Großrinderfeld

Kommunalwahl Die Fränkischen Nachrichten befragten die drei Parteien und Gruppierungen zu wichtigen Themen in Großrinderfeld

Lebensqualität in der Kommune weiter steigern

Digitalisierung und Kinderbetreuung, Bürgerbus und Bauplätze: Die Themen, die CDU, IMB und Freie Wähler in den Vordergrund der Kommunalwahl stellen, sind vielfältig.

Großrinderfeld. Die Großrinderfelder Bürger haben bei der Kommunalwahl am 26. Mai die Möglichkeiten, Kandidaten für den Gemeinderat aus drei Listen zu wählen. Die Fränkischen Nachrichten fragten dort nach den wichtigen Themen in der Kommune.

Kinderbetreuung und Digitalisierung werden von vielen Neubürgern als „Standortfaktoren“ gewertet. Hat die Gemeinde hier noch Nachholbedarf?

IMB: Kinderbetreuung ist seit jeher ein wichtiges Thema. Bisher ist es gelungen, in allen vier Ortschaften einen Kindergarten zu erhalten. Das ist der IMB auch sehr wichtig. Einfach ist es leider nicht. Wir haben uns bereits im aktuellen Rat dafür eingesetzt und werden das auch weiter tun. Mit der Kinderkrippe hat Großrinderfeld seit Jahren auch ein Angebot für die Kleinsten. Die verlässliche Grundschule ist gut eingeführt und genutzt. Bezüglich der Betreuungszeiten kann man sich noch Verbesserungen vorstellen. Da heißt es am Ball bleiben. Insgesamt aber sehen wir uns hier gut aufgestellt. Das muss bewahrt werden.

Was schnelle Internet-Zugänge angeht, stehen wir relativ gut da. Wir waren die Ersten im Breitbandausbau des Kreises, die Arbeiten sind Großteils abgeschlossen. Noch läuft nicht alles rund. Hier muss konsequent auf Nachbesserung bei der Telekom gedrungen werden. Das Internet-Angebot der Gemeinde ist im Vergleich mit den kleineren Nachbargemeinden eigentlich recht gut, verglichen mit Tauberbischofsheim ist aber noch viel „Luft nach oben“. Wichtige Verbesserungen lassen sich mit einfachen Mitteln erreichen. Das muss man anpacken. Unser Team verfügt hier über hohe Kompetenz.

Freie Wähler: Die Kinderbetreuung in unserer Gemeinde wird derzeit aktiv behandelt – erste Schritte mit der „Großen Denkwerkstatt Kinderbetreuung“ sind gemacht und alle Beteiligten sitzen dabei an einem Tisch. Wichtigster Aspekt bei der Diskussion ist und bleibt der Erhalt der örtlichen Nähe für die Kinderbetreuung. Eine optimale Unterbringung und Betreuung der Kinder ist oft ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung junger Familien für einen neuen Lebensmittelpunkt in unserer Gemeinde.

Die Digitalisierung berührt uns wie alle anderen Einwohner unserer Gemeinde in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Für die Ansiedlung von Gewerbetreibenden ist eine schnelle Internetverbindung ein wesentlicher Aspekt bei der Auswahl eines Firmenstandorts. Der Breitbandausbau in unserer Gemeinde ist noch nicht abgeschlossen und wird weiter vorangetrieben. In Großrinderfeld ist zeitnah der Anschluss der Grundschule und des neuen Gewerbegebietes vorgesehen. Nicht zu vergessen bei der Digitalisierung ist auch eine Optimierung in der Verwaltung, um mehr digitale Angebote für Bürger über die Homepage der Gemeinde anzubieten.

CDU: Nachholbedarf eigentlich nicht, sondern vielmehr stringente Weiterverfolgung der eingeschlagenen Ziele und zusätzlich Neuausrichtung der Kinderbetreuung, so dass wir den vielfältigen Bedarf abdecken unter Beibehaltung der Standorte. Dies bedeutet Flexibilisierung im Angebot und Gewährleistung des erforderlichen Raumbedarfs. Das wird nicht einfach zu realisieren sein.

Welche Maßnahmen wollen Sie im Hinblick auf die Entwicklung der Gemeinde als Wohn- und Wirtschaftsstandort umsetzen?

IMB: Die Gemeinde hat in den letzten Jahren viele wichtige, nützliche, aber auch teure Projekte durchgeführt. Da muss man die Finanzen im Auge behalten. Ganz wichtig ist es immer wieder Neubürger zu gewinnen. Dafür sind Baugebiete in allen vier Ortschaften notwendig. Außerdem liegen viele Bauplätze brach. Hier müssen Anreize zur Bebauung geschaffen werden. Die Einführung eines Verzeichnisses von Leerständen und Plätzen, online abrufbar, kann ein erster Schritt in diese Richtung sein.

Bäcker, Metzger, Supermarkt: Die Nahversorgung vor Ort ist für die Lebensqualität sehr wichtig. Momentan ist die Lage noch recht gut. Wir müssen aber aktiv daran arbeiten, dass das auch so bleibt. Regelmäßige Befragungen von Neubürgern und hier Wohnenden sollten uns helfen, den Bedarf kontinuierlich im Auge zu behalten. Für die Lebensqualität immens wichtig sind auch unsere Vereine. Wir müssen sie weiterhin nach besten Möglichkeiten unterstützen. Innovative Konzepte für ein reges Vereinsleben sind zu entwickeln. Unseren Gewerbetreibenden müssen wir hinreichend Erweiterungsmöglichkeiten bieten. Neuansiedlungen können die Lebensqualität steigern. Sie sind willkommen.

