Fußball

Kreispokalfinale, Stimmen und Stimmungen Sieger Eberstadt feiert, erkennt aber auch an, das nötige Glück gehabt zu haben

„Werbung für Amateurfußball“

Kurz nach 21 Uhr pfiff Schiedsrichter Björn Schumann ein packendes Finale um den Buchener Fußball-Kreispokal ab, und die Musiker des Eberstädter Musikvereins trafen sich sogleich am Spielfeldrand, um ihrer Mannschaft zum erneuten Pokalsieg, zuletzt war das 2016, zu gratulieren und die Feierlichkeiten spontan mit einem Ständchen einzuläuten. Das Pokalfinale zwischen den beiden Kreisligisten TSV Mudau und VfL Eberstadt war an Spannung kaum zu überbieten.

„Wenn man sich so ein Pokalfinale malen würde, dann hätte es genauso ausgesehen. Der Mann der ersten Halbzeit wird am Ende zum Pokalheld“, sagte der Vorsitzende des Badischen Fußballverbandes, Ronny Zimmermann nach dem Spiel; und mit „Pokalheld“ meinte er Thorsten Hauck, Keeper des VfL Eberstadt – mit zwei gehaltenen Schüssen im Elfmeterschießen für viele der Held des Tages. Doch Hauck selbst sah das nicht so: „ Es gibt keine Helden, es gehören immer 15 oder 16 Spieler dazu, und heute habe ich manchmal auch etwas Glück gehabt. Aber es ist einfach geil, dass ich in dem Alter so einen Pokal holen darf. Insgeheim bin ich hergefahren mit dem Gedanken ,0:0, dann ins Elfmeterschießen und dann gewinnen wir’.“ Für den VfL-Schlussmann war das wahrscheinlich das letzte Pokalspiel, denn durch die bevorstehende „Fusion“ mit Götzingen wird er auch altersbedingt nicht mehr so oft zum Zuge kommen.

Für den Coach des VfL, Jürgen Trunk, war das Finale ebenfalls ein Abschiedsspiel, denn er verlässt den Verein nach über acht Jahren am Saisonende: „Nach dem Elfmeterschießen sind mir die Tränen gekommen. Die Mannschaft hat mir mit dem Sieg ein grandioses Abschiedsgeschenk gemacht. Ich freue mich einfach riesig.“ Dennoch erkannte Trunk die klar bessere Leistung der Mudauer an: „Eigentlich war Mudau von Anfang an die bessere Mannschaft, aber wir haben gut dagegen gehalten.“

Mudaus Blick zur Liga

Das zum Saisonende scheidende Trainerduo des TSV Mudau, Marvin Flad und Kai Bauer, sah dies ähnlich: „Wenn man die 120 Minuten betrachtet, waren wir das bessere Team.“ Jedoch haperte es beim TSV Mudau an der Chancenverwertung. „Wir hätten schon nach 30 Minuten 3:0 führen können, dann wäre das Spiel ganz anders verlaufen“, so Bauer und Flad im Einklang. Im Pokalfinale sind die Mudauer zwar gescheitert, doch in der Liga haben sie noch Chancen auf den zweiten Platz und die Aufstiegsrelegation. „Wir sind mit zwei Niederlagen in die Rückrunde gestartet und die Relegation war weg. Jetzt sind wir seit acht Spielen ungeschlagen und wieder mit dabei im Geschäft.“

Ob die Eberstädter Musikkapelle bei den Feierlichkeiten im heimischen Sportheim noch einige Stücke zum Besten gegeben hat, wurde nicht überliefert. Doch eines steht fest: In Eberstadt wurde gefeiert und Party gemacht bis in die frühen Morgenstunden. Ronny Zimmerman fand abschließend die passenden Worte für diesen spannenden Pokalabend: „Ein wunderbarer Pokalabend, das war Werbung für den Amateurfußball!“