Fußball

Landesliga Odenwald Im Abstiegskampf wäre es als Zuschauer am letzten Spieltag ratsam, einen Rechenschieber dabei zu haben / Showdown in Wertheim

VfR Gommersdorf: Gewinnen, feiern, aufsteigen

Archivartikel

Während in den badischen Landesligen Rhein-Neckar und Mittelbaden, wo sich nur noch der SV Huchenfeld auf den Relegationsplatz retten kann, Meister und Vizemeister sowie alle Direktabsteiger feststehen, brennt in der Landesliga Odenwald am letzten Spieltag noch förmlich die Hütte. Als Absteiger stehen nur Walldürn und Osterburken fest. Zwei weitere Landesligisten müssen den bitteren Gang in die Kreisliga antreten, und auch der Relegationsteilnehmer steht noch nicht fest. Ganz oben kann der VfR Gommersdorf oder die Spvgg. Neckarelz das Rennen um die Meisterschaft machen. Die Jagsttäler haben hartnäckig ihren Ein-Punkte-Vorsprung verteidigt und können mit dem nächsten „Dreier“ in Wertheim den Direktaufstieg in die Verbandsliga unter Dach und Fach bringen.

Im Tabellenkeller kämpft noch ein Quartett um den Verbleib in der Liga. Die besten Karten hat der SV Nassig; gewinnt er sein Heimspiel gegen Königshofen, ist er gerettet. Denn die SV Viktoria Wertheim wäre mit einem Sieg über Gommersdorf mit 32 Zählern zwar punktgleich, käme aber an die deutlich bessere Tordifferenz des SVN nicht mehr heran. Müssen diese beiden Vereine Federn lassen, könnte die Stunde des SV Neunkirchen schlagen, der mit einem Heimsieg über den VfR Uissigheim auf 33 Punkte käme. Bei Niederlagen von Nassig und Wertheim würde die Mannschaft von Trainer Antonio Iannello sogar noch den SV Nassig vom Nichtabstiegsplatz 13 verdrängen. Bei dieser Konstellation kann die Hoffnung des TSV Tauberbischofsheim auf den Klassenverbleib nur noch ein zartes Pflänzchen sein. Um mit einem Heimsieg über Türkspor Mosbach noch von Platz 16 auf Platz 13 zu kommen, dürfte der um einen Punkt besser platzierte SV Neunkirchen nicht über ein Unentschieden hinauskommen. Außerdem müssten Nassig und Wertheim am Sonntag verlieren. Bei dann drei mit 32 Zählern punktgleichen Vereinen müsste die Tordifferenz entscheiden. Aufgrund des aktuellen Stands von -28 Toren gegenüber -23 der Nassiger und -35 der Wertheimer hätten die Mannen von Trainer Mario Fleischer dann zumindest den Relegationsplatz sicher. Fast schon eine Sensation wäre es, wenn sich dann noch die gegenüber Nassig um fünf Treffer schlechtere Tordifferenz in Luft auflösen würde.

Bereits heute und morgen kommt es zu zwei Spielen, die sportlich ohne große Bedeutung sind. Am Freitagabend treffen die feststehenden Absteiger und Tabellennachbarn Eintracht Walldürn und der SV Osterburken aufeinander. Mit einem „Dreier“ und hohen Sieg könnten die Walldürner noch den letzten Platz an die Römerstädter abgeben.

In der Partie des FC Grünsfeld gegen den FV Reichenbuch geht es ebenfalls um nicht mehr viel, sieht man einmal davon ab, dass sich mit Lukas Albert (23 Tore) und Chris Moschüring (20 Tore) zwei Grünsfelder Goalgetter im Fernduell mit Max Schmidt (23 Tore) vom VfR Gommersdorf um die Torjägerkrone streiten.

