Fußball

Kleinfeld-Fußball Torben Götz aus Neunkirchen vertritt die deutschen Farben bei der Weltmeisterschaft in Lissabon / Mit der 27 – wie David Alaba

Mit großem Willen zum Nationalspieler

Archivartikel

In den nächsten Tagen startet in Lissabon die Weltmeisterschaft in Kleinfeldfußball. Einer der Nationalspieler kommt aus dem Bad Mergentheimer Teilort Neunkirchen.

Dass Torben Götz, der als Ausbildungsreferent bei der Firma Würth arbeitet, einmal die deutschen Farben bei der Kleinfeld-Fußball-WM vertreten würde, damit hatte er nicht wirklich gerechnet. Kurz nach seinem 26. Geburtstag klingelte aber sein Telefon, und der Nationaltrainer lud ihn nach Lissabon ein.

Dass er jetzt mit dem Trikot der Nationalmannschaft und der Nummer 27 seines Idols David Alaba in dem extra neu gebauten Stadion auf dem berühmten Praça do Comércio in Lissabon auflaufen darf, macht ihn immer noch sprachlos. Angefangen hatte alles beim TSV Althausen-Neunkirchen. Dort begann Torben Götz, im Verein zu kicken. Über die Stationen Hollenbach, noch einmal Neunkirchen, Unterschüpf und Gommersdorf landete er zur neuen Saison wieder in der Verbandsliga beim FSV Hollenbach, wo er sich noch einmal beweisen will. Mehrere Male stand die Fußball-Laufbahn auf Messers Schneide, musste er doch schon sehr jung drei Knie-Operationen über sich ergehen lassen. Aufgeben kam aber nicht in Frage, und so kämpfte er sich immer wieder ins Team zurück. Mag sein, dass auch dieser unbedingte Wille ihn nach Lissabon geführt hat.

Der Weg zur WM begann im Herbst 2017. Da erhielt er via Facebook die Anfrage des Teamkoordinators des Deutschen Kleinfeld-Fußballverbands. Man wäre auf seine guten Statistiken aufmerksam geworden, hätte weitere Erkundigungen eingezogen und Scoutings durchgeführt und würde ihn gern zu einer Sichtung einladen. Lange zu überlegen gab es da nichts, um 5 Uhr morgens startete er mit Vater Uli, der wie sein Onkel Armin eine bekannte Fußballgröße in der Region ist, im Frühjahr 2018 Richtung Braunschweig. Im Kreis weiterer Kandidaten konnte er seine Klasse beweisen und machte sich hoffnungsvoll wieder auf den Heimweg. Schließlich stand am nächsten Tag ja ein Spiel mit seiner damaligen Mannschaft Gommersdorf an.

Drei Treffer im Testspiel

Anscheinend hatten auch die Verantwortlichen erkannt, wie gut Götz mit dieser Art des Fußballs zurechtkommt. So erfolgte dann auch die Einladung zu den ersten beiden Länderspielen, die Mitte 2018 in Belgien stattfanden. Musste sich die Mannschaft im ersten Spiel noch finden, klappte das zweite dann schon wesentlich besser. Sechs Tore erzielte das deutsche Team und einer ließ es richtig krachen: Drei Tore steuerte allein Torben Götz zu dem Kantersieg bei.

Optimistisch ging es dann zum nächsten Lehrgang nach Göttingen, nach dem der Bundestrainer den finalen Kader für die WM bekanntgeben wollte. Nicht ganz unerwartet kamen dann der ersehnte Anruf des Nationaltrainers und die Einladung zur Weltmeisterschaft. Auch sein Verein legte ihm keine Steine in den Weg, und FSV-Trainer Martin Kleinschrodt riet ihm, diese Erfahrung unbedingt mitzunehmen. Torben Götz’ Erwartungen an die WM hören sich sehr abgeklärt an: „Auch wenn jetzt alle nach dem Phrasenschwein rufen, für uns ist erst einmal wichtig, die Vorrunde zu überstehen“, grinst er. „Danach ist grundsätzlich alles möglich, man muss aber sehen, dass es Länder wie Kroatien oder Frankreich gibt, in denen schon länger auf Kleinfeld gespielt wird und die mehrere Trainingslager gemacht haben.“

Was ihn zusätzlich motiviert: Kurz nach dem Abflug am Samstag macht sich auch eine weitere Truppe auf den Weg nach Portugal: seine Eltern, sein Bruder mit Freundin, Onkel Armin mit Frau und weitere Unterstützer.