Fußball

Fußball Entscheidungs- und Relegationsspiele im Kreis finden über das Pfingstwochenende in Gissigheim, Oberbalbach und Wenkheim statt

Spannung pur: Hopp oder top?

Archivartikel

Relegationsspiele sind immer der krönende Abschluss einer Fußballsaison. Das gilt nicht nur für die Verbands-, sondern fast noch mehr auf die Kreisebene. Es geht immer um die Frage, wer denn stärker einzuschätzen ist: Ein „Kellerkind“ aus der höheren Liga oder eine Spitzenmannschaft aus der unteren.

Im Fußballkreis Tauberbischofsheim finden über das „lange“ Pfingstwochenende insgesamt drei Relegations- beziehungsweise Entscheidungsspiele statt. Es sind dies: Heute, Freitag, um 18 Uhr in Gissigheim das Entscheidungsspiel zwischen den beiden C-Liga-Vizemeistern SpG Beckstein/Königshofen II gegen Türkgücü Wertheim II; am Sonntag um 18 Uhr in Oberbalbach die Partie zwischen 1. FC Umpfertal II (Zwölfter der Kreisklasse A) gegen SpG Uissigheim II/Gamburg (Dritter der Kreisklasse B); am Montag um 18 Uhr in Wenkheim TSV Unterschüpf/Kupprichhausen (Zwölfter der Kreisliga) gegen Türkgücü Wertheim (Dritter der Kreisklasse A).

Freitag

SpG Beck./Königsh. II gegen Türkgücü Werth. (19 Uhr/Gissigheim)

„Wir haben früh in der Saison gemerkt, dass für uns der erste Platz nicht machbar ist. Deshalb haben wir uns auf den zweiten Platz Konzentriert – und die Rechnung ist aufgegangen.“ Jany Schneider, Trainer der SpG Beckstein/Königshofen II, gibt sich sehr optimistisch, dass seine Mannschaft auch im Entscheidungsspiel der beiden C-Klassen-Vizemeister eine sehr gute Rolle spielen wird. „Wenn wir das abrufen, was wir drauf haben, dann bin ich in der Tat guter Dinge, das alles klappt.“

In den letzten drei Spielen haben die „Winzer“ enorm Selbstvertrauen getankt. 29:1 Tore erzielten sie dabei – das kann sich definitiv sehen lassen, auch wenn die Gegner wohl schwächer waren als nun Türkgücü Wertheim II, das ebenfalls mit breiter Brust nach Gissigheim kommt: Aus den letzten sechs Partien wurde die Idealpunktzahl von 18 geholt. „Wir haben eine junge und hochmotivierte Truppe, in der alle an einem stang gezogen haben“, sagt Trainer Furkan Hasdemir, der die Chancen im Entscheidungsspiel mit „fifty-fifty“ bezeichnet.

Sonntag

1. FC Umpfertal II gegen SpG Uissigheim II/Gamburg (18 Uhr/Oberbalbach)

„Der Teamgeist, der in den vergangenen Wochenende bei uns entfacht wurde, macht mich sehr zuversichtlich für das Relegationsspiel“, sagt Sascha Limbrunner, der gemeinsam mit Sebastian Müller und Ertugrul Özer den 1. FC Umpfertal. Das Team hat sich am letzten Spiel tag in der Tabelle auf den drittletzten Platz verbessert, was ihm nun die Chance eröffnet, über die Relegation die Klasse er erhalten. Limbrunner verhehlt allerdings nicht, dass es einige Zeit gedauert hat, bis alle Spieler der „Zweiten“ den Abstiegskampf angenommen hätten. Vor der Saison habe man sich nach dem Zusammenschluss von VfB Boxberg/Wölchingen und TSV Schweigern alles etwas leichter vorgestellt. „Es ist nicht leicht, zwei Vereine zusammenzuführen und neue Teams aufzubauen.“

Da im Relegationsspiel in Oberbalbach zwei zweite Mannschaften aufeinandertreffen, sei es sehr spannend, wie die beiden Teams personell aufgestellt sein werden. „Wir haben natürlich geschaut, wer aus unserem gesamten Kader spielberechtigt ist und wer nicht. Ich bin mir ganz sicher, dass das die Uissigheimer auch gemacht haben.“

Marco Johannes, der gemeinsam mit Aaron Krug die SpG Uissigheim II/Gamburg trainiert, bestätigt dies. „Viele Möglichkeiten gibt es für uns allerdings nicht.“ Er sei ohnehin der Ansicht, dass in erster Linie die spielen sollten, die während der gesamten Saison für das Team „die Knochen hingehalten“ hätten.

Johannes ist der Ansicht, dass sein Team als Außenseiter in die Begegnung geht. „In einer Relegation ist die klassenhöhere Mannschaft immer der Favorit“. Dennoch glaubt er, dass Uissigheim II/Gamburg eine Chance haben wird. „Gerade die in den letzten beiden Saisonspielen gezeigte Leistungen lassen einiges erhoffen.“

Montag

TSV Unterschüpf/Kupprichhausen gegen Türkgücü Wertheim (18 Uhr/Wenkheim)

Fast während der gesamten Saison lag der TSV Unterschüpf/Kupprichhausen in der Kreisliga Tauberbischofsheim auf einem direkten Abstiegsplatz. „Wir waren fast schon weg vom Fenster“, sagt auch Trainer Dr. Joachim Schroth. Nach der Vizemeisterschaft in der Vorsaison sei dieses Mal so ziemlich alles schief gelaufen, was schieflaufen konnte. Positiv stimme ihn die Tatsache, dass sich sein Team zuletzt praktisch Woche für Woche leistungsmäßig gesteigert habe. „Von daher haben wir jetzt vielleicht das psychologisch Momentum auf unserer Seite.“ Insgesamt sei seine Mannschaft froh, dass sie mit diesem Relegationsspiel die einmalige Chance habe, eine ansonsten verkorkste Saison noch zu retten. „Wir glauben an uns und wir rechnen uns gute Chancen aus, den Klassenerhalt noch zu schaffen.“

Vor knapp zwei Monaten war nicht damit zu rechnen gewesen, dass Türkgücü Wertheim im Relegationsspiel stehen würde. Der Aufsteiger aus der Kreisklasse B lag zu diesem Zeitpunkt lediglich auf dem neunten Platz der Kreisklasse-A-Tabelle. Die Mannschaft hatte bis dahin die in sie gesteckten Erwartungen bei weitem nicht erfüllt. Zudem hat der Trainer in der Winterpause den Verein verlassen. „Wir haben dann das Gespräch mit den Spielern gesucht“, sagt Neu-Trainer Okhan Genc. „Wir wussten, dass wir eigentlich das Potenzial haben, um oben mitzuspielen.“ Das Gespräch hat offensichtlich gefruchtet: Acht Siege in Serie wurden gefeiert. Das Team katapultierte sich damit noch bis auf Rang drei, und kommt nun natürlich mit stolz geschwellter Brust nach Wenkheim. „So eine Serie ist kein Zufall. Jetzt haben wir überhaupt nichts mehr zu verlieren.“