Fußball

Fußball In der Landesliga Odenwald hat bereits ein Drittel der Vereine den Trainer gewechselt

Ist es auch der Druck der Spieler?

Es scheint so, dass selbst bei Amateurvereinen im Fußball der Trainer auch dann das schwächste Glied in der Kette ist, wenn im Kader nicht genügend Qualität ist, um das ausgerufene sportliche Ziel zu erreichen. Bei den betreffenden Vereinen hält man sich zumeist bedeckt, wenn nach den Gründen einer Trainertrennung gefragt wird. Interna sollen nicht nach außen dringen und erst recht soll keine „schmutzige Wäsche“ gewaschen werden. Es ist zu vermuten, dass es auch Stimmen innerhalb einer Mannschaft sind, die den Druck auf den Vorstand oder den Trainer so groß werden lassen, dass „der Verein“ sich genötigt fühlt, die Reißleine zu ziehen, um nicht noch manchen Spieler zu verlieren. Die Trennung erfolgt dann jeweils „in beiderseitigem Einvernehmen“ – natürlich.

Das Landesliga-Trainerkarussell begann sehr früh, sich zu drehen. Am fünften Spieltag betreute noch Daron Guelyan die SV Viktoria Wertheim bei der 1:3- Heimniederlage gegen Aufsteiger VfR Gommersdorf II. Mit sechs Punkten rangierten die Wertheimer auf Platz zwölf. Dem neue Trainerduo Roman Ratter und Slava Bauer gelang am nächsten Spieltag mit der Mannschaft beim 5:1-Erfolg in Mosbach der zweite Auswärtssieg.

Anfang Oktober kam beim Aufsteiger FC Grünsfeld, der nach dem neunten Spieltag mit vier Punkten auf Platz 16 lag und vier Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz 14 hatte, das Aus für Spielertrainer Malte Schulze-Happe. Als Interimslösung übernahm der bisherige Co-Trainer Marco Schenk mit Unterstützung von Spieler Stephan Braun. dieses Duo soll den FCG auch in der Rückrunde führen.

Nach der 0:2-Heimniederlage gegen den TSV Oberwittstadt am neunten Spieltag endete die Trainertätigkeit von Antonio Iannello beim Verbandsliga-Absteiger TSV Strümpfelbrunn, der danach mit Trainer Christoph Meier, unterstützt von Nicolas Haas und Armin Weiß, den überraschenden 3:2-Auswärtssieg in Tauberbischofsheim landete und vom Abstiegsrang 15 auf den zwölften Tabellenplatz kletterte.

Iannello ging zum Konkurrenten

Offener kommuniziert wurde beim TSV Buchen, der nach dem zehnten Spieltag mit sechs Punkten auf dem Relegationsplatz 14 lag, Mitte Oktober die Trennung von Trainer Thomas Segner. Bernd Grimm, der Leiter der Sparte Fußball beim TSV Buchen, wurde wie folgt zitiert: „Wir haben es uns mit dieser Entscheidung nicht leicht gemacht. Letztlich hatten wir den Eindruck, dass die Kommunikation zwischen Trainer und Mannschaft nicht mehr an allen Ecken stimmig war. Daher rührt der Versuch, mit diesem Schritt nochmals einen Impuls an die Mannschaft zu senden.“ Seit dieser Zeit wird die Mannschaft von Oliver Neeb (TSV Buchen II) betreut.

Zum letzten Mal betreute Spielertrainer Matthias Vogt am 15. Spieltag den SV Neunkirchen beim Kellerduell in Grünsfeld, das mit 1:3 verloren wurde. Mit acht Punkten und dem 14. Platz war nicht nur das Saisonziel „einstelliger Tabellenplatz“, sondern auch der erste Nichtabstiegsplatz mit sieben Punkten Rückstand in weite Ferne gerückt. Vogts Nachfolger wurde Antonio Iannello, früherer Coach des Landesliga-Konkurrenten TSV Strümpfelbrunn. Mit ihm verlor der TSV allerdings auch das nächste Auswärtsspiel in Schloßau (1:4).

Den sechsten und bisher letzten Trainerwechsel gab es beim Aufsteiger Türkspor Mosbach, bei dem Spielertrainer Vedran Celiscak – offenbar nach Zerwürfnissen innerhalb der Mannschaft – nach dem 8:0-Heimsieg über Wertheim am 17. Spieltag das Handtuch warf. An der erfolgreichen Arbeit des Trainers bestanden keine Zweifel. Für ihn übernahm Mehmet Öztürk, der in der vorigen Saison den Kreisligisten 1. FC Wiesloch trainiert hatte, das Traineramt. Allerdings missglückte sein Debüt beim Heimspiel gegen Mitaufsteiger Grünsfeld, der mit 2:1-Toren gewann.