Großrinderfeld

Pilotprojekt Großrinderfeld ist erste Kommune im Kreis mit vollständiger digitaler Erfassung der Kleindenkmale

Viertklässler entdecken die Geschichte

Archivartikel

Großrinderfeld.Nachdem im Rahmen der betreuten Ferien im Sommer 2017 die Freiherr-von-Zobel-Grundschule historische Grenzsteine entlang des Grundgrabens der Gemeinde Großrinderfeld dokumentiert hatte (diese sind mittlerweile im Geoportal des Main-Tauber-Kreises eingestellt), sollte dieses Projekt nun im laufenden europäischen Kulturerbejahr fortgeführt werden.

Passend zum Thema

Die Projektarbeit der beiden vierten Klassen der Grundschule passt zu dem Thema: „Denkmal Europa. Entdecke deine Geschichte vor der Haustür“.

Es wurden nun weitere historische Grenzsteine der Gemeinde Großrinderfeld zu den früheren Nachbargemeinden Tauberbischofsheim und Impfingen erkundet, teilweise freigelegt, gesäubert und dokumentiert.

Im Sommer vergangenen jahres wurden Grenzsteine zu den „früheren“ Nachbargemeinden Ilmspan, Gerchsheim und Paimar dokumentiert, erinnert sich Ortsvorsteher Walter Lutz.

Die Grundschule mit Rektorin Sabine Klingert und Lehrer Stefan Häfner unterstützten damit unmittelbar die Arbeit der staatlichen Denkmalpflege, die Kinder lernten ihre Heimat besser kennen, freut er sich über das Interesse der Schule.

Seit Jahren rückläufig

Der Bestand von historischen Kleindenkmalen geht seit Jahren zurück. Durch ihre Dokumentation und einer Veröffentlichung im Internet (hier Geoportal des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis) werde dem entgegengewirkt.

Die teilweise mehrere hundert Jahre alten Grenzsteine sind historische Dokumente. Sie sind Zeichen des Lebens und des Wirtschaftens in dieser Kulturlandschaft. Zahlreiche der historischen Grenzsteine haben einen handwerklichen Wert. Sie tragen oft Wappen. Hier sind zunächst das Großrinderfelder Rind und das Mainzer Rad zu nennen. Die Grenzsteine grenzen Eigentum und Zuständigkeiten ab. Die Grenzsteine sind als Kleindenkmale ein Stück Heimatgeschichte.

Mit der Dokumentation dieser historischen Grenzsteine habe die Grundschule Großrinderfeld somit eine wichtige Aufgabe im Rahmen der Denkmalpflege geleistet, lobte schon Kreisheimatarchivarin Claudia Wieland.

Einerseits prägen diese Steine die Kulturlandschaft, andererseits seien sie oft unscheinbar und nur schwer auszumachen. „Sie sind wichtige Zeugen vergangener Jahrzehnte, sind in dieser Landschaft verankert und haben damit einen wichtigen Platz in der Kulturlandschaft. Sie spielen eine große Rolle, wo es um regionale Identität und Heimat geht. Historische Grenzsteine sind wichtige Geschichtszeugnisse.“ Wenn Kinder nun einen Teil dazu beitrügen, dass das Bewusstsein für das kulturelles Erbe geschärft werde, dann sei dies von besonderer Bedeutung, fuhr Wieland fort.

Viel Spaß gemacht

Den Schülern machte es sehr viel Spaß, die verborgenen Schätze zu finden und zu dokumentieren. Sie legten in mehreren Gruppen bei dieser Etappe 48 Grenzsteine frei, säuberten sie, vermaßen die Steine und zogen die Inschrift mit Kreide nach. So las man besser, was auf den Steinen stand. Danach noch schnell ein Foto gemacht, die Koordinaten in das Formblatt eingetragen und weiter ging es zum nächsten Grenzstein. Die Ergebnisse werden jetzt an den Main-Tauber-Kreis weitergegeben und dort in das Geoportal (http://gistbb.de/gistermweb/pages/map/default/) eingetragen.

Großrinderfeld ist dann die erste Gemeinde im Kreis, deren Kleindenkmale – hierzu gehören auch die Bildstöcke und Sühnekreuze – vollständig digitalisiert sind und im Geoportal zugänglich gemacht werden.

Walter Lutz dankte den Mitgliedern des Heimat- und Kulturvereins, die viel Vorarbeit in diesem Zusammenhang geleistet haben.