Fußball

Hallenfußball Der Würzburger FV sichert sich den Obi-Masters-Cup / Unterfranken gewinnen im Endspiel 2:1 gegen den SV Königshofen / Gäste aus dem Elsass überraschend stark

Vollgas-Spiel und viele spektakuläre Tore

Wenn sich am Ende eines langen Turniertags vorrangig die Favoriten behaupten, lässt dies manchen Außenstehenden auf eine nüchterne Veranstaltung schließen. Wenn man jedoch, wie knapp 800 Fußballfans, das Obi-Masters 2018 in der Königshöfer Tauber-Franken-Halle live mitverfolgt hat, weiß man, dass Vorurteile oft eben nur Vorurteile sind. 111 teilweise spektakuläre Tore, Tempo, Dramatik und Spannung drückten dieser Veranstaltung den Stempel auf. Auch die sehr faire Spielweise gilt es lobend zu erwähnen, hatten die Schiedsrichter doch nur wenige Zeitstrafen zu verhängen. Am Ende setzte sich mit dem Würzburger FV eine Mannschaft durch, die in Königshofen natürlich als Mitfavorit gehandelt werden musste und dieser Rolle gerecht wurde. Ohne Punktverlust, jedoch mehr als einmal im richtigen Moment mit dem Glück im Bunde, zogen die Würzburger ihr „Vollgas-Spiel“ durch, bedingt auch durch eine starke Ersatzbank, die als zweite Welle aufs Parkett geschickt wurde. Die größte Überraschung war allerdings das erfrischende Auftreten der Gäste aus dem Elsass vom FCS 06 Koenigshoffen, die am Ende sensationell auf Platz drei landeten.

48. Auflage des Turniers

Bei der 48. Auflage des Traditionsturniers im Gedenken an den großen Förderer des Fußballsports, den verstorbenen Königshöfer Bürgermeister Josef Weid, war die Tauber-Franken Halle in der Messestadt den ganzen Tag über sehr gut gefüllt, die zahlreichen Ehrenamtlichen des SVK hatten vor und hinter den Kulissen alle Hände voll zu tun. Am Ende eines über siebenstündigen Turniertages hatte keiner der Besucher sein Kommen bereut. Auch nicht die Prominenz aus Sport, Politik und Wirtschaft, die ebenso hochkarätig vertreten war. Unter der souveränen Leitung der Schiedsrichter Alexander Drach (SV Gamburg), Benedikt Ertl (TSV Assamstadt) und Björn Schumann (SV Windischbuch) bejubelten die begeistert mitgehenden Fußballfans in den 37 Spielen absolut gelungenen Hallenfußball. Ein Einlagespiel der F-Jugend des SVK gegen die DJK Unterbalbach komplettierte das reichhaltige Sportprogramm.

Nach den Gruppenspielen ergab sich folgende Konstellation:

Gruppe A: 1. Platz Würzburger FV (zwölf Punkte/10:2 Tore); 2. SV Königshofen (9/10:3); 3. 1. FC Umpfer-tal (6/6:8); 4. DJK Unterbalbach (3/3:4); 5. FC Hettingen (0/1:13).

Mit dem Würzburger FV und Gastgeber SV Königshofen setzten sich am Ende erwartungsgemäß die Favoriten in dieser Gruppe an die Spitze. Erfreulich das Abschneiden des 1. FC Umpfertal, der sich gegen die Klassenkonkurrenten DJK Unterbalbach und FC Hettingen behauptete und am Ende als zweitbester Drittplatzierter in die K.o.-Runde einzog.

Gruppe B: 1. Platz TG Höchberg (9/9:4); 2. FV Lauda (9/8:4); 3. SGM TSV Markelsheim/SV Elpersheim (7/5:4); 4. SV Viktoria Wertheim (2/3:8); 5. SV Bütthard (1/3:8).

Eine ganz enge Angelegenheit in dieser Gruppe. Am Ende standen zwei Mannschaften punktgleich an der Spitze, so dass das Torverhältnis über die Platzierungen entscheiden musste. Neben der TG Höchberg und dem FV Lauda, zog auch die SGM Markelsheim/Elpersheim als bester Drittplatzierter in die Zwischenrunde ein.

