Fußball

Aktuelle Themen Diskussion zum Videoassistenten

„Umgangston verbessern“

Seit Wochen und Monaten sorgt der Videoassistent, der zur Saison 2017/18 in der Bundesliga eingeführt wurde, für heftige Diskussionen bei den Fußball-Fans. Dass selbst nach der Analyse von verschiedenen Perspektiven immer noch Fehlentscheidungen beziehungsweise uneinheitliche Entscheidungen getroffen werden, bringt viel Gesprächsstoff. In Igersheim befanden Bibiana Steinhaus, Lutz Wagner und Knut Kircher nun, dass die massive Kritik zu Unrecht aufgekommen sei.

Kircher stellte klar: „Auch der Videoassistent kann nicht zu 100 Prozent Gerechtigkeit führen.“ Wagner ergänzte, dass der Videoassistent in Deutschland eigentlich sehr gut funktioniere: „Wir dürfen nicht nur auf die Fehler schauen, sondern auf das, was richtig entschieden wurde.“ Nur „acht bis neun falsche Entscheidungen“ in dieser Saison seien eine gute Quote in Anbetracht der vielen richtigen Urteile und der noch häufigeren stillen Eingriffe, die die Zuschauer nicht mitbekämen. Der Schein, dass oft falsche Entscheidungen getroffen werden, rührt laut Wagner daher, dass in der Bundesliga eine „größere Betroffenheit“ herrsche, wenn zum Beispiel der Lieblingsverein (scheinbar) benachteiligt wird. Steinhaus, die direkte Erfahrung mit dem Videoassistent gesammelt hat, bezeichnete es als ein „gutes Gefühl zu wissen, dass man Unterstützung hat“.

Schiedsrichtermangel

Rund 72 000 Spiele finden pro Woche in Deutschland statt, jedoch nur etwa 60 000 Schiedsrichter sind registriert. Das Nachwuchsproblem unter den Referees ist laut Kircher nicht nur mit höheren Bezahlungen zu lösen. Vielmehr müsse Schiedsrichtern, die sowohl in Profiligen als auch auf Amateurebene häufig in der Kritik stünden, wieder mehr Respekt und ein besserer Umgangston entgegengebracht werden. Sie haben schließlich keine leichte Aufgabe und tun ihr Bestes, „ein Spiel in den Leitplanken zu halten“. mbe