Fußball

Landesliga Odenwald Spitzenspiel steigt beim TSV Höpfingen / Oberwittstadt muss zweiten Platz bei schwerem Auswärtsspiel in Wertheim verteidigen

Duelle im Tabellenkeller erzeugen Nervenkitzel

Archivartikel

An der Tabellenspitze der Fußball-Landesliga Odenwald hat der FV Lauda seinen Vorsprung vergrößert, weil Verfolger TSV Oberwittstadt gegen den selbstbewusst auftretenden Tabellenletzten SV Neunkirchen nicht über ein 0:0 hinauskam. Das torlose Duell zwischen dem VfR Uissigheim und dem TSV Höpfingen bestätigt die Erfahrung, dass sich die Verfolger oft gegenseitig Punkte wegnehmen. Im Tabellenkeller hat sich der Trend gegen den FC Schloßau gewendet, der vor vier Spieltagen noch Rang 14 belegte und jetzt am Tabellenende mit fünf Zählern Rückstand auf dem Relegationsplatz liegt. Im Aufwind sind dagegen die Konkurrenten aus Neunkirchen, Nassig und Gerlachsheim, die zuletzt punkteten. Buchen punktete zwar ebenfalls, doch selbst ein 2:2-Unentschieden gegen Strümpfelbrunn ließ den TSV um zwei Ränge auf den Abstiegsplatz 16 zurückfallen. Bei noch sechs ausstehenden Spielen ist aber noch kein Landesligist abzuschreiben. Acht Teams messen als direkte Tabellennachbarn am Sonntag ihre Kräfte, so dass es in der Tabelle einige Änderungen geben könnte.

In der einzigen Samstagpartie trifft der FV Lauda auf den VfR Uissigheim, der im Hinspiel erst fünf Minuten vor dem Abpfiff noch den 1:1-Ausgleich hinnehmen musste. Die Gäste spielen eine sorgenfreie Runde, in der sie seit Anfang November konstant auf dem fünften oder sechsten Tabellenplatz rangieren. Nur der Relegationsplatz zwei, den der VfR vom fünften bis elften Spieltag inne hatte, ist inzwischen außer Reichweite. Unterschätzen wird der Tabellenführer den VfR schon deshalb nicht, weil der mit dem FV die zweitbeste Abwehr der Liga stellt, die letzten sechs Spiele nicht verlor und dabei nur vier Gegentore kassierte. Gästetrainer Andreas Walz zeigt dennoch viel Respekt vor dem Favoriten (siehe Kurzinterview).

Der große Anreiz für den TSV Tauberbischofsheim im Heimspiel gegen den FV Mosbach ist die Chance, mit dem achten Heimsieg den auf Platz fünf rangierenden Tabellennachbarn zu überholen. Die Chancen stehen nach der augenblicklichen Formkurve nicht schlecht, denn nach einer positiven Serie warten die Mosbacher schon seit drei Spielen auf ein Erfolgserlebnis. Im Hinspiel verbuchte der FV trotz dreier TSV-Treffer von Mario Greco den 4:3-Sieg. Bei den Kreisstädtern gelang der Mannschaft von Trainer Andreas Krüger vor 14 Jahren der letzte Auswärtssieg.

Ein weiteres Punktspiel zwei Tabellennachbarn ist die Partie des TSV Strümpfelbrunn gegen den VfR Gommersdorf II. Der Punkteabstand mit nur einem Zähler bietet ebenso die Chance für den Verbandsliga-Absteiger, mit dem Aufsteiger aus dem Jagsttal die Plätze zu tauschen. Aus dem Hinspiel bringen sie einen 2:1-Auswärtserfolg mit; es war nach neun vergeblichen Versuchen erst der dritte „Dreier“, mit dem sich der Gastgeber dann von den Abstiegsplätzen absetzte. Als Marschroute hat das VfR-Trainergespann Martin Schabert und Henning Westphal einen Punkt in der Fremde anvisiert.

