Großrinderfeld

130 Jahre Freiwillige Feuerwehr Ein Blick in die Historie / Einige bedeutende Einsätze in der Vergangenheit absolviert

Bei vielen Anlässen Können bewiesen

Die Freiwillige Feuerwehr feiert Geburtstag. 1888, vor 130 Jahren, gründeten dem Wohl der Allgemeinheit verpflichtete Männer eine Wehr in Großrinderfeld.

Großrinderfeld. Der Geburtstag gibt Gelegenheit, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Die Katastrophe 1926 machte es deutlich: Mit Feuerpatsche und Eimer und ohne organisierte Mannschaft ist einem Großbrand nicht Herr zu werden. Als Reaktion wurden Rottmannschaften gebildet.

Ein Großeinsatz ist vom 28. April 1861 belegt. Damals fielen weite Teile des mittelalterlichen Stadtkerns von Grünsfeld den Flammen zum Opfer. Auch aus Großrinderfeld kamen Helfer zum Löschen. Diese mussten erst einen Teil der Stadtmauer niederreißen, um zum Brandort zu gelangen.

Brandbekämpfung gezielt möglich

In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts schaffte die Gemeinde eine Druckspritze an. Damit war erstmals eine gezielte Brandbekämpfung möglich. Die Wasserversorgung sicherte eine Menschenkette, die Ledereimer weiterreichte. Auch dieses System hatte viele Mängel.

1888 wurde deshalb eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Die Wehr gliederte sich in eine Steiger- und eine Löschabteilung. Erster Kommandant war Josef Betzwieser, Steigerobmann Wilhelm Stolzenberger und Spritzenobmann Ferdinand Fischer. Die Alarmierung der Wehr erfolgte bei Übungen durch Hornsignale und im Ernstfall durch zusätzliches Sturmläuten.

Außer den 40 Wehrmitgliedern war auch jeder Bürger zwischen 21 und 60 Jahren verpflichtet, bei einem Brand und bei der Hauptübung, die jährlich am Pfingstdienstag abgehalten wurde, zu erscheinen. Die Aufgabe bestand darin, eine Eimerkette zu bilden und das Pumpen bei der Spritze zu besorgen.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert beschaffte die Gemeinde eine Saug- und Druckspritze. Wasser musste künftig nicht mehr mühsam mit Eimern aus dem Brandweiher entnommen werden. Ihre erste große Bewährungsprobe hatte die Wehr an Sylvester 1908 zu bestehen. Am frühen Morgen brach im „kleinen Dörfle“, das bei dem Großbrand 1826 verschont geblieben war, ein Feuer aus. Begünstigt durch die enge Fachwerkbauweise und die strenge Kälte, breitete es sich rasend schnell aus. Bis auf drei Wohnhäuser brannte das ganze Gebiet nieder. Da nützte auch die Hilfe durch Nachbarwehren nichts. Der Bau der Wasserleitung 1923 verbesserte den Brandschutz.

Die Gemeinde kaufte zudem zwei Hydrantenwagen. So wurde in nächster Nähe des Brandherdes Wasser aus den Hydranten entnommen. Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Wehr bildete die Anschaffung der Fahne im Frühjahr 1928. Die Fahnenweihe erfolgte am 10. Juni 1928, als Fahnenbraut fungierte Justina Meining. Um die Ausrüstung den Erfordernissen der Zeit anzupassen, beschaffte die Gemeinde bereits im Winter 1942/43 eine Motorspritze. Die Schlagkraft der Wehr erhöhte sich dadurch wesentlich.

Arbeit beeinträchtigt

Der Zweite Weltkrieg beeinträchtigte die Arbeit der Wehr sehr. Viele Männer wurden eingezogen, so dass die Wehr auf 18 Aktive schrumpfte. Einige Kameraden mussten während des Krieges ihr Leben lassen. Kurz vor Kriegsende brannten in der Gemeinde zwei Scheunen durch Fremdeinwirkung nieder. Den bisher größten Einsatz hatte die Wehr in der Nacht zum 10. Juni 1952, der Gesangverein feierte gerade seinen 40. Geburtstag, als im Unteren Tor nicht weniger als 17 Hofreiten einem Brand zum Opfer fielen.

Ganz im Zeichen des 70. Geburtstages stand die Gemeinde vom 12. bis 14. Juli 1958. Höhepunkt war die Einweihung der neuen Motorspritze. Noch in derselben Nacht musste man mit der neuen Errungenschaft zum Ernstfall ausrücken. Während viele Festbesucher das Tanzbein schwangen, brannte die Gemeindescheuer des Farrenstalls, die 1952 gerettet worden war, nieder.

Groß war die Freude

Große Freude herrschte bei den Feuerwehrkameraden, als Bürgermeister Stolzenberger am 29. April 1967 das neue Feuerwehrgerätehaus übergab. Am Fronleichnamstag 1984 wurden die Wehrmänner zum Einsatz nach Tauberbischofsheim gerufen. Wolkenbruchartige Regenfälle hatten für große Verwüstungen gesorgt.

Die Feuerwehrleute mussten mit Sandsäcken die Eingangstüren und Kellerfenster der Altstadt abdichten. Nachdem die Wassermassen zurückgingen, pumpte man die Keller aus. In den folgenden Tagen war die Wehr damit beschäftigt, Tierkadaver, Geröll und Schlammmassen zu beseitigen.

1988 wurde der neuerrichtete Schulungs- und Mannschaftsraum eingeweiht. Mit der Gründung einer Jugendabteilung 1997 hat die Feuerwehr einen wichtigen Schritt in die Zukunft unternommen. 2002 wurde ein neues Löschfahrzeug mit eigenem Löschtank und einer eingebauten Pumpe sowie eines Rettungssatzes angeschafft.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr Großrinderfeld ist nun der geplante Bau eines neuen Feuerwehrhauses im Industriegebiet Boppbrunn. Die Planungen hierzu sind weitestgehend abgeschlossen und der Baubeginn soll voraussichtlich noch in diesem Jahr erfolgen. ffw