Fußball

Fußball Nachwuchstalent Ann-Sophie Braun aus Unterschüpf hat im Team der U15-Juniorinnen der TSG 1899 Hoffenheim Fuß gefasst / Deutsche Hallenmeisterin

Ganz klar: Bundesliga will sie spielen

Ein echter „Rohdiamant“ im Bereich des Frauenfußballs ist Ann-Sophie Braun aus Unterschüpf. Die 14-Jährige spielt gerade ihre vierte Saison in Folge für die Juniorinnen der TSG 1899 Hoffenheim. Seit voriger Runde läuft sie für die U15-Mannschaft auf, stand aber auch schon bei den U17-Juniorinnen in der Bundesliga Süd auf dem Spielfeld.

Schon von klein auf gab es für Ann-Sophie Braun nichts Schöneres als das Spiel mit dem Ball. Als Vater Dieter Braun sie das erste Mal mit auf den Fußballplatz nahm, war Mutter Dörthe noch etwas skeptisch: „Das ist dann erstmal deine Sache“, hieß es da noch zu ihrem Mann. Es stellte sich schnell heraus, dass die junge Ann-Sophie viel Talent mitbrachte, weit mehr als andere Mädchen und Jungs in ihrem Alter. „Sie hat stets Interesse gezeigt, und die Mittel, sie zu fördern, waren immer gegeben. Es stand deshalb nie zur Debatte, sie nicht zu unterstützen“, so Vater Dieter.

Großer Aufwand

Die Stürmerin fing mit sechs Jahren mit dem Fußballspielen an, durchlief die verschiedenen Jugendteams des TSV Unterschüpf und durfte schon bald, zusätzlich zum Training im Verein, einmal die Woche am DFB-Stützpunkt in Unterbalbach trainieren. Bei einem Auswahlspiel wurde sie dann entdeckt und kickt seit der Saison 2015/16 bei den Juniorinnen der TSG Hoffenheim. Das ist natürlich mit viel Aufwand verbunden. Zwei bis drei Trainingseinheiten absolviert Ann-Sophie Braun wöchentlich in St. Leon-Rot, dem Sitz der TSG-Juniorinnen. Etwa drei Stunden Fahrt pro Einheit „gehen da drauf“, um ihrer Tochter das Fußballspielen zu ermöglichen. Doch die Eltern nehmen diesen Aufwand gerne auf sich. Eine große Unterstützung sind hier die Großeltern, die einige Fahrten abnehmen. Daneben trainiert sie auch noch mit den B-Junioren der SG Umpfertal, wo auch ihr großer Bruder Yannick spielt – und hier heißt es, richtig dagegen zu halten.

Momentan spielt sie mit den U15-Juniorinnen gegen Jungs in der Kreisliga Heidelberg. „Dieses Jahr läuft es noch nicht so rund. Wir sind erst aufgestiegen, haben aber einen fast komplett neuen Kader mit jüngeren Spielerinnen, weshalb wir eher im unteren Tabellendrittel stehen“, erklärt die Stürmerin.

Kimmich als Vorbild

Ihre Vorbilder sind Joshua Kimmich und Leonie Maier, beide vom FC Bayern München. Als Lieblingsverein gilt schon lange die TSG 1899 Hoffenheim, aber auch Bayer 04 Leverkusen und Manchester City gehören zu ihren Favoriten. Ihre persönlichen Stärken sieht sie in ihrem starken Passspiel – wie eben bei Vorbild Kimmich. „Verbessern muss sich mein Zweikampfverhalten, außerdem ist ein regelmäßiges freiwilliges Stabilisationsprogramm eine Möglichkeit, mich noch zu steigern.“

Obwohl sie erst 14 Jahre alt ist, hat Ann-Sophie Braun schon einige Erfolge feiern dürfen. „Zu den schönsten Momenten zähle ich die gewonnene deutsche Hallenmeisterschaft letztes Jahr. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, mit meinem Team beim ,Girls-Snow-Cup’ in Gehlenbeck teilzunehmen, was ein besonderes Ereignis war, vor allem, weil wir trotz starker Konkurrenz den ersten Platz erreichten.“ Eine große Ehre war es sicher auch, drei Mal bei der U17 in Hoffenheim dabei gewesen zu sein. „Selbstverständlich freut man sich, wenn man ,hochgezogen’ wird. Das ist dann noch mal ein besonderer Ansporn.“

Auf die Frage, was sie noch erreichen möchte, sagt das Talent: „Ein großes Ziel ist es, für die Hoffenheimer Bundesliga-Mannschaft zu spielen. Außerdem möchte ich irgendwann einmal Teil der Nationalmannschaft sein“, sagt die Unterschüpferin. „In den erweiterten Kader der DFB-U15-Juniorinnen hat sie es ja schon geschafft, nur die letzten 20 fehlen noch“, erklärt Dieter Braun lachend.

Da es den wenigsten Fußballerinnen möglich ist, ihren Lebensunterhalt allein durch den Fußball zu verdienen, ganz im Gegensatz zu den Männern, ist eine gute schulische Ausbildung auch für Ann-Sophie sehr wichtig. Im Moment geht sie auf die Realschule in Boxberg. Was sie nach der Schule machen möchte, weiß sie noch nicht. „Wenn ich es in den Profibereich schaffen sollte, vielleicht ein Studium neben dem Sport.“ Und sie fügt an: „Im Moment kann ich mir etwas im Berufsfeld Pädagogik sehr gut vorstellen.“

Die Musik zum Sport

Neben ihrem geliebten Fußball hat Ann-Sophie Braun aber auch noch andere Hobbys. Klarinette und Gitarre spielt sie sehr gern, außerdem ist sie noch Ministrantin. Bleibt da noch Zeit für Unternehmungen mit Freunden? „Gerade in der Schule sehe ich meine Freunde regelmäßig, und auch in meiner Freizeit finde ich noch Zeit. Wenn aber ein großes Fußballturnier ansteht und ich gleichzeitig auf einem Geburtstag eingeladen bin, muss ich leider absagen.“ Und die Schule? „Gerade wenn ich Mittagsschule habe, muss ich eine halbe Stunde früher gehen, um rechtzeitig in St. Leon im Training zu sein. Den Stoff hole ich zu Hause nach, das ist kein Problem für mich.“ Mutter Dörthe ergänzt: „Die Lehrer sind wirklich sehr entgegenkommend was das betrifft, wir hatten noch nie ein Problem. Wir erfahren hier viel Unterstützung.“

Wohin sich die Laufbahn von Ann-Sophie Braun entwickelt, ist noch nicht genau zu sagen. Die Basis für eine Karriere im Fußballgeschäft hat sie jedoch bereits gelegt, weshalb sie gute Chancen hat, ihre Ziele zu erreichen.