Fußball

Verbandsliga Nordbaden Der FV Lauda misst sich morgen daheim mit dem Tabellenführer VfB Gartenstadt / Weiter fehlen wichtige Spieler

Entschlossen sein als Außenseiter

Wer auf die Tabelle der Verbandsliga Nordbaden schaut (siehe rechts), kann den FV Lauda in seinem Heimspiel am Samstag um 15.30 Uhr gegen den VfB Gartenstadt nur als krassen Außenseiter sehen. Hier der Tabellenvorletzte ohne Heimsieg mit sieben Punkten auf dem Konto, dort der Tabellenführer, der mit 25 Zählern in zehn Partien eine fast optimale Punkteausbeute mit 25:6-Toren aufzuweisen hat.

Doch halt: Verlor nicht der Verein aus dem grünen Mannheimer Vorort vor drei Wochen sein bisher einziges Punktspiel mit 0:1 bei der TSG Weinheim? Und diese TSG war dann im nächsten Heimspiel vor einer Woche dem FV Lauda mit 1:2 unterlegen. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball; es lohnt sich also, mal zu schauen, ob der Verlauf der Weinheimer Partie gegen den VfB Gartenstadt nicht zur Blaupause für die wackeren Kicker aus der Eisenbahnerstadt gegen Top-Gegner werden könnte. Die 90 Minuten sind schnell erzählt.

In Weinheim war der VfB Gartenstadt spielerisch überlegen, hatte deutlich mehr Ballbesitz, nutzte aber seine Chancen nicht. Die TSG ging dann mit 1:0 in Front und verteidigte die Führung aufopferungsvoll bis zum Abpfiff. Könnte so das Spiel am Samstag im Laudaer Tauberstadion ähnlich verlaufen?

Was auf dem Papier steht, muss nicht immer mit dem übereinstimmen, was auf dem Rasen passiert. Aber die Fakten lassen sich nicht vom Tisch wischen. Schließlich hat der FV bereits fünf Mal vergeblich versucht, den ersten Heimsieg einzufahren. Mit nur drei Treffern auf heimischem Gelände ist er der schwächste Verbandsligist, auch wenn FV-Trainer Marcel Baumann zu Recht feststellt, dass die Heimspiele nicht so schlecht waren, wie es die Ergebnisse vermuten lassen: „Mit etwas mehr Entschlossenheit und Glück wären sicherlich einige Punkte mehr möglich gewesen.“

Aufpassen auf Patrick Fetzer

Morgen werden Gartenstadts Angreifer wie Patrick Fetzer, mit bisher acht Saisontreffern zweitbeste Torjäger der Liga, die bisher daheim nach der Pause löchrige FV-Abwehr zu überrennen suchen. Zehn der zwölf Gegentore des FV fielen in den zweiten 45 Minuten. Dafür hat der Aufsteiger zumindest auswärts schon zweimal gewonnen und dabei seine Verbandsliga-Reife bewiesen.

Am Samstag steht ein interessantes Trainer-Duell zwischen dem engagierten Laudaer Spielertrainer Baumann und dem VfB-Trainer Dirk Jörns an, der mit der TSG Weinheim nach dem Plätzen fünf und zwei im Vorjahr die Verbandsliga-Meisterschaft schaffte. Er wechselte dann zum VfB Gartenstadt, während die TSG in der Oberliga den Klassenerhalt nicht schaffte. In Lauda wird ihm mit Maximilian Albrecht einer seiner wichtigsten Spieler fehlen, nachdem dieser sich am Wochenende einen Kreuzbandriss zuzog.

Vor neun Tagen erreichten die Kicker aus dem Mannheimer Norden mit dem 6:2-Pokalsieg über den VfR Gommersdorf das Halbfinale. FV-Trainer Marcel Baumann kann mit seinen hochmotivierten Jungs „aus der zweiten Reihe“ nur gewinnen, wenn diese die Balance zwischen konsequenter Abwehrarbeit bis zur 90. Minute und einem kreativen Angriffsspiel auf den Rasen bringen können. Dem FV fehlen weiter die Langzeitverletzten Kevin und Rouven Schmidt und der gesperrte Ousman Jallow; Lukas Schwarz studiert wieder in der Schweiz, und Sven Bornhorst hat erst wieder mit dem Lauftraining begonnen. Dafür ist voraussichtlich Ludwig Greß wieder einsatzbereit.