Freie Wähler: Im privaten Bereich herrscht in allen Ortsteilen rege Nachfrage nach Bauplätzen. Mit der Erweiterung des Wohngebietes „Knauer II“ in Gerchsheim werden neue Bauplätze geschaffen. Im Ortsteil Ilmspan steht das Neubaugebiet „Würzburger Weg“ in den Startlöchern. In Großrinderfeld liegt das Hauptaugenmerk darauf, bei den vorhandenen unbebauten Grundstücken Käufer und Verkäufer zusammenzubringen. Außerdem werden Bauplätze in Gemeindeeigentum angeboten. In Schönfeld fehlen derzeit noch die notwendigen Grundstücke, um neue Bauplätze zu schaffen.

Nahezu abgeschlossen sind im Gewerbegebiet „Boppbrunn“ die Baumaßnahmen zur Erschließung, Gewerbetreibende können jetzt bauen. Aufgrund der großen Nachfrage steht außerdem die Erweiterung des Gewerbegebiets „Geißgraben“ in Gerchsheim an. Im Übrigen gibt es auch weiterhin freie Flächen im Industriepark A 81, an dem die Gemeinde Großrinderfeld sowie Werbach und Tauberbischofsheim beteiligt sind.

Eine Plattform für unsere Gewerbetreibenden bietet der zweijährig stattfindende Bauernmarkt in Großrinderfeld. Dieser wird abwechselnd mit der im Herbst dieses Jahres stattfindende Gewerbe- und Leistungsschau in Gerchsheim ergänzt.

CDU: Das Ausschöpfen der vorhandenen Möglichkeiten, insbesondere der vorhandenen Baulücken sowie die Weiterverfolgung der Bereitstellung von Wohnraum – sprich Schaffung von Bauplätzen oder Sanierungsunterstützung ist uns wichtig.

Dies muss umweltverträglich und Umwelt schonend erfolgen – auch in Bezug auf die Lebensqualität der Einwohner. Die ansässigen Landwirte und Gewerbetreibenden benötigen die erforderliche Unterstützung und Infrastruktur, um die Wertschöpfung auch vor Ort zu erzielen und die Finanzkraft der Gemeinde für wichtige Projekte zu gewährleisten.

Welches Thema ist für Sie in Großrinderfeld noch wichtig?

IMB: Es gibt und gab immer Phasen mit hohen Investitionen durch große Projekte und solche der Konsolidierung. Im Moment sind wir eher in einer Konsolidierungsphase. Wir befürworten daher mehrere kleine Projekte. Damit kann man die Lebensqualität spürbar verbessern. Ohne dass es direkt viel Geld kostet.

Solche Projekte gibt es in allen vier Ortschaften. Zum Beispiel die Überdachung der Bushaltestelle an der Grundschule, eine weitere Bushaltestelle in Schönfeld, ein Jugendraum für Gerchsheim oder die Verschönerung brachliegender Flächen in allen Ortschaften. Schön wäre auch ein Naturlehrpfad im Wald. Darüber hinaus möchten wir die ÖPNV Anbindung von Schönfeld und Ilmspan verbessern. Vielleicht ein Bürgerbus nach Grünsfelder Vorbild? Es sind clevere Lösungen gefragt.

Digitalisierung ist uns wichtig. Wir möchten, dass die Bürger mehr von zu Hause aus erledigen können. Besuche im Rathaus sollten eher die Ausnahme werden. Das ist gerade für die vielen Pendler wichtig. Dazu müssen die Dienste der Gemeinde-Website ausgeweitet werden. Außerdem arbeiten wir für mehr Transparenz: so sollten die Protokolle aller öffentlichen Sitzungen im Internet veröffentlicht werden.

Freie Wähler: Generell ist unser Anliegen, alle Themen, die Bürger interessieren, in die kommunalen Gremien zu bringen. Die aktuelle Maßnahme der „Großen Denkwerkstatt zur Kinderbetreuung“ zeigt dabei, dass eine stärkere Bürgerbeteiligung unabdingbar ist, um in Zukunft neue Ideen und interessante Vorschläge zu berücksichtigen. Wenn alle Beteiligten gemeinsam am gleichen Ziel arbeiten, entstehen die besten Ergebnisse.

Die Unterstützung der Vereine und ehrenamtlich Tätigen liegt uns besonders am Herzen, da ohne sie die Ortsgemeinschaft nicht funktioniert. Durch die neue Vereinsförderung der Gemeinde wurde dies erfolgreich auf den Weg gebracht. Außerdem wird mit dem Ehrenamtspreis das besondere Bürgerengagement gewürdigt.

Ganz weit vorne auf der Prioritätenliste steht die Erhaltung der ortsnahen Versorgung und Infrastruktur mit allen Angeboten für den täglichen Bedarf, wozu Ärzte, Lebensmittelgeschäfte, Banken, Metzgereien und die Post ebenso wie der öffentlicher Nahverkehr, Rufbus, und das Seniorenwohnheim gehören. Das neue Feuerwehrgerätehaus in Großrinderfeld und die Neuregelung der Wasserversorgung sind ebenfalls „große Projekte“ aus diesem Themenbereich.

CDU: Neben der Kinderbetreuung muss die Gemeinde auch als attraktiver Schul- und Vereinsstandort erhalten werden. Dabei kommt es uns auf eine enge Verzahnung unter Ausnutzung aller Fördermöglichkeiten an.

Hier hat die Union auf eine Gesamt-Förderquote von 90 Prozent hingewirkt!