Großrinderfeld

Gemeinderat Gremium beschloss einstimmig die Änderung des Bebauungsplans „Boppbrunn“ / Heftige Diskussion um Klimaschutzkonzept des Kreises

Versorgungsleitungen für Gewerbegebiet

Neue Versorgungsleitungen zum Gewerbegebiet Boppbrunn und die Diskussion um den Beitritt zum Klimaschutzkonzeptes des Kreises bestimmten die Sitzung des Gemeinderats.

Großrinderfeld. Das Gewerbegebiet „Boppbrunn“ im Ortsteil Großrinderfeld war in den vergangenen Sitzungen des Gemeinderates häufig Thema gewesen und wird es auch in Zukunft noch sein. Nun musste vom Gremium die erste Änderung des Bebauungsplanes beschlossen werden.

Auch wenn es sich nur um eine redaktionelle, also sprachliche Klarstellung, handelt, müsse das ganze Verfahren durchlaufen werden, erläuterte Bürgermeisterin Anette Schmidt. Es ging um die beispielhafte Aufführung von Gewerbebetrieben in diesem Gewerbe- und Mischgebiet, die besonders viele Emissionen ausstoßen oder die durch starke Geruchsbelästigung auffallen. Die Gewerke wurden einzeln genannt und dies sollte nun geändert werden.

„Die Verbote behalten natürlich ihre Gültigkeit“, so die Bürgermeisterin. Aber man wolle sich durch die explizite Nennung nicht zusätzlich einschränken. Diesem Argument folgte der Gemeinderat einstimmig und beschloss gleichfalls die ortsübliche Bekanntmachung der Änderung des Bebauungsplanes.

Ingenieurleistungen vergeben

Um das Gewerbegebiet mit Gas, Strom und Breitband zu erschließen, wurden die Ingenieurleistungen an das Büro ibu vergeben. Im Zuge des Neuanschlusses des Gewerbegebietes soll auch die unterdimensionierte Wasserleitung von der Bergstraße bis zum Fritzengärtle erneuert werden, ebenso wie der Abwasserkanal, der in den nächsten Jahren ebenfalls hätte ausgetauscht werden sollen. So müsse man nur einmal graben und arbeite damit effizient. Auch hier erfolgte die Vergabe einmütig.

Einstimmigkeit herrschte auch bei der Vergabe des Auftrags für die neue Steuertechnik des Wasserversorgungszweckverbandes Grünbachgruppe. Durch den Zusammenschluss mit dem Wasserversorgungszweckverband Mittlere Tauber (WVMT) wird eine komplett neue Fernwirktechnik notwendig und dazu die entsprechende Steuertechnik. Die bisherige sei eine Art Selbstbau, für die es keine Ersatzteile mehr gebe, führte die Bürgermeisterin aus. Man habe ein Angebot der Firma Siemens über 68 465 Euro für die Eigenmaßnahmen, das der Gemeinderat einstimmig annahm und den Delegierten damit das imperative Mandat zur Abstimmung beim Wasserversorgungszweckverband Grünbachgruppe gab.

Im Zeitplan

Bürgermeisterin Anette Schmidt gab auch einen Überblick über die Fortschritte beim WVMT. Das Wasserwerk in Dittigheim habe seinen Probebetrieb aufgenommen (wir berichteten). Derzeit würden das Handbuch und die Betriebsanweisungen erstellt. Anfang kommenden Jahres solle die Stadt Tauberbischofsheim an das neue Wasserwerk angeschlossen werden, danach zügig die Grünbachgruppe und ein Teil von Lauda-Königshofen. Man sei also im Plan.

Nicht ganz so gut sehe es mit der Zusage für die benötigten Zuschüsse aus. Ende September hatte man erneut Anträge auf Förderung eingereicht. Anfang Dezember wollen die betroffenen Bürgermeister im Ministerium in Stuttgart gemeinsam ihrer Forderung nach einem vorzeitigen Baubeginn ohne Förderverlust Nachdruck verleihen. Nur so könne der ehrgeizige Fertigstellungsplan der gesamten Maßnahme eingehalten werden.

Große Diskussionen gab es beim Beschluss zum Beitritt des integrierten Klimaschutzkonzeptes des Main-Tauber-Kreises. Es war vielen Gemeinderäten zu theoretisch. „Wir reden nur, aber wir machen nichts. Ich halte von der Sache nichts, denn der Landkreis hat noch nichts selbst getan“, äußerte Anton Stolzenberger. Dem hielt Bürgermeisterin Schmidt entgegen, dass die Gemeinde schon einiges für den Klimaschutz getan habe. So sei beispielsweise die Festhalle in Gerchsheim energetisch saniert worden. Auch die Hälfte der Straßenlampen sei auf energiesparende LED-Technik umgerüstet worden.

Helga Koch wollte wissen, ob durch einen Beitritt zum Klimaschutzkonzept zusätzliche Fördermittel frei würden. Dies verneinte die Bürgermeisterin. Ralf Schieß legte Wert drauf, dass die Gemeinde nicht gegen den Klimaschutz sei, aber auch ihm seien die Ausführungen des Landkreises zu theoretisch. „Wichtig sind Taten, nur Papier reicht nicht.“ Letztlich stimmte der Gemeinderat mit elf Ja-Stimmen, drei Gegenstimmen und vier Enthaltungen für die Mitwirkung am Klimaschutzkonzept des Landkreises.

Ja zur verlässlichen Grundschule

Dafür fiel der Beschluss zur Fortführung der „verlässlichen Grundschule“ für die Freiherr-von-Zobel-Schule wieder einstimmig aus. Die verlässliche Grundschule bietet an Vormittagen Unterrichtsblöcke an, ergänzend wird je nach Schule vor nach dem Unterricht eine Betreuung angeboten. In Großrinderfeld gibt es diese Betreuung von 7.30 bis 8.15 Uhr und von 12.10 bis 13.10 Uhr. So können Kinder am Vormittag nahezu sechs Stunden betreut werden.

Diese freiwillige Leistung der Gemeinde müsse alle zwei Jahre neu beschlossen werden, führte die Rathauschefin aus. Im Moment werden 51 Kinder von zwei Personen betreut.

Beschlossen wurde außerdem die Ausschreibung der Neuverpachtung des Jagdbogens Gerchsheim 1. Da man überwiegend von einheimischen Bewerbungen ausgeht, erfolgt die Ausschreibung im gemeindlichen Mitteilungsblatt.

Gemeinderat Ralf Schieß bat nochmals darum, in den umliegenden Gemeinden Anzeigen zu schalten, die klarstellen sollen, dass auf Feldwegen Parkverbot herrscht. Vor allem im Bereich von Schönfeld würden viele Fahrzeuge aus Kleinrinderfeld parken und die Landwirte könnten so nicht zu ihren Äckern kommen. Anton Stolzenberger unterstützte die Aussagen und ergänzte noch, dass Fußgänger bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen besser ausweichen sollten.

Denn meist hänge hinter dem Traktor noch weiteres Gerät, das man von vorne nicht sehen könne. Er bemühe sich langsam an Fußgängern vorbeizufahren, aber die müssen einen Sicherheitsabstand einhalten.