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Fußball Die SG Wittighausen/Zimmern II gewinnt in Heckfeld mit 2:0 gegen den SV Nassig III und bleibt damit in der Kreisklasse B

Ein Eigentor bringt die Entscheidung

Archivartikel

SV Nassig III – SG Wittighausen/Zimmern II 0:2 n. V.

Nassig III: Englert, Ch. Kunkel, Finck, Häußler, Szabo, Schwenk (79. Haag), Karlein (73. M. Kunkel), Lausecker, L. Kunkel (46. Breitenbach), Ugurlu (46. Fertig), Brüne. Wittighausen/Zimmern II: Wundling, Ch. Schmitt, Konrad (70. Hübner), Molitor, Dörner, Ebert (51. Berbner), Neckermann, M. Schmitt, Lieb (30. Markert/80. Dertinger), Pers, Brückner. Tore: 0:1 (98.) Eigentor, 0:2 (115.) Julian Lieb. – Schiedsrichter: Daniel Friedlein (Walldürn.) – Zuschauer: 301 zahlende (in Heckfeld).

„Der Einsatz stimmt. Jetzt müssen wir uns nur noch dafür belohnen.“ Mit diesen Worten schickte Sebastian Molitor, Spielertrainer der SG Wittighausen/Zimmern II, seine Mannschaft in die zweite Hälfte eines intensiv geführten Relegationsspieles.

Und in der Tat: Der Tabellen-Zwölfte der Kreisklasse B Tauberbischofsheim belohnte sich – allerdings erst in der Verlängerung, und da auch noch unter gütiger Mithilfe der an diesem Tag nicht sattelfesten Hintermannschaft des SV Nassig III. Das Führungstor in der 98. Minute resultierte nämlich aus einem Eigentor. Ein Nassiger Spieler verlängerte einen Eckball mit dem Kopf unglücklich ins eigene Netz.

Natürlich haderte Jens Gall, der Trainer des SV Nassig III, nach Spielschluss genau mit dieser Szene. „Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatten wir über weite Strecken die Partie eigentlich kontrolliert. Wir haben es aber verpasst, ein Tor zu schießen – besonders zwischen der 70. und der 90. Minute. Für die Verlängerung war ich dann sehr optimistisch, weil wir psychisch und physisch eigentlich die stärkere Mannschaft waren. Und dann kommt so ein Glückstor“.

Sebastian Molitor sah im Führungstor seiner Mannschaft allerdings nicht nur den Faktor „Glück“. Vielmehr sei es auch der der Ausdruck des Spielsystems gewesen. „Wir haben in dieser Phase die Nassiger ganz schön unter Druck gesetzt. Da kann so etwas dann schon ’mal passieren.“

Die 301 zahlenden Zuschauer in Heckfeld sahen eine abwechslungsreiche Partie. Der SV Nassig III war technisch überlegen und versuchte von Anfang an, die Partie in den Griff zu bekommen. Dies gelang ihnen dann auch, doch münzten sie ihre klar höhere Ballbesitz-Quote zu selten in Torchancen um.

Auf der anderen Seite stand eine SG Wittighausen/Zimmern II, die den Gegner kommen ließ und immer wieder Nadelstiche in Form von schnellen Kontern setzten. Bereits in der ersten Minute hätte die SG so in Führung gehen können, doch Rene Pers kam nach einer schönen Flanke von links nicht richtig an den Ball und konnte deshalb auch nicht kontrolliert genug abschließen.

Ihre beste Phase hatten die Nassiger kurz vor der Pause. Zwischen der 40. und der 45. Minute hätte der C-Ligist mehrfach in Führung gehen können. „Zum Glück kam dann der Pausenpfiff“, meinte dann auch Wittighausens Abteilungsleiter Alfons Dertinger. „Lang wäre das in dieser Phase mehr gut gegangen.“

Nichts Neues dann nach der Pause. Nassig III war spielbestimmend, Wittighausen/Zimmern II dagegen durch Konter immer wieder gefährlich. Die beste Chance für Nassig hatte der eingewechselte Manuel Breidenbach in der der 67. Minute. Der Stürmer setzte sich hervorragend gegen seinen Gegenspieler durch und stand ganz allein vor SG-Keeper Rene Wundling, doch der erst 18-jährige Schlussmann krönte seine ohnehin starke Leistung mit einer Glanzparade.

In der Verlängerung merkte man dann beiden Mannschaften an, dass die hohen Temperaturen und das für die Kreisklassen B und C hohe Tempo ihren Tribut forderten. Immer wieder war die Partie wegen Wadenkrämpfen unterbrochen. Beide Mannschaften nutzten die in der B- und C-Klasse gültige Rückwechsel-Regelung nun reichlich aus.

In der Verlängerung fanden die Spieler der SG Wittighausen/Zimmern, die sich für ihren kämpferischen Einsatz ein „Fleißkärtchen“ nach dem anderen verdienten, die Partie überraschend in den Griff. Während bei Nassig nach vorne nicht mehr viel ging, wurde das Team von Sebastian Molitor immer gefährlicher.

Schon in der 95. Minute hatte die SG das 1:0 auf dem Fuß, doch in letzter Minute rettete noch ein Nassiger Abwehrspieler.

„Jede Mannschaft hätte in dieser Partie gleich mehrfach in Führung gehen können“, sagte der SG-Trainer nach der Partie – und freute sich natürlich, dass es schließlich seine war, die das 1:0 auf ihr Konto gutgeschrieben bekam.

Danach mühte sich der SV Nassig III noch redlich – aber vergeblich. Mit einem satten Schuss ins lange Ecke sorgte schließlich Julian Lieb für die Entscheidung.

„Ich denke, dass wir sogar die besseren Chancen gehabt haben und deshalb verdient gewonnen haben“, sagte Sebastian Molitor, während sein Gegenüber Jens Gall trotz der Niederlage und dem damit verbundenen Frust, ein dickes Kompliment an seine Mannschaft richtete: „Eigentlich hätte das Team nach dieser tollen Saison den Aufstieg schon verdient gehabt. Es ist echt schade, dass wir nun weiterhin in der Kreisklasse C kicken müssen.“