Großrinderfeld

„Haste Töne“ Chor begeisterte beim Konzert zwischen Wald und Weinreben

Unvergessliches Erlebnis für alle

Archivartikel

Songs an einem Sommerabend: Vor idyllischer Kulisse präsentierte der Chor „Haste Töne“ einen Querschnitt seines Repertoires.

Großrinderfeld. Zwischen Wald und Weinreben sangen die Frauen und Männer des Chores „Haste Töne“ bei einem ganz besondere Konzert von Liebe, Lust und Leidenschaft und verzauberten damit mehr als 100 begeisterte Zuhörer, die den Weg in die Natur gefunden hatten.

„Ein Traum ist in Erfüllung gegangen“, erklärte Klaus Günther. Der Chorleiter hatte den Weinberg am Beilberg, rund drei Kilometer westlich von Großrinderfeld, ausfindig gemacht. An diesem ungewöhnlichen Ort habe er schon lange einmal ein Chorkonzert geben wollen.

Die Zuhörer glaubte Günther vor allzu hohen Erwartungen warnen zu müssen. Man habe ziemlich improvisiert, Abstriche bei der Akustik seien hinzunehmen.

Die Befürchtungen waren unangebracht. Das Publikum bekam einen Chor in Bestform zu hören. Das Ambiente machte diese Konzertpremiere zu einen unvergesslichen Erlebnis.

Das Beste ist nur gut genug: Klaus Günther versprach, die schönsten Lieder des Chores zur Aufführung zu bringen. Und er hielt Wort. Alle möglichen Stilrichtungen waren zu hören, vor allem Pop und Folk. Sogar ein Stück aus der Renaissance war dabei. Einziges Kriterium: Hauptsache, es sprach an und klang gut.

Thema Nummer eins bei „Haste Töne“ ist offensichtlich die Liebe – und zwar in all ihren Facetten. Mit „Come again“ trauerten die Sängerinnen und Sänger der verlorenen Liebe nach. Das von schlichter Melodik und einem natürlichen rhythmischen Fluss geprägte Lied stammte von John Dowland, dem Reinhard Mey der Renaissance.

Wer liebt, hofft zuweilen gegen jede Hoffnung. Daran erinnerte „Helplessly hoping“ von Crosby, Stills, Nash & Young. Manchmal übermannt den Liebenden allerdings die Trauer vor lauter Liebesleid. Dann bleibt nichts anderes übrig, als zu weinen. Beispielsweise mit dem von der schwedischen Gruppe A-Ha bekannten Hit „Crying in the Rain“. Ein Gänsehautgefühl erzeugte Stings feinfühlige Pop-Ballade „Fields of Gold“.

Großartige Filmmelodien hatte der gemischte Chor ebenfalls im Repertoire. Paul Simons und Art Garfunkels musikalisches Porträt der geheimnisvollen „Mrs. Robinson“ aus dem Film „Die Reifeprüfung“ zum Beispiel. Ein elegisch-enigmatisches Klangerlebnis war Enyas „May it be“, Titelmelodie aus dem Kinohit „Herr der Ringe“.

Freundschaft ist ein hohes Gut. Erfahren kann dies, wer in der Gemeinschaft mit anderen singt. Daran erinnerte der Chor „Haste Töne“ mit James Taylors Ballade „You’ve got a friend“.

Ein Loblied auf die Freundschaft war auch Richard Heymanns Marschlied im Sechsachteltakt „Ein Freund, ein guter Freund“ aus der Tonfilm-Operette „Die Drei von der Tankstelle“. Am Ende hieß es „Thank you for the Music“. Den Ohrwurm der schwedischen Supergruppe Abba, bei dem Jutta Banzer als Solistin glänzte, konnte man als Kommentar zu dem Konzert verstehen.

Nachdem der letzte Ton verklungen war, ging auch noch der in blutrotes Licht getauchte Mond auf. Dieses Konzert wird noch lange in Erinnerung bleiben. feu