Fußball

e-Soccer Es wird getestet, ob Amateur-Fußballvereine den Trend für sich nutzen können / Zum Auftakt gab es Turniere beim TSV Wieblingen und dem SV Königshofen

Pilotphase in vier badischen Clubs gestartet

Archivartikel

Können Fußballvereine aus dem Amateurbereit e-Soccer für die Vereinsarbeit nutzen? Dieser Frage gehen vier badische Clubs in einer Pilotphase nach.

Den Auftakt zu dieser Pilotphase machten nun der TSV Wieblingen und der SV Königshofen mit zwei e-Soccer-Turnieren.

„Kurze Nachricht in die WhatsApp-Gruppe und schon ist ein e-Soccer-Cup im Verein so gut wie organisiert“, berichten Patrick Treu und Mirco Michelbach. „Einige bringen ihre Konsolen mit, der Jugendleiter steuert einen Fernseher bei, es wird Pizza bestellt und los geht’s“.

Beim TSV Wieblingen spielten zehn Teams, beim SV Königshofen wurde erst in Teams, später einzeln gezockt. Den Teilnehmern hat es gefallen, bestätigen die Rückmeldungen. Und auch für den Verein sehen sie positive Effekte: „Man hat durch e-Soccer die Möglichkeit, die Kommunikation zwischen verschiedenen Altersklassen zu fördern und auch mal die anderen Spieler aus dem Verein kennenzulernen“, meint Fabian Petrusic, Jugendtrainer beim TSV Wieblingen.

„Zum einen ist es natürlich ein wichtiger Aspekt für das Mannschaftsgefüge, dass man nicht nur zusammen auf dem Platz steht, sondern auch neben dem Platz etwas gemeinsam macht“, betont TSV-Jugendleiter Patrick Treu. „Zum anderen wollen wir natürlich auch noch Spieler gewinnen. Die Jungs sollen Freunde mitbringen und die möchten wir – wenn möglich – auch wieder auf den Platz bekommen.“ Bei einem hat es vielleicht schon geklappt: „e-Soccer rückt uns näher zusammen. Dadurch hat man wieder die Gemeinschaft mit Freunden und kommt vielleicht auch wieder zum Verein zurück“, stellt der ehemalige Spieler Serhat Yurdakul in Aussicht.

Herbert Bieber, Vorsitzender beim SV Königshofen und selbst nicht aus der e-Soccer-Generation, sieht die Chancen für die Bindung und Gewinnung von Spielern ebenfalls: „Man sollte sich als Verein nicht vor diesem Thema verschließen. Ich sehe das so: Es ist Fußballtraining, danach wird gezockt. Warum sollten wir das nicht im Verein machen, hier bei uns? Dann bleiben die Jungs da. Die haben ja auch Freunde, die nicht unbedingt Fußballer sind. Vielleicht kriegen wir den ein oder anderen ja in irgendeiner Weise zum Verein, auch wenn er kein Fußball spielt. Ich bin da aufgeschlossen der Sache gegenüber.“

Der TSV nutzte die Veranstaltung auch, um vereinsintern die Teams für den ersten e-Soccer-Cup des Badischen Fußball-Verbandes auszuspielen. Die beiden besten starten nun am 21. Juli in der Fröbelhalle Wieblingen, gemeinsam mit 31 weiteren Zweier-Teams. Infos und das Anmeldeformular für die letzten Plätze gibt’s auf www.badfv.de/eSOCCER.

Den Ansatz mit Teams aus Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern verfolgt auch der VfB Wiesloch bei seinem geplanten Turnier im Herbst. Ein weiterer Pilotverein ist der FC Untergrombach.

„Wir sind sehr gespannt auf die Erfahrungen der Vereine und wo die Reise in Sachen e-Soccer hingehen kann. Klar ist, dass immer der Bezug zum Fußballverein da sein muss“, betont BFV-Verbandsjugendleiter Rouven Ettner. aka