Fußball

Landesliga Odenwald Die „Performance“ des Spitzenduos wirkt zurzeit sehr überlegen / Gommersdorf und Neckarelz verkaufen sich gut

SV Königshofen will unbedingt mehr Tore schießen

Archivartikel

Bereits nach vier Spieltagen konnten die Meisterschaftsaspiranten VfR Gommersdorf und die Spvgg. Neckarelz mit fünf Punkten die Konkurrenz in der Landesliga Odenwald deutlich distanzieren. Jetzt muss sich diese gewaltig strecken, um nicht nur – wie in den Vorjahren – einen Tabellenführer ungefährdet ziehen zu lassen, sondern schon nach der Winterpause nur noch rechnerisch Chancen auf den Relegationsplatz zwei zu haben. Zu überlegen wirkt derzeit die „Performance“ des Spitzenduos, das bisher alle Spiele gewann und dabei nicht einmal ein Gegentor kassieren musste. Ohne Siege blieben bisher Türkspor Mosbach, Eintracht Walldürn, und der TSV Tauberbischofsheim. Ganz ohne Zähler muss der FC Grünsfeld rasch einen Weg finden, wie er in die Erfolgsspur findet, um das Tabellenende verlassen zu können.

Die Freitagspartie des SV Neunkirchen gegen den FV Mosbach verspricht ein Kräftemessen auf Augenhöhe. In den beiden letzten Landesliga-Jahren trennten sich beide Teams in Neunkirchen mit 1:1- und 2:2-Toren. In Mosbach war die Mannschaft vom jetzigen Trainer Antonio Iannello allerdings chancenlos (0:3 und 0:4). Der jüngste 2:1-Erfolg beim FC Grünsfeld wird dem Gastgeber viel Auftrieb geben, um den zweiten Heimsieg folgen zu lassen. Die von Peter Hogen betreuten Gäste sind aber ein ganz dicker Brocken, denn der FV Mosbach will sie direkter Verfolger des Führungsduos bleiben. Hogen erwartet kein leichtes Spiel (siehe auch nebenstehendes Interview).

Eine gute Gelegenheit, den ersten Dreier einzufahren, bietet sich für den TSV Tauberbischofsheim im Heimspiel gegen den FV Reichenbuch. Die Mannschaft von Mario Fleischer muss ihre bisher so magere Bilanz von zwei Zählern langsam aber sicher aufpolieren. Deshalb wird es für die Gäste schwer werden, ihrem letzten Überraschungssieg in Wertheim den zweiten Dreier folgen zu lassen. Im Heimspiel gegen Nassig verloren sie mit 1:3-Toren.

Den 2:1-Vorjahreserfolg will Türkspor Mosbach im Heimspiel gegen den SV Königshofen wiederholen. Nach Punkten könnten die Mosbacher dann mit dem derzeitigen Tabellenneunten gleichziehen. Für den Gastgeber absolut ungewöhnlich verliefen die ersten drei Punktspiele, in denen die Mosbacher ohne eigenen Treffer blieben. Beim 3:3 im Lokalderby gegen den FV Mosbach platzte dann der Knoten, auch wenn es nicht zu einem Sieg reichte. Die Messestädter mussten sich mit dem 1:1 in Osterburken abfinden, obwohl sie in der zweiten Spielhälfte deutlich mehr Chancen auf einen Siegtreffer hatten. Ihr Sportlicher Leiter Martin Michelbach sieht die Notwendigkeit, auf dem Neckarelzer Kunstrasen sich in allen Belangen steigern zu müssen, um weiterhin punkten zu können. Der zuletzt Gelb-Rot-gesperrte Tayfun Inal steht dem SV ebenso zur Verfügung wie voraussichtlich Sebastian Fell.

Der SV Nassig empfängt den derzeit besten Aufsteiger FC Hundheim-Steinbach, der sich von der 1:5-Pleite in Oberwittstadt beim 1:1 gegen die SV Viktoria Wertheim gut erholt zeigte. Auf Landesliga-Niveau begegneten sich beide Klubs zuletzt in der Spielzeit 2004/05, in der die Gäste beim 1:2 die Punkte aus Nassig entführten. Krasser Außenseiter ist der SV Osterburken im Heimspiel gegen den VfR Gommersdorf, der selbst gegen den vermeintlichen Konkurrenten TSV Höpfingen mit 5:0-Toren kurzen Prozess machte. Vielleicht stärkt der Blick auf den Direktvergleich etwas das Selbstvertrauen der Römerstädter, denn da hat der SV mit fünf Siegen, drei Unentschieden und vier Niederlagen noch die Nase vorn. Kleiner Wermutstropfen: Lang, lang ist es her; den letzten Kräftevergleich verlor Osterburken im Frühjahr 2010 mit 0:2-Toren. Vielleicht findet Trainer-Fuchs Jürgen Wöppel ein Rezept gegen die deutlich favorisierte Gästemannschaft.

Muss sich die SV Viktoria Wertheim damit abfinden, im Heimspiel gegen die Spvgg. Neckarelz zum Punktelieferanten degradiert zu werden? Es sieht fast so aus, als ob die Wertheimer sich anschicken, nahtlos an ihre Heimschwäche in der vorigen Runde anzuknüpfen. Elf ihrer 17 Heimspiele konnten sie nicht gewinnen. Lange vor dem mehrfachen Aufstieg der Neckarelzer gelang den Wertheimern 2006 noch ein Landesliga-Sieg über die Spielvereinigung. Eine Wiederholung dieses Erfolgs würde voraussetzen, dass die Gäste einen schlechten Tag erwischen und dem Gastgeber dagegen einfach alles gelingt.

Aufsteiger Eintracht Walldürn trifft im zweiten Heimspiel auf den VfR Uissigheim und hofft darauf, dass mit dem 2:2 beim FSV Waldbrunn der Knoten geplatzt ist. Denn vorher gelang der Eintracht in vier Partien kein einziges Tor.

Noch erfreulicher wäre es, wenn die Schützlinge von Trainer Michael Hackenberg ihren ersten Dreier landen könnten. Mit diesem Erfolgserlebnis können die Gäste seit dem 3:1 über Tauberbischofsheim aufwarten. Deshalb ist der VfR in einer ansonsten offenen Partie leicht favorisiert.

Beim TSV Oberwittstadt muss der FC Grünsfeld alle Kräfte bündeln, um aus dem Abwärtsstrudel herausfinden, der bisher vier Niederlagen in Folge mit sich brachte. Die Auswärtsniederlagen in Neckarelz und Mosbach waren einzuplanen, nicht aber die beiden 1:2-Heimpleiten gegen Hundheim-Steinbach und zuletzt gegen Neunkirchen. Die TSV-Mannen von Trainer Dominik Lang gewannen zwar daheim 5:1 über Aufsteiger Hundheim-Steinbach, bekamen aber dann beim 0:4 in Neckarelz die Grenzen aufgezeigt.

Happig fiel die 0:5-Niederlage des TSV Höpfingen in Gommersdorf aus. Diese Schlappe will die Mannschaft von Trainer Steven Bundschuh rasch abhaken, was am besten mit einem Heimsieg über die Gäste vom FSV Waldbrunn gelingen könnte. Im Vorjahr gewann der TSV mit 2:1-Toren über die Gäste, die im letzten Spieljahr als TSV Strümpfelbrunn gerade noch die Klasse halten konnten.