Ein ultimatives Abstiegsduell steht in der Begegnung des SV Neunkirchen gegen den TSV Buchen bevor. Es ist gleichzeitig an diesem Spieltag die dritte Partie, in der der Gastgeber die Gäste-Mannschaft mit einem Heimsieg hinter sich lassen könnte. Zudem will die Mannschaft von Trainer Antonio Iannello den Aufwind der jüngsten Begegnungen nutzen, denn in den letzten vier Spielen holte sie satte acht Punkte. In Buchen verlor Neunkirchen mit 1:2. Die Buchener warten seit drei Spielen auf den dringend benötigten „Dreier“, denn im Abstiegskampf bleibt die Konkurrenz nicht untätig.

Ohne Druck kann die SV Viktoria Wertheim gegen den TSV Oberwittstadt aufspielen. Seit dem 0:0 in Tauberbischofsheim Ende November gelang dem Tabellenzweiten TSV Oberwittstadt beim torlosen Remis gegen Neunkirchen erstmals wieder kein Treffer. Doch die blitzsaubere Serie ungeschlagener Spiele begann noch zwei Wochen früher. Deshalb sind die Gäste favorisiert, zumal sie in der Vorrunde mit 2:1 siegreich blieben und Wertheim nur die Hälfte seiner bisher 39 Punkte auf heimischem Gelände holte. Mit dem derzeitigen achten Platz kann Wertheim dennoch hoch zufrieden sein.

Mit dem Heimsieg über Wertheim fiel dem VfR Gerlachsheim eine zentnerschwere Last von den Schultern. Jetzt will die Mannschaft von Trainer Metin Cosgun die Leistung im Derby beim FC Grünsfeld wiederholen. Die Nachbarschaft lässt sich geografisch und tabellarisch festmachen, denn beide rangieren mit nur einem Punkt Abstand auf Rang 14 und 13. Gastgeber FC Grünsfeld zeigt ein Auf und Ab. Nach dem 2:1-Heimsieg über Osterburken war jedenfalls nicht unbedingt mit einer 0:2-Niederlage in Nassig zu rechnen. Wer im Abstiegskampf die besseren Karten hat, ist schwer auszumachen.

Nachdem sich Türkspor Mosbach gegen Tauberbischofsheim mit einem 2:2 begnügen musste, wollen es die Mosbacher im zweiten Heimspiel in Folge gegen den SV Nassig besser machen. Doch die Gäste haben im Abstiegskampf Mut gefasst und werden alles in die Waagschale werfen, um nicht, wie im Hinspiel, mit 1:3 und somit leeren Händen heimreisen zu müssen.

Vier Spiele in Folge hat der FC Schloßau nicht gewonnen, und schon muss er versuchen, ganz unten im Tabellenkeller wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Die Chance dazu bekommt er im Heimspiel gegen den SV Osterburken. Das Hinspiel endete 2:2 Der letzte Sieg der Römerstädter in Schloßau gelang im Kreisliga-Duell vor fast sieben Jahren.

Ein Spitzenspiel zweier spielstarker Teams darf man in der Partie des TSV Höpfingen gegen den SV Königshofen erwarten. Im Hinspiel verlor der TSV trotz einer 1:0-Führung noch mit 1:3. Die Mannschaft von Trainer Tobias Ippendorf hat sich trotz einiger Rückschläge immer wieder aufgerafft und Rang vier erkämpft, auch wenn die Gäste auf Platz drei schon vier Zähler mehr einheimsten. Den Gästen fehlen auf den Relegationsplatz nur zwei Punkte. Ein Ausrutscher beim TSV soll deshalb unbedingt vermieden werden. Der sportliche Leiter Martin Michelbach sah zuletzt einen knappen, aber verdienten Sieg über Schloßau, der sich „nie wie ein Abstiegskandidat präsentiert hat. Um auch in Höpfingen zu punkten, müssen wir vor allem defensiv deutlich stabiler als zuletzt werden“.