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Fußball Nach 0:2-Rückstand siegt der Vizemeister der Bezirksliga Hohenlohe im ersten Entscheidungsspiel gegen NK Coratia Bietigheim noch mit 4:2 nach Verlängerung

Wachbach zeigte sich kampf-, lauf und willensstark

NK Croatia Bietigheim – SV Wachbach 2:4 n. V.

Bietigheim: Papakonstantinou, Wagner, Radina, C. Kaya, Trepsic (82. Rehm), Russo (90. Maier), Tsinlakidis, Gashi, S. Kaya, Divkovic, Ivandic (78. Cervone, 111. Mihaljevic)). Wachbach: Hadamek, Thissen, B. Dörner, Volkert, Ettwein, Limbrunner (27. B. Botsch), Gerner (57. Raupp), Kißling, F. Dörner, Thomas (95. Hahn), Gutsche.

Tore: 1:0 (4.) Can Kaya, 2:0 (14.) Gino Russo, 2:1 (74.) Jan Thomas, 2:2 (78.) Felix Gutsche, 2:3 (115.) Philipp Volkert, 2:4 (117.) Fabian Raupp. – Schiedsrichter: Jonathan Woldai (Bonlanden). – Zuschauer: 450 (in Remseck am Neckar).

„Wir haben eine super Moral bewiesen und am Ende den längeren Atem gehabt“, freute sich Trainer Arben Kaludra über eine erfolgreiche Aufholjagd und einem verdienten 4:2-Sieg nach spannenden 120 Minuten gegen den Tabellenzweiten der Bezirksliga Enz- Murr, NK Croatia Bietigheim. Die Wachbacher Anhänger, die etwa die Hälfte der etwa 450 Zuschauer in Remseck-Hochberg stellten, waren dabei einem echten Wechselbad der Gefühle ausgesetzt, denn eine Viertelstunde vor Schluss lagen die spielstarken Bietigheimer noch mit 2:0 vorne.

Der SV Wachbach lief lange Zeit ohne Fortune einem frühen 0:2 Rückstand nach: Bereits in der 4. Minute wurde ein Ballverlust nach einem völlig unnötigen Zweikampf am eigenen Sechszehner gnadenlos bestraft: Gegen den platzierten und trockenen Schuss von Can Kaya ins lange Eck war kein Kraut gewachsen. Nur zehn Minuten später war Keeper Jannik Hadameck erneut machtlos. Nach einem weiteren Wachbacher Abwehrfehler und einer Musterflanke von links vollstreckte Gino Russo, der schon für die Stuttgarter Kickers in der Regionalliga aktiv war, aus kurzer Distanz.

Bei dieser Effektivität der Bietigheimer musste den SV-Anhängern fast schon angst und bange werden. Sie konnten in dieser Phase schließlich nicht ahnen, dass die Kroaten damit schon ihr Pulver verschossen hatten.

Die Bemühungen des Hohenloher Bezirksligisten um den Anschlusstreffer blieben in den ersten 45 Minuten fruchtlos, obwohl es durchaus gute Ansätze gab. Vor allem aus ihren Standards hätten die Wachbacher eigentlich mehr machen müssen: Die Freistöße in Tornähe verpufften aber ebenso wirkungslos wie ein halbes Dutzend meist viel zu lasch und zu nah aufs gegnerische Gehäuse gespielte Eckbälle.

Zwei gute Torchancen gab es dennoch, die beste für Felix Gutsche, der nach einem 30-Meter-Lattenkracher von Simon Kißling freistehend am reaktionsschnellen Bietigheimer Torhüter scheiterte. Letzterer hatte 10 Minuten zuvor schon gegen Manuel Gerner geklärt, indem er geschickt den Winkel verkürzt hatte.

Auch wenn diese Möglichkeiten ungenutzt blieben, waren sie doch ein positives Signal für das Wachbacher Team, das sich kampf-, lauf- und willensstark mit zunehmender Spieldauer gegen den konditionell nachlassenden Kontrahenten auch immer größere Spielanteile erarbeitete. „Der Gegner hat sehr gute Offensivspieler, ruhte sich aber zu sehr auf seiner Führung aus“, fasste Arben Kaludra nach dem Abpfiff sehr treffend zusammen. Lediglich noch zwei Mal ließen die Bietigheimer in der zweiten Hälfte ihre Offensivqualitäten aufblitzen – verpassten aber jeweils knapp das Ziel.

Ansonsten spielte nach der Pause fast nur noch der SV Wachbach, der deutlich kompakter als im ersten Durchgang auftrat und sich mit vorbildlichem gemeinschaftlichem Einsatz auch verlorene Bälle schnell wieder zurückeroberte.

Für diese Anstrengungen gab es schließlich innerhalb von nur vier Minuten den späten aber verdienten Lohn: Nach einer Hereingabe von der rechten Seite legte Felix Gutsche uneigennützig für Jan Thomas auf, der in der 74. Minute mühelos das Anschlusstor zum 1:2 erzielte. Nur wenig später degradierte Felix Gutsche gleich mehrere gegnerische Abwehrspieler zu Slalomstangen und krönte diese feine Einzelleistung mit dem Ausgleichstreffer.

„Jetzt gewinnen die Blauen noch“, war ein Bietigheimer Anhänger nach dem 2:2 fest überzeugt. Und er sollte recht behalten, ebenso wie die Wachbacher Fans, die nun immer lauter und zuversichtlicher ihr „Hier regiert der SVW“ skandierten. Es dauerte allerdings bis zur 105. Minute, ehe der Hohenloher Bezirksliga-Vizemeister den Spieß tatsächlich umdrehen konnte: Einen von Bernd Botsch scharf und mit viel Effet geschlagenen Eckball wuchtete Philipp Volkert schulmäßig per Kopf ins Netz.

Nachdem die Versuche von Croatia Bietigheim, noch einmal zurück zu kommen, mehr oder weniger kläglich gescheitert waren, sorgte Fabian Raupp, dem Felix Ettwein das Leder mustergültig in den Lauf servierte, drei Minuten vor dem Abpfiff kaltschnäuzig für die endgültige Entscheidung.