Gruppe C: 1. Platz FCS 06 Koenigshoffen (12/12:5 Tore); 2. ASV Rimpar (9/8:2); 3. SV Edelfingen (4/7:7); 4. FC Grünsfeld (4/5:8); 5. SV Distelhausen (0/0:10).

Eine Riesen-Überraschung in dieser Gruppe: Die Gäste aus dem Elsass schafften mit vier Siegen ihr bislang bestes Vorrundenergebnis beim Obi-Masters und zogen noch vor dem Titelverteidiger ASV Rimpar in die Zwischenrunde ein. Die anderen Teams nahmen sich die Punkte gegenseitig ab, so dass es für den Drittplatzierten SV Edelfingen nicht zum Einzug ins Viertelfinale reichte.

Die Viertelfinalspiele

In den Viertelfinals mussten die Favoriten ihre Ambitionen auf den Masters-Titel unter Beweis stellen. Der Würzburger FV ging nach drei Minuten in Führung und wollte – so schien es – die Partie im Schongang nach Hause bringen. Doch Gegner SGM Markelsheim/Elpersheim attackierte unaufhörlich und sorgte mit dem Ausgleich zwei Minuten vor der Schlusssirene für ein packendes und emotionales Finale, in dem im 30-Sekunden-Takt noch drei Tore fielen. Am Ende ein glücklicher Sieg für den WFV, der den Weg ins Halbfinale ebnete.

Auch das Spiel der TG Höchberg gegen den 1. FC Umpfertal war lange Zeit offen. Dem technisch reiferen Spiel der Höchberger setzte Umpfertal Leidenschaft entgegen, und so setzte sich weder in der regulären Spielzeit (1:1), noch in der Verlängerung eine Mannschaft ab. Die Entscheidung zu Gunsten der TG Höchberg brachte schließlich ein Acht-Meter-Schießen, wobei man fairerweise anfügen muss, dass der Einzug ins Halbfinale nicht unverdient war, obwohl Umpfertal zur Freude seiner zahlreichen Fans alles gegeben und sich nichts vorzuwerfen hatte.

Das Überraschungsteam der Vorrunde, der FCS 06 Koenigshoffen, traf im dritten Viertelfinale auf Rekordsieger FV Lauda. Hier standen sich zwei Spielsysteme gegenüber, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Während die Franzosen mit technisch versiertem Tempofußball die Herzen der Zuschauer eroberten, baute der Laudaer Verbandsligist lang auf Ballbesitz wie ein FC Bayern.

Mit einem Doppelschlag innerhalb von nur 20 Sekunden setzte der FCS ein Ausrufezeichen, wodurch eine kampfbetonte und rassige Endphase eingeläutet wurde. Am Ende hatten die Franzosen mit einem 4:2 den Einzug ins Halbfinale geschafft, während dem FVL an dieser Stelle das vielzitierte Quäntchen Glück fehlte.

Im Gegensatz dazu Gastgeber SV Königshofen: Im Spiel gegen Titelverteidiger ASV Rimpar mussten einige heikle Momente und kurz vor Ende der Partie eine Zeitstrafe überstanden werden, ehe man sich nach torlosem Spiel in die Verlängerung rettete. Hier fanden die Messestädter ihre Ordnung wieder und erzielten eine Minute vor dem Ende den entscheidenden Treffer, dem Rimpar zwar noch einige Gegenangriffe folgen ließ, die jedoch alle an dem vielbeinigen Abwehrbollwerk der Königshöfer hängen blieben und schließlich das Aus für den 2017er Champion besiegelten.

Die Ergebnisse der Viertelfinals:

Würzburger FV – SGM TSV Markelsheim/SV Elpersheim 3:2; TG Höchberg – 1. FC Umpfertal 4:3 nach Acht-Meter-Schießen (1:1/1:1 n. V.); FCS Koenigshoffen – FV Lauda 4:2; SV Königshofen – ASV Rimpar 1:0 n.V. (0:0).

