Fußball

3. Liga Bei den Würzburger Kickers fürchtet sich vor dem morgigen Heimspiel gegen Uerdingen keiner vor den „großen Namen“ der gegnerischen Spieler

Rufe nach neuem Stürmer werden lauter

Archivartikel

Wie vor jeder Übungseinheit bildeten die Würzburger Kickers vor dem gestrigen Morgen-Training einen verschworenen Kreis. Einige Minuten standen die Spieler Arm in Arm, während Trainer Michael Schiele zur Mannschaft sprach. Dabei wurde aber auch herzhaft gelacht. Die Stimmung ist demnach gut beim FWK – trotz der bitteren 1:2-Niederlage zum Saisonauftakt in Osnabrück. Morgen steht nun das erste Heimspiel in dieser Spielzeit an: Ab 14 Uhr geht es „am Dalle“ gegen Aufsteiger KFC Uerdingen.

„Die werden viel investieren müssen, um die Punkte mitzunehmen“, sagte Kickers-Trainer Michael Schiele gestern kämpferisch. Nach der guten Leistung und dem schlechten Ergebnis von Osnabrück erhofft sich der 40-Jährige so eine Art Trotzreaktion seiner Mannschaft. Der Schwabe erwartet angreifende Uerdinger, die mit ihrer namhaft bestückten Mannschaft die 1:3-Auftaktniederlage gegen Unterhaching nun mit einem „Dreier“ in Würzburg wettmachen wollen. „Sie haben eine gute Mannschaft, doch wir haben auch Schwächen entdeckt“, berichtet Schiele aus den Videoanalysen.

Kevin Großkreutz ragt heraus

Der Name Kevin Großkreutz, Weltmeister von 2014, ragt natürlich heraus beim finanzstarken Aufsteiger aus dem Krefelder Stadtteil. „Das interessiert mich nicht. Und die müssen sich auch erst einmal an die dritte Liga gewöhnen. Wir haben aber auch Namen in der Mannschaft“, sagte gestern Kai Wagner mit gehobenem Selbstbewusstsein. Der Linksfuß hat sich während der vorigen Rückrunde in der Startformation festgespielt und ist für Trainer Michael Schiele auf der Außenbahn unverzichtbar geworden. Seine Aufgabe ist es, die Angriffe über den linken Flügel „aus der Tiefe heraus“ anzuschieben.

Da die Mannschaft in Osnabrück im Grunde ordentlich gespielt hat, muss Coach Schiele jetzt nicht alles über den Haufen werfen. In der Vorbereitung wurde gut gearbeitet. Allerdings sagt er: „In der Startaufstellung können sich schon eine, zwei oder drei Positionen verändern. Es hat sich der eine oder andere Spieler aufgedrängt.“ Wer? Das beantwortete Michael Schiele mit einem Schweigen, untermalt mit einem smarten Grinsen.

Aufgedrängt hat sich Anel Hajric nicht. Der 22-jährige Angreifer trainierte von Montag bis Mittwoch bei den Kickers zur Probe mit. Aber sein körperlicher Zustand sei zu schlecht gewesen, um diese Personalie weiter zu verfolgen, so die Einschätzung Schieles. Bis heute darf der zweite Probespieler bleiben: Caniggia Elva. Er war zuletzt für die U23 des VfB Stuttgart aktiv und absolvierte in der Saison 2016/17 schon 21 Drittliga-Partien. „Der Markt ist noch ruhig. Es tasten sich alle Vereine noch ab“, sagte FWK-Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer und erklärte damit, dass der FWK noch keinen Druck verspüre, schnellstmöglich einen neuen Stürmer verpflichten zu müssen.

Für Michael Schiele ist klar: „Es fehlt die Wucht vorne. Wir haben ein gutes Flügelspiel, dann brauchen wir auch jemanden vorne drin.“ Die Rufe nach einem weiteren Angreifer werden nun also auch beim Trainer ein wenig lauter…