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Fußball Der TSV Mudau befindet sich vor dem morgigen Kreispokalfinale in seiner vielleicht interessantesten Woche der Vereinsgeschichte / „Letzte Chance“ für Eberstadt

Titel wird sicher ein Abschiedsgeschenk

Archivartikel

Es ist wieder soweit: Die Saison biegt auf die Zielgerade, die letzten wichtigen Spiele stehen bevor, und für zwei Mannschaften folgt am morgigen Mittwoch um 18.15 Uhr ein absoluter Höhepunkt. Der Sieger des Buchener Fußball-Kreispokals wird ermittelt. Auf dem Sportgelände des FV Laudenberg stehen sich die beiden Kreisligisten TSV Mudau und VfL Eberstadt gegenüber.

Die Mudauer befinden sich in einer besonderen Woche: Zuletzt am Sonntag der 4:1-Erfolg im „Odenwald-Derby“ gegen den FC Donebach, am Mittwoch das Pokalfinale, und einen Tag später sind die „Legenden des FC Bayern“ zu Gast im Odenwaldstadion. „Die Mannschaft sowie der Verein sind unglaublich heiß aufs Finale. So eine Euphorie und einen Zusammenhalt haben wir selten erlebt“ , sagt das am Saisonende scheidende Trainerduo Kai Bauer und Marvin Flad. Beim Gegner dagegen möchte man den Pokaltriumph von vor zwei Jahren noch einmal wiederholen. Vor allem, weil es für den Verein, aber auch Trainer Jürgen Trunk die letzte Möglichkeit ist, einen Titel zu holen. Jürgen Trunk war über acht Jahre Trainer beim VfL, durch „die Fusion“ mit Götzingen scheidet er am Saisonende aus.

Eberstadter Endspielerfahrung

„Wir stehen zum dritten Mal im Pokalfinale und wollen den Triumph von vor zwei Jahren wiederholen, einige aus der damaligen Mannschaft sind auch jetzt noch dabei, und für den Verein ist der Finaleinzug jetzt schon eine riesige Sache. Wir wollen uns so gut wie möglich aus der Affäre ziehen“, sagt der VfL-Coach. Angesichts der Liga-Ergebnisse geht Mudau als kleiner Favorit in die Begegnung – dies sieht Trunk so: „Die Mudauer sind aufgrund der Tabelle Favorit. Sie haben vor allem mit dem Führenden der Torjägerliste, Stefan Haber, einen individuell guten Spieler in den eigenen Reihen. Der TSV hat eine starke Offensive und wird mit Sicherheit forsch auftreten.“

Die beiden Trainer der Mudauer haben sich ein paar taktische Maßnahmen einfallen lassen. „Natürlich schaut man immer in gewisser Weise auf den Gegner, und trotzdem wollen wir unsere Art, Fußball zu spielen, kompakt stehen und geradlinig spielen, durchziehen.“ Diese Taktik bewährt sich bei den Odenwäldern schon seit einiger Zeit, denn sie sind seit acht Spielen ungeschlagen, und so wartet auf den VfL eine schwere Aufgabe. In Mudau spricht man respektvoll über den Gegner: „Der VfL ist eine taktisch sehr gut eingestellte Mannschaft. Der Trainer leistet dort seit Jahren wahnsinnig gute Arbeit.“

Der TSV kann aus dem Vollen schöpfen und reist mit großem Kader nach Laudenberg. Insbesondere Torjäger Stefan Haber steht im Fokus, der auch im Derby am Sonntag gegen Donebach doppelt traf. Aus dem Vollen schöpfen kann der VfL dagegen nicht. „Schon die ganze Saison spielen wir mit einem ,Sparflamme-Kader’, immer andere Formationen und Aufstellungen. Wir probieren im Liga-Alltag viele Dinge aus, jedoch versuchen wir am Mittwoch alle zu kommen. Tim Hefner und Rene Ruschek fallen sicher verletzt aus. Die restlichen angeschlagenen Spieler wollen sich durchkämpfen“, fügt Jürgen Trunk an.

Das Ligaduell der beiden Teams am vergangenen Nachholspieltag endete mit einem torlosen Unentschieden. „Wir werden am Montagabend eine ganz lockere Einheit absolvieren“, so das Trainerduo des TSV, Kai Bauer und Marvin Flad, über die spezielle Vorbereitung auf das Finale. Der VfL dagegen wird mit zwei Bussen nach Laudenberg anreisen, im einen sitzt die Mannschaft, und der andere ist voll bepackt mit Fans. „Dass unsere Fans mit einem Bus anreisen, ist ein Dankeschön vom Verein an die Zuschauer, die den VfL all die Jahre immer zahlreich unterstützten. Und egal, wie es ausgeht: Im Sportheim wird danach auf jeden Fall mit den Fans gefeiert, jedoch ist auch klar, dass es mit einem Sieg deutlich angenehmer wäre“, so der VfL-Trainer. Eine Party ist in Mudau dagegen nicht geplant. „Falls es soweit kommt, wird spontan die Nacht zum Tag gemacht“, so Bauer und Flad.

Bleibt die spannende Final-Frage: Welcher Trainer oder welches Trainer-Duo kann „seinem“ Verein zum Abschied noch einen Titel schenken?

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