Fußball

SGM Westernhausen/Krautheim Nach dreimaligem Scheitern in der Aufstiegsrelegation soll es dieses Mal klappen

Endlich reif für die Landesliga

Archivartikel

Sie spielen guten Fußball, doch das Pech klebt ihnen bislang an den Stiefeln: Sage und schreibe drei Mal in Folge wurde der SGM Westernhausen/Krautheim I die Tür zur Landesliga ganz kurz vor der Nase zugeschlagen: Im Juni 2016 verlor man das Entscheidungsspiel gegen die SGM Heumaden/Sillenbuch mit 0:1, ein Jahr später qualifizierte man sich mit einem 4:2-Erfolg gegen die TSVgg Plattenhardt für das Relegationsendspiel und blieb dann gegen den VfB Tamm mit 1:2 denkbar knapp auf der Strecke. Und vor zwei Monaten nahm das Team aus dem Jagsttal die Hürden beim FC Normannia Gmünd (3:2) und beim FV 08 Bissingen (1:0), musste dann aber im Finale bei Gastgeber FV Löchgau II mit 1:3 die Aufstiegshoffnungen erneut begraben. „Wir haben gut angefangen und 1:0 geführt. Man merkte dann aber, dass die Gastgeber es im Gegensatz zu uns gewohnt sind, auf Kunstrasen zu spielen“, resümiert Abteilungsleiterin Sonja Groß, die bemängelt, dass die Begegnung nicht auf neutralem Platz ausgetragen wurde.

Die Enttäuschung über das dreimalige Scheitern in der Aufstiegsrelegation können auch die drei Hohenloher Titel nicht ganz kompensieren, die sich der Regionenligist im gleichen Zeitraum sicherte. 2015/16 wurde man Bezirks-Hallenmeister, 16/17 und 18/19 holte sich die SGM mit völlig ungefährdeten 5:0-Erfolgen gegen Gammesfeld und Langenbeutingen II den Bezirkspokal.

In der letzten Saison half auch eine bärenstarke Rückrunde mit zehn Siegen in zehn Spielen nicht gereicht, um das Ziel Meisterschaft und Direktaufstieg zu schaffen. Nach sieben Siegen, zwei Niederlagen und einem Remis war die SGM Westernhausen/Krautheim zur Winterpause nur Dritter und in der Endabrechnung fehlte mit der stolzen Torbilanz von 112:20 und 52 Zählern ein einziger Punkt zu Meister SV Winnenden, der nach einem 3:1-Vorrundensieg in der zweiten Halbserie mit 3:0 an der Jagst abgefertigt wurde. „Wir wären jetzt wirklich einmal dran und müssen es in der neuen Saison auf direktem Weg schaffen“, meint die Abteilungsleiterin.

Die Mission „Direktaufstieg“ geht die SGM mit einem neuen Trainer an: Steffen Pfau folgt Michael Rehor nach, der vier Jahre lang das Team coachte und auf eigenen Wunsch kürzertreten wollte. Für den Markelsheimer Steffen Pfau ist der Frauenfußball kein Neuland: Er trainierte vor einigen Jahren die SGM Bad Mergentheim/Markelsheim und sammelte auch beim ETSV Würzburg Erfahrung.

Der neue Trainer kann auf den bewährten Kader bauen, der durch drei Neuzugänge erweitert wurde. Abwehrspielerin Lisa Zwicker kam vom EFC Blauweiß Mannheim, vom TSV Schwabhausen kamen Caroline Kremer (ebenfalls Abwehrspielerin) sowie Mittelfeldspielerin Sarah Pollak. Die heimstarke SGM, deren ansonsten blütenweiße Weste in der letzten Runde nur durch eine einzige Punktteilung an der Jagst einen kleinen Fleck hatte, sieht in den Landesligaabsteigern Rommelshausen und Crailsheim II (jetzt in SGM mit dem VfB Jagstheim) sowie dem V VfR Murrhardt die schärfsten Konkurrenten im Titelkampf.

Einen Riesensprung nach vorne machte die SGM Westernhausen/Krautheim II. Im Vorjahr noch in der unteren Tabellenhälfte, wurde das Team von Coach Sven Geldenboth Vizemeister – vier Punkte hinter der SGM Weikersheim/Markelsheim und fünf Zähler vor dem Tabellendritten FC Creglingen. „Es ist gelungen, die jungen Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs gut zu integrieren. Sie sind willensstark und haben viel frischen Wind gebracht, von dem unsere beiden Mannschaften profitiert haben“, freut sich Sonja Groß. Auf die Relegationsteilnahme musste die SGM Westernhausen/Krautheim II allerdings verzichten, da ein Aufstieg in die Regionenliga 1, in der die Erste spielt, nicht möglich gewesen wäre.

„Vor drei bis vier Jahren war die Existenz der 2. Mannschaft noch gefährdet, jetzt haben wir eine gute Personaldecke, ich sehe für die Zukunft keine Probleme“, betont Soja Groß, die selbst in der „Zweiten“ spielt und hofft, dass ihr Team an die Leistungen der letzten Saison anknüpfen kann. Aus Assamstadt kamen mit Linda Nied und Nina Imhof zwei Neuzugänge zur zweiten Mannschaft der Jagsttal-SGM, aus Markelsheim Louisa Model.

Die beiden Mannschaften trainieren gemeinsam, dienstags in Krautheim und donnerstags in Westernhausen. „Die Zusammenarbeit sowohl zwischen beiden Vereinen als auch den beiden Mannschaften funktioniert reibungslos. Wenn es Engpässe gibt, hilft man sich gegenseitig“, lobt Sonja Groß, die wie in den letzten Jahren von Christina Deuser und Torwarttrainer Michael Schulz unterstützt wird.

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