Kein Zuckerschlecken wird die Begegnung des um den Klassenerhalt bangenden SV Nassig gegen den SV Königshofen. Die jüngste 0:1-Heimniederlage gegen Wertheim liegt den Messestädtern noch im Magen, denn es fehlte die letzte Konsequenz bei den zahlreich herausgespielten Torchancen. Der letzte Erfolg der Messestädter in Nassig liegt sieben Jahre zurück. Ihr Sportlicher Leiter Martin Michelbach hat ein klares Ziel vorgegeben: „Es gilt, eine insgesamt ordentlich gespielte Saison anständig zu beenden.“ Während Manuel Arias definitiv ausfällt, wird Manuel Tiefenbach wohl wieder auflaufen können. Der SV Nassig kann mit einem „Dreier“ den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen, doch auch ein Teilerfolg könnte schon reichen.

„Alles oder nichts“ muss die Devise für den TSV Tauberbischofsheim lauten, der nach dem 3:1-Auswärterfolg in Osterburken wieder neue Hoffnung geschöpft hat, mit einem Heimsieg über Türkspor Mosbach doch noch wenigstens den Relegationsplatz zu erreichen. Dazu müssen andere Landesligisten gegen die Konkurrenten Schützenhilfe leisten. Doch zu keiner Zeit will die TSV-Elf auf andere Plätze schielen, sondern sich mit voller Konzentration dem letzten Saisonspiel widmen. Schließlich hat die Mannschaft von Trainer Mario Fleisch die Kreisstädter Zuschauer mit einer 4-6-6-Heimbilanz nicht gerade verwöhnt.

Mehr als fünf Jahre ist es her, dass der TSV Höpfingen zum letzten Mal gegen den FV Mosbach ein Punktspiel verlor. Zum Ende der Runde zeigen sich beide Teams in guter Verfassung und können unbesorgt aufspielen.

Motiviert bis in die Haarspitzen gehen die Akteure der Spvgg. Neckarelz in die entscheidende Partie gegen Aufsteiger FC Hundheim/Steinbach. Die Gäste erlebten zuletzt eine Berg- und Talfahrt; nach der jüngsten Niederlage gegen den FV Mosbach wäre wieder ein Sieg an der Reihe. Doch die Kräfteverhältnisse sprechen eine andere Sprache. Schon das Dennoch unterschätzen die Gastgeber die Aufgabe nicht. Die Hoffnung, dass der Konkurrent um den Titel noch einmal patzen könnte, treibt an.

Vollgas von der ersten Minute an muss auch der SV Neunkirchen im Heimspiel gegen den VfR Uissigheim geben, denn noch ist etwas drin, wenn die Konkurrenz patzt (siehe nebenstehendes Interview).

Vor dem Abschluss einer langen Runde scheint sowohl beim TSV Oberwittstadt als auch beim anreisenden FSV Waldbrunn die Luft raus zu sein. Beide Teams verloren ihre letzten drei Spiele. Seit dem fünften Spieltag belegt der TSV mit nur einer kurzen „Stippvisite“ auf Rang vier den dritten Tabellenplatz. Ganz gleich wie die Partie ausgeht: Der TSV behält Rang drei, möchte aber zum Abschluss daheim noch einmal eine spielerisch ansprechende Leistung auf den Rasen bringen.

In Wertheim fiebert die SV Viktoria der Auseinandersetzung mit dem VfR Gommersdorf entgegen. Beide Teams gewannen ihre jüngsten drei Spiele und das Selbstbewusstsein der Wertheimer bekam auch in Königshofen keinen Kratzer. Der 1:0-Sieg bestätigte die Eindrücke des Trainerduos Roman Ratter und Anton Ochs, dass die Mannschaft auf der Ziellinie ihr ganzes Können in die Waagschale zu werfen versteht. Nur zwei Gegentore in den jüngsten drei Spielen sind auch ein deutlicher Hinweis für den VfR, dass die Wertheimer Defensive ihr Handwerk versteht. So dürfte es für die Wertheim kein Thema mehr sein, dass man mit nur drei Heimsiegen in der Runde immer noch die schwächste Heimelf stellt. Die VfR-Spielertrainer Tobias Scheifler und Markus Gärtner werden ihre Mannschaft zu motivieren wissen, wenn sie an das überraschende 0:0 im Hinspiel erinnern, mit dem damals die Tabellenführung zunächst verloren wurde. Jetzt soll diese bis ins Ziel gerettet, die Meisterschaft geholt und der Wiederaufstieg in die Verbandsliga gefeiert werden.