Minute reichte eine Unaufmerksamkeit, um den Gästen mit dem Treffer von Dirk Essig noch den Teilerfolg zu sichern. Weit in die Kreisliga-Saison 2007/08 muss man in der Statistik zurückblättern, um den einzigen Erfolg der Römerstädter beim TSV aufzuspüren. 3:1 gewann der SVO damals. Doch seitdem gestaltete sich die 5-2-5-Bilanz ausgeglichen. Für die „Wittschter“ geht es um die Absicherung des 3. Platz gegenüber den nachdrängenden FV Mosbach.

Spannender geht es kaum: Der SV Neunkirchen teilt sich vor seinem Heimspiel gegen Türkspor Mosbach mit der gleichen Punktzahl und sogar der gleichen Tordifferenz mit dem TSV Tauberbischofsheim die Abstiegsplätze 15 und 16. Inzwischen ist der Abstand zum SV Nassig auf dem Relegationsplatz 14 auf vier Punkte angewachsen. Nur als Sieger dieser Partie kann die Mannschaft von Trainer Antonio Iannello wieder Anschluss finden. 4-0-2 lautet die positive Heimbilanz gegen die unberechenbaren Mosbacher, die bis zu ihrer 1:4-Niederlage im Derby gegen Neckarelz einige Wochen ungeschlagen blieben.

Gleich zwei Landesligisten sind im Punktspiel des SV Nassig gegen Eintracht Walldürn darum bemüht, ihre Tabellensituation zu verbessern. Einfacher scheint es der Gastgeber zu haben, der nicht nur das Hinspiel mit 4:1-Toren gewann, sondern auch den Schwung der kaum zu erwartenden zwei Siege gegen den FV Mosbach und in Tauberbischofsheim beibehalten will. Dem Nassiger Trainerduo Gegenwarth/Kieslich wird daran gelegen sein, dass der Erwartungsdruck auf die Mannschaft nicht zu hoch wird.

Zu den reizvollen Spielen, wenn auch in Sachen Auf- und Abstieg ohne Belang, zählt das Nachbarschaftsderby des FC Grünsfeld gegen den SV Königshofen. Die Messestädter kommen mit der Empfehlung, den Tabellenführer gestürzt zu haben, während Grünsfeld bei Türkspor Mosbach enttäuschte. Seit neun Jahren hat der SVK nicht mehr gegen den Gastgeber verloren.