Großrinderfeld

Spatenstich Neubau des Feuerwehrgerätehauses im Gewerbegebiet „Boppbrunn“ kostet 1,8 Millionen Euro

In die Sicherheit der Bürger investiert

Archivartikel

Die Großrinderfelder Floriansjünger erhalten ein neues Feuerwehrgerätehaus. Der Spatenstich am Mittwoch war der Startschuss für das 1,8 Millionen Euro teure Projekt.

Großrinderfeld. Die Sonne strahlte am Mittwoch genauso wie Bürgermeisterin Anette Schmidt. Beim Spatenstich zum neuen Feuerwehrgerätehaus mit zahlreichen geladenen Gästen freute sich die Rathauschefin riesig, dass der Bau noch vor der Sommerpause losgeht.

Im Gewerbegebiet „Boppbrunn“ an der K 2882 Richtung Ilmspan, dessen Erschließung für insgesamt 1,45 Millionen Euro nun begonnen hat, wird ein modernes Gebäude mit drei Stellplätzen, Schulungsräumen und Platz für Ausrüstung und Sozialräume entstehen. Denn derzeit hätten viele Kameraden wegen der beengten Verhältnisse ihre Schutzkleidung zu Hause, wie ein Feuerwehrmann erzählt. Über das neue Gebäude informierten sich die Floriansjünger am ausgehängten Plan.

„Die ersten Krümel sind bewegt, auf der Baustelle passiert was“, so Anette Schmidt. Momentan stehen die vorbereitenden Tiefbauarbeiten im Gewerbegebiet an. Im Frühjahr soll mit dem Hochbau begonnen werden, in zwei Jahren ist das Gebäude fertig.

Anette Schmidt sprach von einer Investition für die Bevölkerung der Großgemeinde. „Wir sind alle froh, wenn wir die Feuerwehr nicht brauchen. Aber für den Ernstfall muss sie gut aufgestellt sein.“ Über die Kreisstraße könne die Wehr dann schneller in Gerchsheim und Ilmspan sein.

Lange Historie

Zunächst erinnerte Schmidt an die Historie. „Das Feuerwehrgerätehaus war eine der dringlichsten Fragen zu Beginn meiner Amtszeit“, machte sie deutlich. Lange schon hegt die Feuerwehr den Wunsch, mehr Platz zur Verfügung zu haben. Da der Standort in der Ortsmitte, zwischen der Wohnbebauung, nicht ideal und beim Ausrücken verkehrstechnisch nicht optimal ist, machte man sich viele Gedanken. Und mit dem neuen größeren Feuerwehrfahrzeug, das 2002 angeschafft worden war, stand die Feuerwehr vor weiteren Problemen.

Die Überlegung eines Umbaus des bisherigen Gebäudes wurde wieder verworfen. So hatte man sich auf die Suche nach einem neuen Standort gemacht. Der wurde zunächst in der Hauptstraße neben dem Lagerhaus gefunden und bis zum Bauantrag 2014 vorangetrieben. Beantragte Fördermittel wurden jedoch im Januar 2015 versagt. Weil auch dort „das Grundstück zwischen Gewerbebetrieben knapp bemessen“ gewesen wäre, hatte der Gemeinderat im November 2015 das Thema erneut diskutiert.

Als „Zukunftsperspektive“ nahm man dann das Gewerbegebiet „Boppbrunn“ in den Blick, das gerade am Entstehen war. 2016 wurde die Planung vergeben, Ende letzten Jahres folgte der Bauantrag.

„Das ist der Tag des Beweises, dass wir in die Feuerwehr investieren.“ Anette Schmidt würdigte alle an der Planung und Umsetzung Beteiligten.

Ihr Dank galt dabei dem Gemeinderat, der um die Bedeutung des Projektes wisse, Kreisbrandmeister Alfred Wirsching und Kommandant Gerald Ebert, allen Feuerwehrleuten, Kreisbaumeister Stefan Kordmann, den beteiligten Firmen sowie dem Land Baden-Württemberg. Zuschüsse über 720 000 Euro aus dem Ausgleichsstock sowie 175 000 Euro aus der Fachförderung fließen für das Projekt. Bei Kosten von 1,8 Millionen Euro bleibe dennoch rund die Hälfte bei der Gemeinde hängen, machte sie deutlich.

Ein „Tag der Freude“ war der Spatenstich auch für Kreisbrandmeister Wirsching. „Die Gemeinde investiert in die allgemeine Sicherheit der Bürger.“ Man sei auf einem guten Weg. Das aktuelle Gebäude, das vor 61 Jahren eingeweiht worden war, ist für ihn kein adäquater Standort mehr. Man müsse den Feuerwehrleuten etwas bieten. Dazu zählten auch moderne Ausrüstung und ein entsprechendes Gebäude. In dem sollen, so Wirsching, Schulungen für alle Abteilungswehren der Großgemeinde stattfinden.

Kommandant Gerald Ebert war die Freude ebenfalls anzumerken. „Im alten Gebäude fällt der Putz von der Decke und auch hier haben sich Mäuse eingenistet“, machte er die Dringlichkeit deutlich. Es sei zwar eine riesige Investition für die Gemeinde, aber eine „super Investition für die Zukunft. Ich freue mich darauf, ins neue Gebäude einzuziehen.“

Keinen Luxus geplant

„Kein Luxus, sondern etwas Solides“ ist für Architekt Bernd Reinhart von „bauwerk4“ der Neubau. Zum Hauptbaukörper in Massivbauweise gehören drei Stellplätze für die Feuerwehrautos. Eine Erweiterung um zwei zusätzliche Stellplätze ist möglich.

Nicht nur die Realisierung eines neuen Feuerwehrgerätehauses war ein langer Prozess. Auch das Gewerbegebiet „Boppbrunn“ umzusetzen, sei nicht ganz einfach gewesen, so Anette Schmidt. Denn beim Regierungspräsidium die Plausibilität für das 2,65 Hektar große Areal nachzuweisen, habe viel Überzeugungsarbeit gekostet. „Aber wir haben es geschafft und können mit dem Baubeginn für das Gewerbegebiet nun auch den Spatenstich für das Feuerwehrgerätehaus begehen.“ Ein Großteil der Fläche sei bereits an einen ortsansässigen Gewerbetreibenden veräußert worden. „Das ist die Entwicklung, die man sich wünscht.“