Großrinderfeld

Übergabe Neuer Kunstrasenplatz am Sportgelände seit Mittwoch offiziell in Betrieb / Gesamtkosten belaufen sich auf rund eine Million Euro

Eine Bereicherung des sportlichen Lebens

Archivartikel

Der Ball kann nun rollen: Der neue Kunstrasenplatz in Großrinderfeld ist seiner Bestimmung übergeben worden.

Großrinderfeld. Der erste Anstoß hat schon prima geklappt: Bürgermeisterin Anette Schmidts Pass war zwar von den Fußballern des TuS Großrinderfeld nicht schwer zu nehmen, doch markierte er ein wichtiges Ereignis. Seit Mittwochabend ist der neue Kunstrasenplatz neben dem bisherigen Fußballplatz offiziell in Betrieb. Bei zwei Partien hat sich das Grün bereits bewährt. Nachdem die Gemeindeauswahl der D-Jugendlichen gegen den Würzburger FV mit einem 1:1-Unentschieden vom Platz gegangen war, musste die erste Mannschaft aus Spielern von TuS, TSV Gerchsheim und SV Schönfeld gegen den Bayernligisten Würzburger FV ran. Während die Großrinderfelder in der ersten Halbzeit noch gut mitgehalten haben, mussten sie sich am Ende mit 0:7 geschlagen geben.

Doch das trübte die Freude bei der Rathauschefin, den geladenen Gästen und den vielen Großrinderfeldern nicht. „Beim Fußball kommt es auf Talent, den richtigen Trainer, den Eifer, den Gegner und nicht zuletzt auf den Platz an“, betonte Schmidt. Die Zeiten, dass der Platz an Fehlpässen Schuld sei, dürften in der Kommune nun vorbei sein. „Mit dem neuen Kunstrasenplatz finden wir exzellente Bedingungen vor, und es gibt keine Ausreden mehr.“

Allen, die an der Mission Kunstrasenplatz beteiligt waren, sprach die Bürgermeisterin ihren Dank aus. Denn nachdem das Seniorenheim auf dem alten Sportplatz errichtet wurde, musste Ersatz her. „Der Weg zur Realisierung war nicht immer einfach“, meinte sie und würdigte das Land, das mit einem erheblichen Förderbetrag die Umsetzung ermöglicht hat. Rund eine Million Euro kostete das Projekt, für das aus dem Ausgleichsstock 460 000 Euro und aus der Sportförderung weitere 120 000 Euro flossen. Ihr Dank galt auch dem Kreis und allen Beteiligten, die das Projekt zu einem guten Abschluss gebracht haben. „Die Anlage sucht ihresgleichen.“

Besonders erwähnte sie die Eigenleistung durch Helfer des TuS Großrinderfeld um den Vorsitzenden Albrecht Behringer. „Mit zahlreichen Arbeitsstunden wurde der Bau unterstützt“, zählte sie unter anderem Pflasterarbeiten, Pflanzarbeiten oder auch den Bau des Technikgebäudes auf. Diese Leistung unterstreiche den Teamgeist, der in allen Ortsteilen herrsche. Mit dem Platz habe man nicht nur für die Sportvereine der Kommune, sondern auch für den Schulsport viele neue Möglichkeiten eröffnet. „Der Kunstrasenplatz ist eine große Bereicherung des sportlichen Lebens.“ Sie hoffte, dass auch die Punkteausbeute nach oben getrieben werde.

Freudentag für den TuS

Von einem „Freudentag“, aber auch „einem mit Mühen bestückten Weg“ sprach der TuS-Vorsitzende Albrecht Behringer. Seit Jahren habe man einen Ausweichplatz gesucht, oft überlegt, den alten Sportplatz zu ertüchtigen. Die ersten Vorplanungen gab es schon 2013. Er blickte nicht ohne Stolz auf das Ergebnis und dankte Gemeinderat und Verwaltung, aber auch den Mitgliedern für ihren Einsatz. „Wir sind überglücklich über die Anlage und haben eine optimale Trainings-und Spielsituation.“

„In Großrinderfeld haben wir immer die Hucke voll bekommen“, erinnerte sich MdL Wolfgang Reinhart an seine Fußballspiele, wenn der SV Königheim zu Gast war. Diesmal gab es für ihn und die Ehrengäste ein Glas Sekt, um anzustoßen auf den Platz, den er als „Zauberteppich“ und „tolle Investition“ titulierte. Die laufende Fußball-WM sei ein guter Zeitpunkt für die Übergabe. So hoffte er auf viele Stars von morgen, die hier wunderbar trainieren können.

Thomas Syksch, Staffelleiter der Kreisliga, will in Großrinderfeld einen Umkehrtrend zum allgemeinen Rückgang der Zahl der Fußballer ausgemacht haben. Denn neben dem neuen Kunstrasenplatz werde auch der alte Sportplatz in Gerchsheim künftig als Spielstätte dienen. Das sei auch auf eine sportbegeisterte Verwaltung und Bürgermeisterin zurückzuführen, war er sicher. Für die hochmoderne Anlage überreichter er Anette Schmidt und Albrecht Behringer einen neuen Spielball. „Ihr werdet das richtig meistern“, rief auch Matthias Götzelmann, der Vorsitzende der Sportjugend, Gemeinde und Fußballern zu.

„Aus dem Acker ist eine schöne Anlage geworden“: Thomas Schmiedel, Geschäftsführer des Ingeniuerbüros ibu, hatte jede Menge Zahlen für die Zuschauer parat. Etwa die Erdbewegung von allein 5000 Kubikmetern, um aus der Kuppe eine ebene Terrasse zu machen. Neun Monate wurde gebaut, ehe im Mai die Anlage fertiggestellt wurde. Dass man auf die Beregnungsanlage verzichtet hat, fand er nicht schlimm. „Auch das klappt“, meinte er mit Blick auf den Regen kurz vor der Einweihung. Statt eines Schlüssels überreichte er einen Fußball an die Bürgermeisterin. Den kirchlichen Segen spendete dann Pfarrer Dr. Damian Samulksi.

Mit dem Wunsch von Anette Schmidt an die Großrinderfelder Sportler, „dann siegt mal schön“, wurde es am Mittwoch noch nichts. Vielleicht erfüllen ihr die Fußballer einen anderen. „Der Platz mit Flutlicht ist nicht nur für die Kreisklasse geeignet, sondern auch für höhere Klassen. Da ist noch Luft nach oben.“