Großrinderfeld

Frauengemeinschaft „Flotte Bienen“ hatten ein abwechslungsreiches vierstündiges Programm zusammengestellt

Da schlugen die Narrenherzen höher

Archivartikel

Gerchsheim.„Kommt klatscht doch in die Hände, wir feiern ohne Ende“: Das Motto der „Flotten Bienen“ beim Gerchsheimer Frauenfasching war klar. Der Saal wurde zum närrischen Tempel.

Die Närrinnen ließen beim Auftritt im Gemeindezentrum kein Auge trocken. Mit einem bunten Programm aus Sketchen, Bütt und Tanz sorgten sie beim Narrenvolk für ausgelassene Stimmung.

Die „Flotten Bienen“, die zusammen mit weiteren Närrinnen bereits am Morgen das Großrinderfelder Rathaus gestürmt hatten, übernahmen die Macht in der Gemeinde. Bürgermeisterin Anette Schmidt hatte kaum Gegenwehr geleistet und feierte fröhlich auch am Abend mit. Sie bekam wie die übrigen Zuschauer ein mehr als vierstündiges grandioses Programm geboten. Bereits zu Beginn heizten die „Strohnapfbuam“ (Christian Kretzer und John Heer) mit Faschingshits und Schunkelrunden kräftig ein.

Waren beim Einzug nur drei der vier „Flotten Bienen“ auf der Bühne, wurde das Fehlen der letzten Biene schnell aufgeklärt: Eva Brünner ist frischgebackene Mama und 2020 wieder mit dabei. Der Stimmung auf den Brettern bei Alexandra Kretzer, Marion Stoy und Katja Michel tat dies keinen Abbruch. Sie begrüßten das Narrenvolk musikalisch und mit viel Humor, ehe die TSV Minis, ebenfalls als Bienen einschwirrten. Die eifrigen Kleinen hatten bei ihrem Tanz sogar Willi und Grashüpfer Flips mit dabei. Nicht nur die Trainerinnen Ailina und Marina Troch waren begeistert. Ohne eine Zugabe kamen die Jüngsten der TSV Garde nicht von der Bühne.

Mit ihrer „Ess-Ich-Diät“ hatte anschließend Katja Michel die Lacher auf ihrer Seite. Bei ihrer Kalorienpredigt versicherte sie dem Publikum, kaum etwas zu essen und trotzdem zuzunehmen. Doch bei der Aufzählung der gesunden Genüsse von Erdbeeren auf dem Kuchen bis zu Salat mit Nudeln oder Kartoffeln hatte sie so einiges zu berichten.

Danach wurde es wieder flott auf der Bühne, als die Rainbow-Kids des TSV (Andrea Reichel und Julia Karl) im rot-weißen Outfit über die Bretter wirbelten. Nicht weniger sportlich und akrobatisch waren die Mädchen des TSV Teenies (Marina Troch), die eine Apres-Ski-Party feierten. Auch sie tanzten eine Zugabe.

Die singenden Pfundweiber (Katja Michel, Marion Stoy und Alexandra Kretzer) waren als Witwen wieder zu haben. Ganz in Schwarz erschienen sie auf der Bühne und klagen den Närrinnen ihr Leid mit den Männern. Doch sie haben sich gerächt und die Ehegatten gleich unter die Erde gebracht. Auch das leidige Diätthema griffen sie wieder auf. Ihr Fazit: „Mir reicht’s, wenn ich weiß, dass ich könnt, wenn ich wollt.“

Ins Land der tapferen Maya-Kriegerinnen entführte die Schautanzgruppe des TSV (Melanie Göbel und Diana Siedler) danach ihr Publikum. Mit wunderbaren Hebefiguren begeisterten die Tänzerinnen den Saal, die Zugabe garnierte die tolle Darbietung.

Für das ganze Glück der Närrinnen sorgte Pfarrer Damian Samulski, der als Schornsteinfeger auf das Geschehen blickte und sich dabei selbst aufs Korn nahm. Er machte auf Anordnung seines Hausarztes Schnittger eine leichte Gymnastik: Kopfschütteln, wenn man ihm etwas zu essen anbietet. Von Beamten und Jägern wusste er zu berichten und fand selbstironisch: „Die schönste Freude ist die gesunde Schadenfreude.“

So richtig aus dem Leben gegriffen war der Sketch „Ein leckeres Eis“ mit Marion Stoy und Alexandra Kretzer. Bei dem älteren Ehepaar hörte der Mann nur, was er hören wollte. Und statt Eis holte er Knackwürste vom Metzger.

Lokalkolorit brachten zum Abschluss auch Bawett und Kathrine (Marianne Karl und Karin Seubert), die beim Frauenfasching nicht fehlen dürfen. Sie berichteten vom Ausflug der Frauengemeinschaft nach Bad Gögging, vom Besuch in einer Gärtnerei, aber auch dem Weihnachtskonzert in der Kirche und dem Besuch des polnischen Bischofs am Gelöbnistag. Und die beiden fanden: „Unser Pfarrer hätte auch das Zeug zum Bischof.“ Ihren geplanten Wellnessurlaub ließen die beiden ebenso fallen die vier Damen (Anni Schneider, Alexandra Kretzer, Marion Stoy und Katja Michel) ihre Schlankheitskur. Denn auf leckeres Essen zu verzichten kommt ihnen nicht in den Sinn. Lieber verzichteten sie auf die Runderneuerung.

Mit frenetischem Applaus wurden die „Flotten Bienen“ zum Abschluss von der Bühne verabschiedet. Anschließend wurde im Saal noch kräftig der Frauenfasching gefeiert. kfd