Die Halbfinalbegegnungen

Nach den Leistungen der Viertelfinals stellte sich den begeisterten Fußballfans in der Tauber-Franken- Halle im ersten Halbfinale vorrangig die Frage, ob der FCS Koenigshoffen auch den Top-Favoriten Würzburger FV würde eliminieren können. Bei den Franzosen, die mit nur einem Ersatzspieler angereist waren, während der WFV auf eine starke Ersatzbank bauen konnte, war ein Kräfteverschleiß zu befürchten, der am Ende den Ausschlag hätte geben können. Doch weit gefehlt. Die Gäste aus dem Elsass zogen ihr Offensivspiel auch hier durch und gingen nach drei Minuten Spielzeit in Führung. Die Würzburger waren nur kurz geschockt und zogen 90 Sekunden später gleich. Jetzt entwickelte sich ein vorgezogenes Finale mit mitreißendem, technisch hochklassigem Hallenfußball, das am Ende eigentlich zwei Sieger verdient gehabt hätte. Trotz zahlreicher Chancen hüben wie drüben musste das Spiel in die Verlängerung. Hier abermals die Führung für den FCS 06, doch auch auf diese psychologische Druckphase hatte der WFV mit dem Ausgleich die richtige Antwort, um schließlich 30 Sekunden vor dem Ende mit dem drittenTor die Partie zu entscheiden.

Im anschließenden Spiel konnten die Fußballfans dann wieder durchatmen. Mit der TG Höchberg und dem SV Königshofen trafen zwei Teams aufeinander, die um ihre eigenen Stärken und auch die Stärken des Gegners wussten und vorrangig das Risiko eines Gegentors in Grenzen halten wollten.

So blieb sowohl die reguläre Spielzeit, als auch die Verlängerung trotz einiger Chancen auf beiden Seiten torlos und ein Acht-Meter-Schießen musste entscheiden, wer als zweiter Finalist dem Würzburger FV würde entgegentreten können. Hier konnte der Keeper des Gastgebers seine gute Form unter Beweis stellen und entscheidend zum 4:3-Sieg beitragen.

Die Ergebnisse der Halbfinals:

Würzburger FV – FCS 06 Koenigshoffen 3:2 n. V. (1:1); TG Höchberg – SV Königshofen 3:4 nach Acht-Meter-Schießen (0:0/0:0 n.V.).

Kampf um Platz drei

Im Acht-Meter-Schießen um Platz drei, gleichbedeutend mit einer Prämie von 200 Euro, setzte sich der FCS Koenigshoffen gegen die TG Höchberg mit 2:1 durch. Die ersten drei Schützen angetretenen beider Teams hatten nicht ins „Schwarze“ getroffen und damit bis zum Schluss die Spannung hochgehalten. Der TG Höchberg blieben am Ende als Trostpflaster noch immerhin 150 Euro Preisgeld für das Erreichen des vierten Platzes.

Das große Finale

Im Finale trafen zwei Teams aufeinander, die sich in den K.o.-Spielen zuletzt 2016 im Halbfinale gegenübergestanden hatten. Damals hatte der SV Königshofen das bessere Ende. Auch dieses Mal nahm der SVK das Heft in die Hand und erzielte nach zwei Minuten die vielumjubelte Führung. Der Würzburger FV erhöhte nun den Druck, hatte eine Minute später mit einem Lattenkracher noch Pech, ehe wiederum eine Minute später nach einer energischen Einzelaktion der zu diesem Zeitpunkt verdiente Ausgleich gelang. Der WFV hatte nun den Vorteil seiner „zweiten Welle“, eine nahezu gleichwertige Ersatzbank, die nahtlos an das Spiel der Anfangsformation anknüpfte und den Gastgeber unter Druck setzte. Zwar befreite sich der SVK immer wieder, spielte jedoch keine zwingenden Chancen heraus. Als zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene nach einem Abstimmungsproblem in der Hintermannschaft des badischen Landesligisten der bayerische Oberligist den Führungstreffer erzielte, setzten die Königshöfer zur Schlussoffensive an, die den Würzburger FV allerdings nicht ernsthaft in Gefahr brachte. Damit war erstmals ein Obi-Masters-Cup Sieg für den Würzburger FV perfekt und das Preisgeld von 1200 Euro gesichert. Dem Gastgeber SV Königshofen blieben für Platz zwei 350 Euro Prämie. Torschützenkönig wurde René Ricke von der TG Höchberg mit sieben Toren.

Das Ergebnis des Finales: Würzburger FV – SV Königshofen 2:1.